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Radserie

Wintertraining mit Spaß

Von Peter Affenzeller   23. November 2019 00:04 Uhr

Wintertraining mit Spaß

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Bessere Ergometer und digitale Spielereien vertreiben Langeweile.

Der neue Radsport-Landestrainer Valentin Zeller demonstrierte den OÖNachrichten mit seiner Nachwuchs-Gruppe im Olympiazentrum auf der Gugl eine Auswahl von Trainingsgeräten, wie sie auch die Profis verwenden und man sie in Fitnessstudios findet. "Früher war ja Ergometerfahren extrem fad", sagt Zeller. Heute sei das komplett anders. Die App-Welt hat auch das Radtraining radikal verändert und schafft neue Motivation. Über Bluetooth-Schnittstellen können die meisten Trainingsgeräte schon mit dem Smartphone verbunden werden und ermöglichen so "virtuelle Rennen" gegen computergenerierte Gegner oder Fahrten auf legendären Strecken der Radsport-Welt anhand der GPX-Daten. "Gestern bin ich das Stilfser Joch gefahren, das ist ganz schön zach", sagt Zeller – gefahren ist er freilich in Linz auf der Gugl, aber die App regelt Widerstand und Dauer anhand der Daten, die ein Leistungssensor an der Tretkurbel liefert. "Wir haben derzeit so eine Dichte an Spitzenfahrern in Oberösterreich mit Zoidl, Gogl, Großschartner, Pöstlberger und Mühlberger, der früher ja auch hier zum Radsport gekommen ist, – da muss man einfach im Nachwuchsbereich etwas daraus machen", geht Zeller ambitioniert an seine neue Funktion heran. Beim Ergo Race etwa würden jährlich um die 4000 Kinder landesweit an den Schulen einem kurzen, spielerischen Talenttest unterzogen. "Jetzt geht’s darum, dass man die lokalen Vereine einbindet und sie die besten Teilnehmer zum Training einladen", so Zeller. Im Straßenrennsport könnten sich junge Talente eine Existenz aufbauen.

Ein neues Hoffnungsgebiet sieht Zeller in den E-Bikern: "Das ist eine ungeheuer breite Bewegung, die muss man einbinden und für den Radsport begeistern, dann wird er auch für die Sponsoren noch attraktiver", sagt Zeller, der auf mehr Zuschauer bei den Profi-Rennen im Land hofft.

Trainingsvariante 1: Rennrad und Rollentrainer

Mit fix eingespannter Hinterachse in zwei Varianten: Entweder läuft das Hinterrad des Rennrads auf der besagten Walze mit einem angeschlossenen Bremssystem, oder man baut das Hinterrad gleich ganz aus und hängt Rahmen und Schaltwerk direkt an den Rollentrainer. Entscheidend ist letztlich die perfekte Sitzposition am eigenen, gewohnten Rad mit allen technischen Möglichkeiten: Per App gesteuert, lassen sich auch auf der Walze alle Trainings oder Strecken simulieren. Sensoren erfassen Trittfrequenz und Leistung und regeln den Bremswiderstand. Geschaltet wird ganz normal am Rad. Fabian Steininger, 19, aus Grieskirchen radelte für den OÖN-Test.

Trainingsvariante 2: Freie Walze

Das mit Abstand billigste Trainingsgerät, aber heute nicht mehr als eine lustige Abwechslung im Winter oder eine einfache Lösung für die Profis zum Einfahren vor einem Rennen. Das Hinterrad treibt zwei Walzen an und eine davon überträgt die Rotation über eine Art Keilriemen zur Walze unter dem Vorderrad. Das Rad steht völlig frei, Auf- und Absteigen ist ziemlich knifflig und auch während der Fahrt muss man ständig sehr aufmerksam das Gleichgewicht halten. Sonst „kann“ die freie Walze gar nichts, elektronische Helferlein gibt es keine, abgesehen von der Ausstattung, die man auch sonst am Rennrad nutzt. Viele Sportler verwenden zusätzlich eigene Silikonreifen zur Geräuschdämpfung. Laura Schöttl, 18, aus Walding zeigt, wie’s geht.

Trainingsvariante 3: Ergometer

Der Klassiker unter den Indoor-Trainingsgeräten, heute praktisch immer mit Magnetbremssystem ausgestattet, bietet vielfältige Möglichkeiten der Anpassung von Sitz- und Lenkerposition, damit die Stellung dem gewohnten Rennrad oder auch Mountainbike möglichst nahe kommt. Moderne Ergometer spielen elektronisch alle Stückerl und ermöglichen über den Leistungssensor ein Nachfahren bekannter Strecken oder auch das Abspulen eines Programms, das der Trainer für den Athleten geschrieben hat. Mit elektrischer Schaltung kommt der Ergometer dem Fahrgefühl auf dem Rennrad schon sehr nahe.
Luca Werani, 17, aus Altenberg spielte für uns den Testfahrer.

Trainingsvariante 4: Spinning-Bike

Weniger Elektronik und ein starrer Antrieb ohne Freilauf kennzeichnen die Spinning-Räder, wie sie in den Studios gerne in Gruppen eingesetzt werden: Das Spinning unterstützt einen harmonischen, runden Tritt und eignet sich vor allem für abwechslungsreiches Training etwa mit Intervallen, auch mit Musikunterstützung. Zudem kann man gelegentlich im Stehen fahren und Übungen für Arme und Oberkörper ins Training integrieren. In den Fitnessstudios werden gerne eigene Spinning-Einheiten in größeren Gruppen abgehalten, das erhöht die Motivation. Für Hobbyradler eher speziell, im privaten Einsatz weniger verbreitet. Adrian Stieger, 16, aus Steyregg trat in die Pedale.

Zwift-Trainingspp

Trainings-App

Kombinierbar mit allen Trainingsgeräten, die einen Leistungssensor und eine Bluetooth-Schnittstelle haben. Zwift errechnet anhand der Nutzerdaten (Größe, Gewicht) ein ungeheuer echtes Fahrgefühl in virtuellen Umgebungen, man kann etwa durch London radeln oder eine Etappe der Tour de France nachfahren. Nähert man sich einem virtuellen Gegner, spürt man den Windschatten. Im System kann man sich Bonuspunkte verdienen, um Spielfigur und Rad zu personalisieren. „Damit vergeht die Zeit wie im Flug, das ist spannend“, ist Triathlet Matthias Hohlrieder, 25, aus Ternberg begeistert. Virtuelle Ausfahrten mit Freunden sind ebenso möglich wie Intervalltraining nach den Vorgaben des Trainers.

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