Lade Inhalte...

Aktuelle Meldungen

Vergiftet? Palästina fordert Exhumierung Arafats

Von nachrichten.at/apa   04. Juli 2012 12:12 Uhr

Yasser Arafat
Yasser Arafat im Jahr 2002

DOHA/LAUSANNE. Yassir Arafat ist womöglich mit Polonium vergiftet worden. Bei der Untersuchung von Kleidungsstücken des ehemaligen Palästinenserpräsidenten wurden erhöhte Werte des radioaktiven Polonium-210 gefunden.

Den Bericht veröffentlichte der arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera, der die Untersuchung der von Arafat vor dem Tod getragenen Kleidungstücke bei einem Labor in der Schweiz in Auftrag gab.

Die palästinensische Führung verlangt nun eine internationale Untersuchung der Todesumstände des ehemaligen Präsidenten und Chefs der Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) Yassir Arafat, der am 11. November 2004 in der französischen Stadt Clamart gestorben war.  

„Ein internationales Gremium müsse untersuchen, wer für Arafats Tod verantwortlich sei“, fordert  der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat forderte am Mittwoch. Inszwischen hat sich Arafats Witwe Suha at-Tawil in einem TV-Gespräch für eine Exhumierung ausgesprochen.

Die Ergebnisse aus der Schweiz

Die Untersuchung geleitet hat das auf Strahlenschutz und medizinische Anwendungen spezialisierte "Institut de radiophysique" in Lausanne, wo schließlich erhöhte Werte des radioaktiven Stoffes Polonium-210 festgestellt wurden. Arafats Witwe at-Tawil sagte, dass es darum gehe, ein Verbrechen aufzuklären, und deshalb die Störung der Totenruhe, die im Islam verboten ist, wahrscheinlich gerechtfertigt ist. Sie hoffe auf eine entsprechende Fatwa (islamisches Rechtsgutachten). Die Witwe bezeichnete Berichte als falsch, wonach sie eine Autopsie nach dem Tod ihres Mannes abgelehnt habe. Die Ärzte hätten dies damals schlichtweg nicht in Erwägung gezogen, so at-Tawil.

Arafat war lange krank, bevor er im Alter von 75 Jahren im Militärkrankenhaus von Clamart gestorben ist. Schon damals hatte es Spekulationen über eine mögliche Vergiftung oder eine Aids-Erkrankung des Friedensnobelpreisträgers gegeben. Die Todesursache blieb letztlich unklar. In dem Al-Jazeera-Bericht hieß es nun, bei Polonium-210 seien die Symptome für normale Ärzte schwer zu deuten. Eine mögliche radioaktive Belastung sei damals nicht in Erwägung gezogen worden.
 

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

0  Kommentare expand_more 0  Kommentare expand_less