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Drei ist ab jetzt auch Festnetzanbieter

WIEN. Internet-Kunden können zwischen mobilem und einem Festnetz-Anschluss wählen.

Für die Zukunft strebt Drei-Chef Jan Trionow die Marke von einer Milliarde Euro Umsatz an.  Bild: Drei

Ende 2017 hat der Mobilfunker "Drei" (Hutchison Drei Austria) den Festnetzanbieter Tele2 um knapp 100 Millionen Euro übernommen, rechtlich sind sie seit April ein Unternehmen und seit heute (Montag) treten sie auch auf dem Markt als einheitliche Marke auf. "Für die Integration der technischen Systeme werden wir noch einige Monate länger brauchen", sagte Drei-Chef Jan Trionow am Montag in Wien. 

Ab sofort bietet Drei unter eigener Marke auch Festnetz-Dienste an. Die Marke Tele2 verschwindet vom Markt und wird durch einen neuen Markenauftritt von Drei ersetzt - ein neues, schlichteres Logo in Hellblau löst die bisherige bunte Ziffer "3" ab. Gleichzeitig wurde eine neue Werbekampagne gestartet, deren Kosten man aber nicht verraten will. Für bisherige Tele2-Kunden, insbesondere auch für die Großkunden, ändere sich vertragsseitig nichts, betonte Trionow.

Neben Mobiltelefonie und mobilem Internet, Fernsehen und Business-Lösungen bietet Drei nun auch Festnetz-Internet an. Beim Tarif wird nicht zwischen mobilem und Festnetz-Internet unterschieden, allerdings müssen sich die Kunden zwischen einer der beiden Technologien entscheiden, ein Hybrid-Angebot gibt es vorerst noch nicht. Wer bei Drei einen Handy- und einen Internet-Vertrag hat, bezahlt die Servicepauschale zweimal.

Im ersten Halbjahr 2018 hat Drei mit 3,81 Millionen Mobilfunk-, Festnetz- und Internet-Kunden und rund 1500 Mitarbeitern einen Umsatz von 427 Millionen Euro erzielt. Einen Personalabbau habe es im Zuge der Tele2-Übernahme nicht gegeben, betonte der Drei-Chef. "Wir streben über vier Millionen Kunden an und einen Umsatz von mehr als einer Milliarde", sagte Trionow. 2017 hatte Drei 812 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. "Wir haben eine EBITDA-Marge von 45 Prozent und sind damit mit Abstand der profitabelste Anbieter in Österreich." Die Investitionen beliefen sich im vergangenen Jahr auf 115 Millionen Euro und man werde weiter kräftig investieren.

"Zum Thema Frequenzauktion erwarten wir in den nächsten Tagen, dass das finale Auktionsdesign veröffentlicht wird", sagte Trionow. Man habe ein relativ gutes Gefühl, dass die Auktion "recht vernünftig verlaufen könnte". Für die Novelle zum Telekommunikationsgesetz (TKG) hätte man sich gewünscht, das Vorgaben für Frequenzauktionen hineingeschrieben werden, die "Exzesse" wie bei der Auktion im Jahr 2013 vermeiden, als der Branche zwei Milliarden Euro entzogen worden seien.

Hutchison Drei Austria GmbH ist eine 100-Prozent-Tochter von CK Hutchison Holdings Limited (Hongkong).

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Artikel nachrichten.at/apa 10. September 2018 - 13:00 Uhr
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