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Linz

Padel: "Neues" Tennis erobert Oberösterreich

Von OÖN   28. Mai 2022 06:35 Uhr

"Neues" Tennis erobert Oberösterreich
Padel-Tennis wird zwar mit einem Tennisball, aber speziellen Schlägern gespielt.

LINZ. Bandeja, Chiquita oder Vibora – das sind keine Bananenmarken oder Tanzschritte, sondern Bezeichnungen für Schläge der neuen Trendsportart Padel-Tennis, die auch in Oberösterreich immer beliebter wird, wie sich an der Zahl der Plätze, die errichtet werden, ablesen lässt.

Der erste wurde 2019 in Lichtenberg eröffnet, danach folgten Standorte in Ebensee, Leonding, am Attersee und in Wels. Zuletzt war Lenzing an der Reihe, im Juni werden Plätze in Marchtrenk und Rohrbach bespielbar, für Herbst ist auch in Linz einer geplant, auch in Steyr und in Gmunden sollen Padel-Plätze entstehen. "Das Besondere an Padel ist, dass es von der ersten Sekunde an Spaß macht, weil es viel leichter zu spielen ist als beispielsweise Tennis", sagt Eva Handl, die Präsidentin der Austrian Padel Union. Und auch Jakob Krocker, Betreiber der Anlage in Lenzing, oder Manfred Nareyka, der mit seinem Sohn Björn die Padel Base in Wels gegründet hat, sehen das so. Wobei Krocker noch ergänzt: "Die körperlichen Voraussetzungen sind nicht so hoch, deshalb können alle Altersgruppen diese Sportart ausüben."

Wie die Kombination aus Tennis und Squash genau gespielt wird, steht im Kasten unten. Wobei klar ist, dass die Beliebtheit der Sportart, die ursprünglich aus Mexiko stammt, kontinuierlich steigt. "Rund 2500 Spieler sind derzeit in der österreichweiten Rangliste gereiht, weiß Eva Handl. "Es handelt sich um die weltweit am schnellsten wachsende Sportart", sagt sie. Die Profis machen übrigens von 5. bis 12. Juni beim Padel Open in der Steffl Arena in Wien Station.

Tennis wird wieder beliebter

Und auch Hans Sommer, Präsident des oberösterreichischen Tennisverbandes – in dessen Zuständigkeit auch das Padel-Tennis fällt –, kann sich dem Boom nicht entziehen. "Ich werde das sicher bald einmal ausprobieren", sagt er und betont, dass sich auch das klassische Tennis wieder steigender Beliebtheit erfreut. "In unseren 470 Vereinen sind derzeit 42.000 Mitglieder registriert", sagt Sommer. Zum Vergleich: Vor Corona waren es noch 35.000 Mitglieder. Und auch die Zahl der Lizenzspieler ist seit Ausbruch der Pandemie von 16.000 im Jahr 2019 auf nun 19.500 gestiegen.

Hat Corona also Tennis zu neuer Beliebtheit verholfen? "Die Pandemie hat uns schon ein wenig geholfen", sagt Sommer, "schließlich besteht ja bei unserem Sport eine gewisse Distanz zum Mitspieler, deshalb durften wir auch früher wieder auf den Platz zurück als andere Sportarten. Aber wir haben auch viele Projekte gestartet, um die Beliebtheit von Tennis wieder zu steigern." Mit Erfolg, denn auch wenn die Ergebnisse von Österreichs Nummer 1, Dominic Thiem, derzeit nicht so berauschend sind, ist auch bei den Jugendlichen Tennis wieder sehr beliebt.

Padel-Plätze sind unter anderem in Linz, Marchtrenk, Steyr und Gmunden geplant.

Daten und Regeln rund um Padel-Tennis

  • Der Schläger beim Padel-Tennis ist aus Carbon oder Fiberglas. Um den Luftwiderstand zu verringern, ist er gelocht (aber nicht bespannt wie beim Tennis). Zusätzlich hat das Racket eine Handschlaufe.
  • Gespielt wird mit einem weicheren Tennisball.
  • Das Spielfeld hat eine Größe von 20 mal 10 Metern, die Glaswände rundherum werden ins Spiel einbezogen.
  • Gezählt wird wie beim Tennis (15/30/40), sechs Spiele braucht man, um einen Satz zu gewinnen.

Die Regeln des Spiels:

Gespielt wird immer zu viert, also als Doppel. Der Aufschläger muss den Ball zuerst auf den Boden prellen und dann maximal aus Hüfthöhe spielen. Der Ball muss ins schräg gegenüberliegende Aufschlagfeld gespielt werden.

Ist der Ball im Spiel, muss er auf der gegnerischen Seite immer zuerst auf dem Boden aufkommen bevor er die Wände berührt. Außer beim Return sind Volleys immer erlaubt. Nach einer oder mehreren Wandberührungen darf der Ball wieder zum Gegner gespielt werden, allerdings nur bevor er den eigenen Boden ein zweites Mal berührt.

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