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Wohnen

Fertighausmarkt in der Zwickmühle

21. August 2021 00:04 Uhr

Fertighausmarkt in der Zwickmühle
Der Fertighausproduzent Wimberger betreut heuer rund 650 Projekte.

Lockdowns, Homeoffice und Co: Die Pandemie befeuerte die Nachfrage nach Wohnraum. Produzenten stecken aber in der Kostenfalle wegen der Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent.

Die Pandemie hat die Nachfrage nach Wohnraum weiter befeuert. Die Auftragszahlen steigen stetig, die Fertighausbranche tut sich aber zusehends schwer, sie zu bedienen: Die vollen Bücher sind überwiegend mit Aufträgen zu Fixpreisen und mit klaren Zeitschienen gefüllt, die nicht selten nur schwer eingehalten werden können.

Die Anforderungen an die Wohnflächen haben sich verändert: "Gefragt ist mehr Raum, ein Extrazimmer für das Büro und natürlich Garten, Balkon oder Terrasse", sagt Daniel Knuchel vom Wiener Beratungs- und Investmentunternehmen Advicum Consulting. Vorlaufzeiten von ein- bis eineinhalb Jahren seien an der Tagesordnung, falls man als Kunde überhaupt noch akzeptiert werde.

Bis zu 40 Prozent teurer

Gleichzeitig kämpft die Branche laut Advicum mit Preissteigerungen von 30 bis 40 Prozent, manche Baustoffe sind kaum noch zu beziehen. Das bestätigt auch Christian Wimberger, Geschäftsführer des gleichnamigen Fertighausherstellers mit der Zentrale in Lasberg, im OÖN-Gespräch: "Die Nachfrage ist sehr gut. Wir kämpfen aber mit Materialengpässen. Die Logistik funktioniert nicht so, wie wir es gewohnt sind." Ziegel beispielsweise müsse man derzeit nicht wie üblich vier Tage im Vorhinein bestellen, sondern bis zu zwei Monate.

Nach rund 600 Projekten im Vorjahr betreut Wimberger heuer an die 650. Der Umsatz soll von etwa 125 auf knapp 140 Millionen Euro steigen. Das Unternehmen zählt in der Gruppe rund 750 Beschäftigte. Trotz Corona sei man ohne Kurzarbeit oder Kündigungen ausgekommen, so der Firmenchef. Einzig Verwaltungspersonal habe sich vorübergehend im Homeoffice befunden.

Die Umsätze der österreichischen Fertighausproduzenten stiegen im vergangenen Jahr nach Angaben von Advicum um sechs Prozent auf insgesamt 810 Millionen Euro. Sie verkauften demnach mehr als 4000 Objekte, der Anteil von Fertighäusern am gesamten Bauvolumen erhöhte sich um drei Prozent.

Angesichts der angespannten Situation warnen die Berater davor, dass "das eine oder andere Unternehmen vor vollen Töpfen verhungern könnte". (tob)

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