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Der ewige Rebell Josef Buchner tritt ab: „Ich bereue nichts“

STEYREGG. Er liebt den großen Auftritt und inszenierte einen solchen am Freitag, an seinem 70. Geburtstag zum letzten Mal: Mit Sekt, Brötchen und starken Sprüchen kündigte der Steyregger Bürgermeister Josef Buchner (SBU) seinen Rücktritt aus der Politik an.

Josef Buchner

Wird mit dem Alter nicht stiller: Josef Buchner Bild: Weihbold

„Es geht mir super, ich bin topfit und freue mich auf das Leben danach“, sagt Josef Buchner. Bestens gelaunt ist er heute, und das nicht nur, weil er Geburtstag hat. Der deutlich jünger wirkende 70-Jährige hat auch eine Riesenfreude damit, dass ihm die Überraschung geglückt ist. Keiner der anwesenden Journalisten hatte damit gerechnet, dass der streitbare Kommunalpolitiker heute seinen Abgang von der politischen Bühne verkünden wird. Vielmehr wurde erwartet, dass der zweifache Vater und siebenfache Großvater wieder einmal zu einem Rundumschlag gegen die Landespolitik ausholen wird. Und das hat er auch getan, wenn auch nur am Rande.

„Kein anderes Bundesland hat so viele Abgangsgemeinden wie Oberösterreich“, sagt Buchner. Die Landespolitiker würden „Fehlentscheidungen“ wie den Gratiskindergarten treffen und die Gemeinden gnadenlos knechten und ausbluten. Nicht zuletzt deshalb hat das streitbare Urgestein im Herbst des Vorjahres die Plattform der Bürgermeister-Rebellen mitbegründet und einen Aufstand gegen das Land angezettelt.

Und auch wenn jetzt, nach seinem angekündigten Rücktritt als Bürgermeister (dies soll am 15. März im Steyregger Gemeinderat besiegelt werden) „einige im Landhaus vor Freude ein Flascherl köpfen werden“, bleibe er der Plattform erhalten: „Als Konsulent, der mit Rat und Tat zur Seite steht“, sagt Buchner, und grinst breit. Ganz kann er es doch nicht lassen.

Als größten politischen Erfolg nimmt Buchner die Sanierung der Linzer Luft Anfang der Achtzigerjahre für sich in Anspruch. „Das hefte ich mir auf meine Fahnen.“ Immerhin war er es, der 1979 die Steyregger „Bürgerliste für Umweltschutz“ gegründet hat, die als erste organisierte Bewegung gegen die damalige Luftverschmutzung durch die Linzer Großindustrie auftrat. Deswegen ist er damals auch aus der SPÖ geflogen. Das Umweltengagement machte ihn auch zum Gründungsmitglied der Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ), für die er vier Jahre im Nationalrat saß. Als die VGÖ Jahre später gegen die ebenfalls grüne Alternative Liste (AL) kandidierten, wurde Buchner aus dem Grünen Klub ausgeschlossen.

„Auch wenn ich vielleicht manche Fehler gemacht habe – ich bereue nichts“, sagt er und beginnt von seinem künftigen Pensionistenleben zu schwärmen. Vor seinem Haus werde er Pflastersteine legen, mit der neuen, weißen 300-Kubik-Vespa durch das Land brausen, und mit seiner Gattin so manche Städtereise unternehmen. „Es gibt so viel zu tun, fad wird mir sicher nicht.“ Und auch das Geschick „seiner“ Gemeinde Steyregg liege in guten Händen. „Mit Hans Würzburger habe ich den perfekten Nachfolger aufgebaut.“

 

Stationen einer bewegten Karriere

Nach sieben Jahren als Dreher in der Voest wird Buchner 1966 Buchhalter am Gemeindeamt Steyregg. 1979 gründet er die Steyregger „Bürgerliste für den Umweltschutz“ und tritt massiv gegen die Luftverschmutzung durch die Linzer Großindustrie auf. Deshalb fliegt er aus der SPÖ, deren Mitglied er seit seinem 16. Lebensjahr war. Mitte der 80er Jahre begründet Buchner die Vereinten Grünen Österreichs mit, für die er auch vier Jahre im Nationalrat sitzt. Als die VGÖ gegen die ebenfalls grüne Alternative Liste (AL) kandidieren, wird Buchner aus dem Grünen Klub ausgeschlossen. 1997 wird er erster direkt gewählter Bürgerlisten-Bürgermeister in OÖ, 2011 initiiert er die Plattform der Bürgermeister-Rebellen.

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Artikel Anneliese Edlinger 03. März 2012 - 00:04 Uhr
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