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Bruckners Genieblitz und Wagners Tod

Die Brucknertage St. Florian von 11. bis 19 August widmen sich der siebten Sinfonie des Genius Loci. Mit diesem Werk wurde Bruckner schlagartig weltweit berühmt.

Bruckners Genieblitz und Wagners Tod

Das Altomonte-Orchester unter Rémy Ballot spielt am 17. August Bruckners Siebte in der Stiftsbasilika St. Florian. Bild: Winkler

"Einmal kam ich nach Hause und war ganz traurig. Ich dachte mir, lange kann der Meister nicht mehr leben. Dabei fiel mir das Cis-Moll-Adagio ein."

 

Also sprach Anton Bruckner über seinen epochalen Geistesblitz im Jänner das Jahres 1883. Mit der Todesahnung des von ihm so bewunderten Musikgenies Richard Wagner sollte Bruckner recht behalten. Wenige Wochen später starb Wagner. Für Anton Bruckner wurde die siebte Sinfonie – mit dem berühmten Adagio – zur Sternstunde. Er erlangte schlagartig Weltruhm.

Diesem großen Werk, in der Hauptsache in St. Florian komponiert, widmen sich die heurigen Brucknertage von 11. bis 19. August im Stiftsort. Matthias Giesen, gemeinsam mit Klaus Laczika künstlerischer Leiter des längst international bekannten Festivals, freut sich: "Diese Sinfonie mit seiner sagenumwobenen Todesahnung ist ein großer Ansatzpunkt für viele Brucknerfans. Die Sinfonie birgt ewige Sehnsucht in sich. Das zieht auch Menschen hinein, die ansonsten weniger mit klassischer Musik zu tun haben."

Eröffnet werden die Brucknertage am 11. August mit dem Kindertheater "Anton, auf der Spur nach der Sieben!" nach einer Idee von Victoria Wall. Höhepunkt ist das Sinfoniekonzert am 17. August in der Stiftsbasilika, wo das Altomonte-Orchester unter Rémy Ballot Bruckners siebte Sinfonie geben wird. Das Festivalorchester ist ein bunter Mix aus lokalen Musikern, Künstlern der BBC-Orchester Dublin und London, des Brucknerorchesters oder auch des RSO Wien. Matthias Giesen bescheidet dem Orchester einen "samtenen sommerlichen Klang, bei dem die Bläser einen unglaublichen Sound konstruieren". Für die bei Gramola eingespielten Brucknertage-Sinfonien gab es bereits internationale Preise. Weitere Höhepunkte sind ein Liederabend mit der Sopranistin Regina Riel – sie singt Lieder aus der Zeit Bruckners – am 13. August und die internationale Orgelnacht (14. August).

2019 wird Bruckner auch getanzt

Damit, dass heuer auch das Linzer Brucknerfest (4. September bis 18. Oktober) die Musik des Genius Loci für sich entdeckt hat, hat Giesen kein Problem: "Es kann nie zu viel Bruckner sein. Wir haben ohnehin so viel Exklusives von Bruckner in St. Florian. Künftig werden wir uns absprechen müssen."

2019 wird Bruckners Zweite ins Zentrum der Brucknertage rücken. Dabei will man dessen Musik mit Tanz konfrontieren.

 

Programmauszug:

Eröffnungskonzert
„Britten – Brubeck – Bruckner“
12.8., 19.30 Uhr, Marmorsaal Stift St. Florian

Musica Sacra
13.8., 19.30 Uhr, Stiftsbasilika

IV. Internationale Orgelnacht
14.8., 19.30 Uhr, Stiftsbasilika

Liederabend mit Regina Riel
15.8., 19.30 Uhr, Sala terrena

Bruckner auf zwei Klavieren
16.8., 19.30 Uhr, Sala terrena

Symposion „Bruckner Dimensionen“ 
17.8. Altomonte-Saal

Sinfoniekonzert Bruckner VII.
Altomonte-Orchester unter Rémy Ballot
17.8., 19.30 Uhr, Stiftsbasilika

Bruckner-Frühschoppen
19.8., 10 Uhr, GH Wimhofer

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Artikel Helmut Atteneder 10. August 2018 - 00:04 Uhr
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