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Linz

Eisenbahnbrücke: Die Fronten bei den Stadtparteien sind weiter einzementiert

Von Herbert Schorn und Christopher Buzas   24. Mai 2012 00:04 Uhr

„Ein Wahrzeichen reißt man nicht weg“
Detlef Wimmer, Erich Watzl, OÖN-Redakteur Herbert Schorn, Gerda Lenger, Klaus Luger und Walter Heitzinger (v.l.) diskutierten beim Runden Tisch der OÖNachrichten mehr als eine Stunde über die Zukunft der Eisenbahnbrücke.

LINZ. Wie soll es mit der Linzer Eisenbahnbrücke weitergehen? Diese Frage diskutierten Politiker und ein ÖBB-Experte bei einem Runden Tisch der OÖNachrichten.

Auf keinen gemeinsamen Nenner kamen die Linzer Stadtparteien gestern, Mittwoch, bei einem Runden Tisch der OÖNachrichten zur Zukunft der Eisenbahnbrücke. Kontrovers, aber dennoch sachlich diskutierten die Gesprächsteilnehmer eine gute Stunde, ob die Eisenbahnbrücke abgerissen oder saniert werden soll. Der Diskussion stellten sich der für Verkehr zuständige Vizebürgermeister Klaus Luger (SP), Vizebürgermeister Erich Watzl (VP), FP-Stadtrat Detlef Wimmer, Grünen-Fraktionsobfrau Gerda Lenger sowie Walter Heitzinger, Regionalleiter der ÖBB. Der Bundesbahn gehört die Eisenbahnbrücke.

Berufung auf Gutachten

Sowohl SP als auch FP und Grüne setzen sich dafür ein, die denkmalgeschützte Brücke abzutragen und an derselben Stelle eine neue zu errichten. „Ich möchte mich dabei auf das Gutachten von Professor Fink beziehen“, sagt Luger dazu. Der Gutachter hatte in seiner Untersuchung dargelegt, dass ein Neubau die wenigsten Kosten verursachen würde.

Seine jüngst präsentierte Expertise ergab, dass die Sanierung der Brücke 40 Millionen Euro kostet. Die Brücke würde danach für die geplante zweite Straßenbahnachse verwendet. Zudem müsste eine zweite Brücke für Autos, Busse, Radler und Fußgeher errichtet werden, außerdem kommen hohe Erhaltungskosten für die alte Brücke dazu – was insgesamt noch einmal bis zu 58 Millionen Euro verschlingt. Der Abriss der Brücke und ein kompletter Neubau würden laut dem Gutachten etwa 57 Millionen Euro kosten.

„Die Stadt Linz kann aber nicht entscheiden, was mit der Eisenbahnbrücke geschieht. Schließlich sind die ÖBB Brückeneigentümer, und das Bundesdenkmalamt muss das Bauwerk aus dem Denkmalschutz entlassen“, gab Watzl zu bedenken.

Die VP ist die einzige Fraktion, die sich für die Sanierung und den Bau einer weiteren Brücke einsetzt. Für Watzl müssten die ÖBB für die Kosten der Erneuerung aufkommen, da diese ja Eigentümer der Brücke sind. Heitzinger sieht dies freilich anders: „Die Kosten wären nicht von den ÖBB alleine zu tragen, da die Schäden ja durch die Salzstreuung entstanden sind.“ VP-Vizebürgermeister Watzl sieht in seinem Wunsch einen weiteren großen Vorteil. „Mit einer zweiten Brücke könnten wir sofort zu bauen beginnen.“ FP-Stadtrat Detlef Wimmer kann sich der Meinung Watzls nicht anschließen. „Es wäre ein Wunsch, dass wir die Eisenbahnbrücke erhalten können. Die Realität sieht aber anders aus“, sagt er.

Brücke prägt das Stadtbild

Auch Luger und Lenger kritisierten den VP-Politiker scharf und warfen ihm vor, „Parteipolitik“ zu betreiben. „Wir haben alles getan, um die Brücke zu erhalten. Das Gutachten spricht aber für sich, es ist ja nicht unendlich Geld da“, sagt Lenger.

 

Denkmalamt

Das Bundesdenkmalamt wurde von den OÖNachrichten ebenfalls zur Diskussion eingeladen. Die Eisenbahnbrücke steht unter Denkmalschutz – ein Abriss könnte nur erfolgen, wenn das Denkmalamt zustimmt. „Wir werden nicht Stellung nehmen“, begründete Richard Wittasek die Absage. „Es gibt bis jetzt vom Eigentümer noch keinen Antrag, was mit der Brücke geschehen soll.“ Erst dann werde man prüfen. Walter Heitzinger von den ÖBB verspricht einen Antrag in den nächsten Wochen.

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