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Banken nehmen Mühlviertler Vorzeigefirma Kreisel an die Kandare

Bei Kreisel will man nicht von Problemen reden – "es könnte nicht besser laufen"

Banken nehmen Mühlviertler Vorzeigefirma Kreisel an die Kandare

Das Brüdertrio Markus, Johann und Philipp Kreisel mit Arnold Schwarzeneggers Hummer Bild: VOLKER WEIHBOLD

In Kitzbühel war nicht nur der prominente Onkel Arnold gekommen, als Hollywood-Anwalt Patrick Knapp-Schwarzenegger (Klienten von Jason Statham bis Nicolas Cage) seine Tequila-Marke mit großem Pomp präsentierte. Auch andere Promis gaben einander die Klinke und die Schnapsgläser in die Hand. Bei einem anderen Engagement, das vor kaum zwei Jahren ebenfalls recht groß präsentiert worden ist, ist die Stimmung dagegen weniger gut.

Beim Mühlviertler Vorzeigeprojekt und Batterienspezialisten für Elektroautos, Kreisel Electric in Rainbach, gibt es doch einige Bremsspuren. Weder sei es gelungen, die unbestreitbaren Entwicklungserfolge auf dem Markt umzusetzen, noch hätten Bemühungen zur internationalen Vernetzung über Knapp-Schwarzenegger und andere Partner bisher die erwünschten Erfolge gezeitigt. Knapp-Schwarzenegger wurde, wie berichtet, sogar 15-Prozent-Teilhaber für die Zusage, in den USA beim Vertrieb der Kreisel-Innovationen mitzuhelfen. Auch die angekündigte Heimspeicher-Lösung der Kreisels harrt einer Markteinführung.

Das hat zur Folge, dass die finanzierenden Banken jetzt genauer und mit präziseren Vorgaben in der operativen Führung mitreden. "Es ist keine Krise, aber es bedarf einer engeren Führung", sagt ein involvierter Banker.

Banken nehmen Mühlviertler Vorzeigefirma Kreisel an die Kandare


Teilhaber Patrick Knapp-Schwarzenegger (Foto: Schwarzl)

 

Markus Kreisel, der Vertriebsmann aus dem Brüder-Trio, stellt das naturgemäß etwas anders dar. Bei einigen Projekten habe Knapp-Schwarzenegger geholfen. Das Verhältnis zu den Banken sei "ganz normal". "Wir haben regelmäßig Kontakt, dazu gehören monatliche Besprechungen." Anders als kolportiert, gebe es keine Gespräche über eine Beteiligung von Banken oder Finanzpartnern. Was Kreisel bestätigt, ist, dass es einen sogenannten Datenraum gibt. Üblicherweise dient dieser dazu, Interessenten zu ermöglichen, ein zum Verkauf stehendes Unternehmen genau zu prüfen. "In unserem Fall geht es darum, technische Machbarkeiten zu prüfen, Testergebnisse darzustellen. Wer in Lizenz unsere Batterien herstellt, muss die Technologie genau kennen." In diesem Prozess sei es natürlich, dass dies auch zu Anfragen um Anteile am Unternehmen führe, so Kreisel. "Wir sind stolz, dass wir so interessant sind. Minderheitsbeteiligungen schließe ich auch nicht aus. Aber wir wollen unabhängig bleiben."

Operativ sieht Markus Kreisel das Unternehmen voll im Plan. "Wir werden nie der große Batterienhersteller, wir sehen uns als Nischenlieferant." 100 Spezialtransporter für innerstädtische Verkehre wurden ausgestattet. Ab Frühling sollen 30 Busse für London elektrifiziert werden. "Diesen Renommierauftrag wollten viele haben, wir haben ihn bekommen. Es könnte nicht besser laufen."

2018 sei es gelungen, die Betriebsleistung gegenüber dem Jahr zuvor um "30 bis 40 Prozent" zu steigern, obwohl viel Kraft in Eigenentwicklungen gesteckt worden sei, sagt Kreisel.

Dass es das Speichermodul für Haushalte nicht gibt, liegt laut Kreisel am Markt – der sei noch nicht reif dafür.

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Artikel 05. Februar 2019 - 00:04 Uhr
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