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Gesundheit

Vorsorge einmal anders: Von außen in den Darm schauen

Von Barbara Rohrhofer 23. Oktober 2019 00:04 Uhr

Vorsorge einmal anders: Von außen in den Darm schauen
So sieht ein MRT-Bild vom Darm aus, die Schlingen sind mit Wasser gefüllt.

Im Kompetenzcenter Gesundheit St. Stephan macht man Darmvorsorge mittels MRT.

4517Menschen erkrankten 2016 in Österreich an Darmkrebs, 2123 starben daran. Das wäre weitgehend vermeidbar: Die Darmspiegelung, eine mittlerweile völlig schmerzfreie Untersuchung, sollte für Frauen und Männer ab 50 der Pflichttermin zur Darmkrebsvorsorge sein, so lautet die Empfehlung der Österreichischen Krebshilfe.

Vorsorge einmal anders: Von außen in den Darm schauen
So sieht ein MRT-Bild vom Darm aus, die Schlingen sind mit Wasser gefüllt.

Schonende Alternative

Im Kompetenzcenter Gesundheit St. Stephan in Wels geht man beim Thema Darmkrebsvorsorge einen Schritt weiter. "Wir empfehlen, die erste Untersuchung schon ab dem 40. Lebensjahr zu machen, da wir immer wieder Patientinnen und Patienten sehen, bei denen die bösartigen Wucherungen im Darm schon Mitte 40 auftreten", sagen die Radiologen Andreas Artmann und Markus Ratzenböck vom Kompetenzcenter Gesundheit St. Stephan in Wels. Statt der klassischen Darmspiegelung, bei der ein flexibles Endoskop in den Darm eingeführt wird, schwört man hier auf die virtuelle Koloskopie mittels Magnetresonanz-Tomographie (MRT). Bei dieser Methode wird der Darm von außen her gescannt und dann dreidimensional bildlich dargestellt (siehe Foto). Von den Krankenkassen wird dies allerdings nicht bezahlt.

"Die virtuelle MR-Koloskopie liefert exzellente Bilder des Dickdarms und lässt kleine Polypen, die eine mögliche Vorstufe eines Darmkrebses sein können, bereits ab einer Größe von drei bis fünf Millimeter gut erkennen. Die Zeitspanne vom Auftreten erster Polypen bis zu einer möglichen bösartigen Entartung beträgt im Schnitt zehn Jahre", sagen die beiden Radiologen, die auch bei der Vorsorge von Prostata- und Brustkrebs auf die Magnetresonanz-Tomographie schwören. Die Vorteile seien vielfältig: Der Verzicht auf das Endoskop sei vor allem für jene Patienten zu empfehlen, bei denen herkömmliche Darmspiegelungen aufgrund von Engstellen, Knickbildungen oder besonders langem Dickdarm nicht komplett möglich sind. "Zudem werden auch die Umgebung, also andere Organe bildlich dargestellt – das alles ohne Strahlenbelastung, weil das MRT ja mit Magnetfeldern arbeitet", so die Experten aus Wels.

120 bis 150 cm langer Darm

Was man dem Patienten trotz schonender Methode nicht ersparen könne, sei das Abführen vor der Untersuchung. "Verwendet man moderne Abführmittel, genügt es für die virtuelle Koloskopie, zwei Mal einen Viertelliter einer Flüssigkeit zu trinken, die nach Mineralstoffbrause schmeckt, und natürlich reichlich Tee und Wasser", erklärt Andreas Artmann. Liefert die Untersuchung ein unauffälliges Ergebnis, müsse man erst in fünf Jahren den nächsten Check durchführen.

Wird allerdings ein verdächtiger Polyp entdeckt, so muss dieser mittels herkömmlicher Darmspiegelung, also mit Endoskop, zeitnah entfernt werden. Bei der herkömmlichen Darmkrebs-Vorsorge wird vor allem der Dickdarm untersucht, weil im Dünndarm äußerst selten Krebs entsteht. Der Dickdarm ist ungefähr 120 bis 150 Zentimeter lang.

Artikel von

Barbara Rohrhofer

Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit

Barbara Rohrhofer
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