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Innviertel

In die Hitlerhaus-Arbeitsgruppe sollen noch Historiker eingebunden werden

Von Max Hofer   07. November 2012 00:04 Uhr

In die Hitlerhaus-Arbeitsgruppe sollen noch Historiker eingebunden werden
Um die künftige Nutzung dieses Objekts geht es, davor das Mahnmal.

BRAUNAU. Schneller als allgemein erwartet, hat sich in Braunau eine Arbeitsgruppe formiert, die Möglichkeiten für eine künftige Nutzung des Hitlerhauses aufzeigen soll.

Das Objekt steht ja nach dem Auszug der Lebenshilfe seit einem Jahr leer, die Eigentümerin bekommt – wie den OÖN aus verlässlichen Quellen bestätigt wurde – dennoch monatlich fast 5000 Euro Miete vom Innenministerium in Wien.

Den Antrag auf Einsetzung einer Arbeitsgruppe hatte der Braunauer SP-Nationalratsabgeordnete Harry Buchmayr Anfang Oktober in der jüngsten Gemeinderatssitzung gemacht. VP-Bürgermeister Hannes Waidbacher stimmte damals umgehend zu, zu Debatten kam es nicht.

In diesem Monat wird die Arbeitsgruppe erstmals zusammenkommen. Angehören werden ihr Vertreter sämtlicher Gemeinderatsfraktionen sowie Mitglieder des Vereins für Zeitgeschichte.

„Vermutlich kommen aber auch noch ein oder zwei Historiker dazu. Und das Innenministerium, nehme ich an, wird sich wohl auch einbringen“, sagt Harry Buchmayr. Näher will er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. „Ich ersuche um Verständnis, aber es handelt sich um ein sehr sensibles Thema.“

Braunau ist wieder im Blickfeld

Womit der Abgeordnete zweifellos recht hat. Seit durch einen OÖN-Exklusivbericht die vom Innenministerium geleisteten Mietzahlungen bekannt wurden – in Wien hält man sich diesbezüglich weiterhin bedeckt – und in der Folge auch Diskussionen über die künftige Nutzung des „ungeliebten Erbes“ losgingen, ist die Stadt Braunau wieder im Ausland ins Blickfeld geraten.

Zuletzt widmete sich der Main-Echo-Verlag in Aschaffenburg der Thematik. Das Unternehmen gibt eine Tageszeitung heraus. In einem sehr umfangreichen Artikel beschäftigt sich Norbert Mappes-Niediek eingehend mit dem Hitlerhaus und dessen wechselvoller Geschichte. Er zitiert auch mehrere Braunauer Stadtpolitiker, wie den SP-Abgeordneten Harry Buchmayr, dem laut Mappes-Niediek ein Museum mit Biografien aus der Zeit von 1920 bis 1938 vorschweben soll und der offenbar davon ausgeht, dass sich die Eigentümerin des Hitlerhauses nicht verschließen werde, wenn sich die Arbeitsgruppe einmal einig sein sollte.

Problematischste Immobilie

Auch der Innsbrucker Historiker Andreas Maislinger, der den Innviertlern als langjähriger wissenschaftlicher Leiter der Braunauer Zeitgeschichtetage ein Begriff ist, wird im deutschen Medium erwähnt. Man bezeichnet ihn als einen der wenigen Spezialisten in Fragen des Gedenkens in Österreich und berichtet über das „Haus der Verantwortung“, das Maislinger schon vor langem vorgeschlagen hat. Zivildienstleistende aus Österreich und junge Freiwillige aus anderen Ländern der EU sollten offenbar gemeinsam im Objekt leben und sich intensiv mit der Vergangenheit auseinandersetzen.

Das Braunauer Hitlerhaus wird im Bericht als Österreichs problematischste Immobilie bezeichnet. Wörtlich heißt es: „Beste Lage und dennoch steht es leer.“

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