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Linzer Nachtwächter in Haft: „Totale Eskalation“

LINZ. In Linz wird die jüngste Entwicklung um den Linzer Nachtwächter Wolfgang Liegl bedauert, der seit Montag früh in Haft sitzt. Bürgermeister Klaus Luger sprach von einer „totalen Eskalation“ und einem „unbefriedigenden Zustand“.

Nachtwächter

Wolfgang Liegl bot Nachtwächter-Führungen durch Linz an. Bild: Weihbold

Der 48-jährige Fremdenführer wurde, wie berichtet, Montag früh, zu Hause abgeholt und in die Justizanstalt in der Linzer Pochestraße gebracht. Dort muss Liegl nun sieben Tage „absitzen“ – bis kommenden Montag. Der Grund dafür: Nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit einer Fremdenführerin, die den als „Nachtwächter zu Lintze“ bekannten Liegl als unerlaubte Konkurrenz einstuft und ihn wiederholt geklagt hatte, verstieß er erneut gegen einen Vergleich. Dieser sah vor, dass Liegl alle Prospekte aus dem Verkehr zieht, in denen er mit den Führungen „Sagenhafte Hinterhöfe, Keller und Krypten“ warb. Nun tauchte erneut ein derartiger Prospekt in einem Linzer Hotel auf. Die Klägerin schaltete daraufhin erneut die Justiz ein.

Weil er mehrfach etwas unterlassen, zu dem er sich in dem Vergleich verpflichtet hatte, kam Liegl nun in exekutionsrechtliche Haft, erklärte Walter Engelberger, Vorsteher des Bezirksgerichtes Linz, im Gespräch mit den OÖNachrichten die Rechtslage. Dabei legte Engelberger aber Wert darauf, dass sich der 48-jährige strafrechtlich nichts zu schulden kommen habe lassen. Laut Vorschrift sitzt Liegl auch getrennt von den Strafrechtsgefangenen. Sein Anwalt Robert Schgör hat mit Liegl gesprochen, der etwas verschreckt gewirkt hat. Er müsse jetzt die sieben Tage absitzen. Rechtlich sei dagegen nichts zu machen, so Schgör weiter.

Mehr als 100.000 Euro an Strafen

Wie es nach dem einwöchigen Gefängnisaufenthalt weitergehen wird, ist noch nicht restlos geklärt. Faktum ist, so Anwalt Schgör, dass sein Mandant jedenfalls weiterhin als Fremdenführer arbeiten will. Dafür muss allerdings zuvor die finanzielle Situation geregelt werden. Der Rechtsstreit hat dem Linzer Strafen in der Höhe von mehr als 100.000 Euro und die Insolvenz eingebracht. „Wenn er aus dem Gefängnis kommt, wird der beantragte Konkurs abgewickelt“, sagte Schgör. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Liegl den Gewerbeschein für die Fremdenführungen nicht verliert.

In der Stadt Linz werden die jüngsten Entwicklungen in dem Streit zwischen den beiden Fremdenführern, die ursprünglich zusammen gearbeitet und die sogenannten „gewandeten Führungen“ in Linz entwickelt haben, mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Bürgermeister Klaus Luger hat mit der „totalen Eskalation“ in dem Fall keine Freude, weil Liegl eine „wichtige Institution für die Stadt“ ist. Auch der für den Tourismus zuständige Vizebürgermeister Bernhard Baier ist die Situation bedauerlich, allerdings sei „die Causa Sache der Justiz und der Gerichte“.

Der Linzer Tourismusdirektor Georg Steiner antwortete auf OÖN-Anfrage zurückhaltend. Liegl’s Führungen seien vom Stadttourismus stets beworben worden. Er wolle ihm auch nichts in den Weg legen, allerdings würde man bei den Stadtführungen primär mit den „Austria Guides“ zusammen arbeiten, sagte Steiner.

Für die in Linz unter der Marke „Austria Guides“ vereinten, staatlich geprüften Fremdenführer ist die jüngste Entwicklung ebenfalls nicht erfreulich. Man habe sich mit Liegl und seinen Angeboten arrangiert, hieß es.

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Artikel Christopher Buzas und Reinhold Gruber 18. November 2014 - 18:01 Uhr
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