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Mode-Blog: Antwort eines Street-Artist auf Kampagnen-Skandal

Man ist ja bereits gewohnt, dass zwischen den Haupt-Saisonen der Modeindustrie gerne die ein oder andere Nachricht etwas ausgeprägter diskutiert wird, als das in intensiven Verkaufsphasen passieren würde.

Bild: buzzfeed

Zum Thema werden dann erneut die „Mager-Models“, Kinder als Werbeträger diverser Luxusmarken oder der exzessive Photoshop-Gebrauch bei Print-Kampagnen. Meist liegen den hitzigen Debatten ernsthafte und wertvolle Themen zugrunde, die tatsächlich öffentlich behandelt werden sollten. Bei aller Liebe zur Ästhetik und dem wandelbaren Schönheitsideal sollte die Gesundheit aller Mitwirkenden nicht gefährdet sein und keine unmöglichen Wunschbilder beim Verbraucher entstehen.

AKTUELL: H&Ms BIKINI-KAMPAGNE

Vor einigen Tagen wurde nun H&M beschuldigt, mit der aktuellen Bikini-Kampagne ein bisschen übers Ziel hinaus geschossen zu sein - zu viele getrickste Effekte, zu dunkel retuschierte Haut und zu wenig Kilos auf den Rippen der brasilianischen Schönheit Isabeli Fontana. Das Ausmaß der Bildmanipulation scheint von Jahr zu Jahr fantastischere Dimensionen anzunehmen. Die Kritik an der Mogelei der Branche wird immer stärker. Das erste Gesetz weltweit, das unnatürliche und übertriebene Veränderungen der Models am Computer verbieten soll wurde Anfang des Jahres in Israel verabschiedet. Auch einige Politiker Österreichs nehmen sich nun dieser „legalen Betrügerei“ an, und möchten in Zukunft den Umgang damit regeln.

Im Fall „Bikinis von H&M“ war allerdings die überdurchschnittlich gebräunte Haut des Models Stein des Anstoßes. In dieser Kontroverse ist weniger wichtig, wie die Brasilianerin zu ihrem dunklen Teint kam (Bronzespray, Solarium oder Photoshop), vielmehr das Ideal, das die Bilder vermitteln, wurde kritisiert. Der Konsument könnte angehalten sein, auch nach absurd gebräunter Haut zu streben, was krebserregend und gefährlich werden kann. Der schwedische Konzern hat sich auf mehrere Anklagen hin öffentlich für den trügerischen Schein seiner Kampagne entschuldigt.

Aufmerksam wurde ich erst durch diesen öffentlichen Diskurs. Mir persönlich wäre die Über-Bearbeitung der Bildstrecke nicht im Besonderen aufgefallen. Vermutlich bin ich als Verbraucher und Empfänger unzähliger perfekt inszenierter Werbung regelrecht abgestumpft. Die Einschätzung und differenzierte Betrachtung dessen fällt zunehmend schwer.

STREET ART in HAMBURG

Intensiver beschäftigte sich mit dieser Thematik ein Hamburger Künstler. Ihn hat die digitale Aufhübschung unserer Generation zu einem kleinen, recht feinen Projekt inspiriert. Er druckt die Werkzeugpalette von Photoshop in Übergröße und bringt die Poster auf genau diesen stark kritisierten Werbetafeln an. Die Bilder der Street-Art gehen online seit etwa fünf Tagen um die ganze Welt. Die künstlerische Auseinandersetzung mit umstrittenen Themen ist in meinen Augen häufig die gelungenste Möglichkeit, wach zu rütteln. Die Bilder der Street-Art sind in der Galerie zu sehen.

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Artikel Claudia Oberaigner 23. Mai 2012 - 16:02 Uhr
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