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Innviertel

Überprüfung der Impfaktion in Eberschwang ergab mehrere Pannen

Von nachrichten.at/apa   19. Januar 2021 17:34 Uhr

Impfungen im Pflegeheim in Eberschwang: Auch der Ortschef wurde geimpft
Pflegeheim Eberschwang

LINZ/EBERSCHWANG. Die Heimaufsicht stellte fest: Vorgaben der Priorisierung wurden nicht eingehalten. Die Vorreihung dreier Gemeindepolitiker ist laut Soziallandesrätin Gerstorfer "kein Fehlverhalten aus rechtlicher Sicht".

Die Überprüfung durch die Heimaufsicht hat beim Ablauf der Impfaktion im Alters- und Pflegeheim Eberschwang mehrere Fehler ergeben. Bei der Listenerstellung für die Vakzinbestellung sowie der Verteilung der Restdosen seien die Vorgaben der Priorisierung durch die Impfkoordination des Landes Oberösterreichs nicht eingehalten worden, informierte das Büro von Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ). So erhielten auch der Bürgermeister und zwei Stellvertreter eine Impfung.

Verantwortlich dafür, dass jene drei Gemeindepolitiker vorzeitig geimpft wurden, dürfte ein nicht korrektes Vorgehen bei der Umsetzung der Impfstrategie des Bundes im Heim gewesen sein, geht aus dem Bericht hervor. Die Heimaufsicht mit Vertretern des Sozial- und des Gesundheitsressorts sowie der Rieder Bezirkshauptfrau als Dienstgeberin hatte an Ort und Stelle eine Prüfung vorgenommen. Nachdem grundsätzlich für das Impfen die Impfkoordination des Landes zuständig ist, ging der Bericht an diese Stelle.

Sechs Dosen transportiert

Grundsätzlich wurde festgehalten, dass der Impftermin für jenes Altersheim von der Impfkoordination des Landes auf den 5. Jänner vorverlegt wurde. Beim Erstellen der Liste zählte die Heimleitung offenbar auch Personen mit, die nach der Prioritätenvorgabe noch nicht für die Impfung vorgesehen gewesen wären. "Dieses Vorgehen war weder mit dem Dienstgeber noch mit der Impfkoordination bzw. der Abteilung Soziales abgestimmt", zitierte das Büro Gerstorfer aus dem Bericht. Auch die Verteilung der Restdosen erfolgte anscheinend weder nach den Richtlinien der Priorisierung noch in Abstimmung mit dem Dienstgeber.

Beim Verimpfen des Restes passierte dann offenbar die nächste Panne: Sechs Dosen gingen an Ordinationsassistenten eines anwesenden Arztes außer Haus. Laut Herstellerempfehlung sei "der hergerichtete Impfstoff aber nicht transportfähig, da ein Schütteln der verdünnten Dispersion zu vermeiden ist." Daher empfahl die Heimaufsicht, eine Meldung an die Ärztekammer Oberösterreich durchzuführen.

Stelzer hat kein Verständnis

Gerstorfer nahm den Prüfbericht zum Anlass, eine gründliche Überarbeitung der "Abläufe und Prozesse" zu fordern. Was das Vorziehen der Bürgermeister angeht, meinte sie: "Nach jetzigem Wissenstand und den mir derzeit vorliegenden Einschätzungen" sei "aus rechtlicher Sicht kein Fehlverhalten" zu erkennen. Allerdings betonte sie, dass sich "abseits des Rechts" Politiker "an hohen moralischen Maßstäben" orientieren sollten. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) habe jedenfalls kein Verständnis dafür, "dass man durch Vordrängen oder durch Bekanntschaften schneller eine Schutzimpfung erhält oder dass auch nur dieser Eindruck entsteht", teilte er mit.

Oberösterreichs Impfkoordinator Franz Schützeneder sagte, die Vorgänge in Eberschwang seien vor seiner Zeit - er übernahm den Posten vor wenigen Tagen - passiert, er wies aber darauf hin, dass die einmal aufgetauten Impfdosen laut Hersteller nicht mehr geschüttelt werden sollten.

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