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Wenn ein Justizminister im Gefängnis mit Hammer und Meißel loslegt

SUBEN. Einzelhafttrakt in der Justizanstalt Suben wird um 1,5 Millionen Euro generalsaniert.

Wenn ein Justizminister im Gefängnis mit Hammer und Meißel loslegt

Der Justizminister sah sich auch in der Anstaltsschlosserei um. Bild: Justizministerium

"Eigentlich müssten jetzt sämtliche Alarmsirenen aufheulen", sagt ein Wachorgan der Justizanstalt Suben. Dennoch bleibt der Uniformierte ruhig und lauscht mit grinsendem Gesicht der Lärmkulisse. Die verdächtigen Geräusche stammen eindeutig von einem Hammer bzw. einem Fäustel, der rhythmisch gegen einen Meißel geschlagen wird.

Der Mann, der dafür verantwortlich ist, ist allerdings über jeden Verdacht erhaben. Es handelt sich um den Vizekanzler und Justizminister der Republik. Wolfgang Brandstetter (VP) höchstpersönlich schwingt hinter den Subener Gefängnismauern das schwere Gerät. Er stöhnt unter dem Kraftaufwand und vermutet wohl nicht zu unrecht: "Die haben mir Eisen hineingetan."

Für den Leiter der Justizanstalt Suben ist es dagegen ein Freudentag. "Danke für die Vorarbeiten", sagt Oberst Gerd Katzelberger. Kurz zuvor hatte er bereits festgehalten, dass es immer etwas Gutes für das Haus bedeute, wenn der Minister auf Besuch komme. Brandstetter vollzog gemeinsam mit dem Schärdinger VP-Nationalratsabgeordneten August Wöginger einen symbolischen Spatenstich.

Der Innviertler hatte sich hartnäckig und letztlich erfolgreich im Finanzministerium für die Freigabe der notwendigen Mittel zur Sanierung des seit den 1970er Jahren unveränderten Einzelhafttraktes der Justizanstalt Suben eingesetzt. 1,45 Millionen Euro sind dafür erforderlich.

"Trotz mehrfacher Reparaturen sind sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen sowie die Elektroanlage mittlerweile in einem Zustand, der eine Generalsanierung unumgänglich macht. Auch im Sinne der Sicherheit sind die Maßnahmen notwendig", so Brand-stetter, dem vorsorglich auch schon der nächste Projektwunsch der Gefängnisleitung zugetragen wurde – ein möglichst baldiger Ausbau des Dachbodens zur Errichtung eines Schulungszentrums. Damit verbunden wären auch zusätzliche 30 Haftplätze.

Da keine baulichen Investitionen getätigt werden, ohne auch die Arbeitsmöglichkeiten für die Insassen zu berücksichtigen, wird in der Haftanstalt Suben entsprechend viel in diesem Bereich getan. Brandstetter: "Oberstes Ziel des österreichischen Strafvollzugs ist die Resozialisierung, so sieht es auch das Gesetz vor. Klar ist außerdem, dass regelmäßige Beschäftigung einen wichtigen Beitrag zum Haftalltag leistet."

In Suben sind momentan 272 Männer inhaftiert, die Strafen zwischen 18 Monaten und 15 Jahren verbüßen. Das Gefängnis verfügt über 17 aktive Anstaltsbetriebe, im Jahresschnitt sind 223 Insassen beschäftigt. Vier Häftlinge absolvieren derzeit ein Fernstudium.

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Artikel OÖN 26. September 2017 - 06:49 Uhr
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