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Letzter Abspann im Perger Kino

PERG. Im Juli hätte das Future Cinema Perg sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Doch von Feierstimmung ist keine Spur – im Gegenteil: Nach der letzten Vorstellung am Ostermontag wird das Perger Kino seinen Betrieb einstellen.

Am Montag letzter Abspann im Perger Kino: „3D-Welle hat uns umgebracht!“

Kino-Geschäftsführer Christian Irrgeher stellt am Ostermontag endgültig den Filmprojektor ab. Bild: lebe

Eine Entscheidung, die schweren Herzens, aber mit klarem Kopf getroffen wurde, sagt Geschäftsführer Christian Irrgeher: „Glauben Sie mir: Es tut mir selbst am meisten weh, dass wir den Betrieb einstellen müssen, aber es hat einfach keinen Sinn mehr!“

Die ohnehin nicht allzu üppigen Besucherzahlen seien in den vergangenen zwei Jahren dramatisch zurückgegangen. Die Konkurrenz durch die Multiplex-Kinos in Linz und Amstetten, vor allem aber die 3D-Welle bei den Blockbuster-Filmen ließen laut Irrgeher die Gäste ausbleiben: „Die 3D-Welle hat uns umgebracht. Ich habe das bei Avatar gespürt und danach auch beim aktuellen Ice-Age-Film, den bei uns nicht einmal mehr halb so viele Leute gesehen haben wie den Vorgänger.“ Der Betrieb sei für ein typisches Landkino zu groß, gleichzeitig aber zu klein, um mit der Konkurrenz im Zentralraum mithalten zu können.

Ungewöhnliches Konzept

Dabei sei das Konzept, bei dem sich Besucher über kleine Bildschirme bei den Sesseln auch während der Vorstellungen Erfrischungen bestellen konnten, grundsätzlich gut gewesen: „Wir hatten doch einige Stammgäste, die genau deshalb immer wieder zu uns gekommen sind und uns bis zum Schluss die Treue gehalten haben. Aber unterm Strich war es zu wenig.“ Preislich sei man bis zum Schluss wesentlich unter dem Niveau der Konkurrenz geblieben – insbesondere mit günstigen Familienkarten.

Um mit der technisch hochgerüsteten Konkurrenz einigermaßen mithalten zu können, hätte demnächst ein fünfstelliger Euro-Betrag in die Abspieltechnik investiert werden müssen. Das würde sich nur rechnen, wenn sich die Besucherzahlen wieder verdreifachen. „Das ist einfach nicht realistisch. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, sagt Irrgeher.

Für das Osterwochenende habe er sich bemüht, den Perger Kinofreunden noch einmal ein attraktives Programm anzubieten. Mit der Culture-Clash-Komödie „Türkisch für Anfänger“, dem Animationsfilm „Der gestiefelte Kater“, der auch als Ferien-Nachmittagsfilm läuft, sowie dem Bayern-Hit „Eine ganz heiße Nummer“. Die ans Kino angeschlossene „Ice Age Bar“ wird es weiterhin geben: Sie soll nach einer Umgestaltung sogar vergrößert werden.

 

Kino-Landschaft im Bezirk Perg

 

365 Sitzplätze hatte der erste Perger Kinosaal bei seiner Eröffnung im Jahr 1923. Das heutige „Future Cinema Perg“ verfügt über zwei Säle mit einer Kapazität von 118 bzw. 40 Sitzplätzen.
25 Filme zeigen die Kinos in Perg, Grein und Katsdorf am Osterwochenende. Die Palette reicht von Animationsfilmen für Kinder über den Oscar-Gewinner „The Artist“ bis zu „Ziemlich beste Freunde“.
29 Kinos gibt es derzeit in Oberösterreich. Sie verteilen sich auf 26 Städte und Gemeinden.
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Artikel Bernhard Leitner 04. April 2012 - 00:04 Uhr
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