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Anleitung zur Rollstuhlsicherheit

Beginnen wir mit einer Begriffserklärung. Ein Gebäude, das hochwassersicher ist, ist sicher vor Hochwasser, eines, das einbruchsicher ist, sicher vor Einbrechern.

Anleitung zur Rollstuhlsicherheit

Christoph Etzlstorfer Bild: OON

Rollstuhlsicherheit bedeutet, das Gebäude ist sicher vor Rollstuhlfahrern. Das Gebäude kann ein Einfamilienhaus sein, ein Lokal, ein Geschäft, ein Kino oder ähnliches mehr.

Sehr wenig rollstuhlsicher ist ein Lokal, das sowohl selber als auch dessen Toilette stufenlos erreichbar ist. Eine kleine Stufe beim Eingang erhöht die Rollstuhlsicherheit geringfügig, zwei Stufen erhöhen sie stark. Die Toilette im Keller ohne Lift hilft, aber es bleibt unsicher. Ein guter Trick ist, die Rollstuhltoilette in einem anderen Teil des Gebäudes als die übrigen Toiletten zu platzieren. Kopfsteinpflaster vor dem Lokal sind ein erster Schritt Richtung Rollstuhlsicherheit, genauso eine steile Rampe beim Eingang.

Fitte Rollstuhlfahrer kommen zwar auch bei sehr steilen Rampen hinauf. Wenn allerdings auf der Rampe Schnee liegt, es nass ist oder sie eine große Tasche auf den Beinen haben, dann stoßen auch die Sportlichen an ihre Grenzen. Eine schwere Tür, eine kleine Schwelle sowie ein tiefer Teppich als Schmutzfänger vor der Tür sind alleine kaum ein Problem, in Kombination aber ein gutes Hindernis.

Sollte ihr Lokal barrierefrei erreichbar sein, dann gibt es einfache Maßnahmen, um langfristig die Rollstuhlsicherheit zu erhöhen. Stellen Sie den Wagen mit den Putzmitteln und Besen oder den Staubsauger in die Rollstuhltoilette. Markieren Sie Plätze für Rollstuhlfahrer aus Sicherheitsgründen ganz hinten im Lokal. Schließlich könnten im Brandfalle andere Menschen über Rollstuhlfahrer stolpern. Das lässt sich wunderbar als Anordnung der Feuerpolizei erklären, auch wenn es diese Bestimmungen tatsächlich gar nicht gibt. Gelegentlich werden vor Geschäften mit Stufen Türglocken angebracht, damit Rollstuhlfahrer sich bemerkbar machen können. Haben Sie das, so lassen Sie zehn Minuten verstreichen, bevor Sie reagieren. In der Zeit vollzieht sich draußen die Wandlung vom Kunden zum Bittsteller.

Sollten Sie einen großen Parkplatz vor Ihrem Geschäft haben, so muss der im Winter von Schnee befreit werden. Deponieren Sie die Schneemassen auf dem Rollstuhlparkplatz! Der ist größer als der für andere Pkw, da hat mehr Schnee Platz. Sie sind zwar nicht der erste mit diesem Trick, aber er funktioniert zuverlässig.

Jetzt habe ich Ihnen eine ganze Reihe von Maßnahmen vorgestellt, mit denen Sie Ihr Lokal oder das ganze Gebäude rollstuhlsicher machen können. Sollten Sie aber am Gegenteil interessiert sein, nämlich an Barrierefreiheit, so kennen Sie nun einige Fallstricke, die vermeidbar sind.

Dr. Christoph Etzlstorfer ist erfolgreicher Behindertensportler, ehemaliger Sportler des Jahres und schreibt regelmäßig für die OÖN.

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Artikel Christoph Etzlstorfer 01. März 2013 - 00:04 Uhr
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