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Gesundheit

Gesunde Ernährung braucht 7 Versuche

Von Barbara Rohrhofer 11. September 2019 07:33 Uhr

Ernährung

Ernährungswissenschafterin Beate Artes erklärt, warum gesundes Essen vor allem Erziehungssache ist.

Je ausgewogener Kinder essen, desto gesünder und fitter sind sie im späteren Leben. Doch wie bringt man die Kleinen dazu, Spinat, Brokkoli und Haferflocken zu lieben? Beate Artes aus Ottensheim ist Mutter von drei Kindern und Ernährungswissenschafterin. Die OÖNachrichten haben sie zum Interview gebeten.

OÖN: Wie bringt man Kindern am besten ein gesundes Essverhalten bei?

Beate Artes: Am allerwichtigsten ist die Vorbildwirkung. Was Mama und Papa essen, wird auch dem Nachwuchs schmecken.

Und wenn das mit dem gesunden Essen nicht gleich funktionieren will?

Dann sollte man nicht verzweifeln. Denn es gibt die sogenannte Neophobie, quasi eine Abneigung oder Angst vor etwas Neuem. Man muss Kindern Lebensmittel mindestens sieben Mal anbieten, bis sie den Geschmack als vertraut und angenehm empfinden. Wichtig ist es, nicht aufzugeben.

Gibt es beim Essen mit Kindern auch Rituale, die besonders wichtig sind?

In jeder Familie sollte mindestens eine Mahlzeit pro Tag gemeinsam eingenommen werden. Studien zeigen, dass dieses Ritual imstande ist, das Risiko für Suchtverhalten und Essstörungen zu reduzieren.

Gemeinsames Essen hält also gesund?

Ja, aber nur dann, wenn dabei keine Probleme besprochen werden. Klammern Sie beim gemeinsamen Frühstück, Mittag- oder Abendessen schwierige Themen aus.

Gibt es Essensvorlieben, die quasi angeboren sind?

Ja, die Vorliebe für Süßes liegt uns im Blut. Das haben wir alle. Genauso wie eine Abneigung gegen alles Bittere. Der Gusto auf Salziges wird beispielsweise gerade in Österreich schon sehr früh trainiert.

Ab welchem Alter kann man an die Vernunft eines Kindes appellieren? Also sagen: Wenn du viel Obst und Gemüse isst, wirst du lange gesund bleiben.

Richtig funktioniert das erst ab dem zehnten Geburtstag.

Die Schule hat ja gerade begonnen. Wie sieht ein gesundes Frühstück aus?

Wichtig ist es, dass Kinder in der Früh etwas essen. Das liefert den Gehirnzellen jene Energie, die sie brauchen, um gut zu funktionieren. Am besten eignet sich ein Vollkornbrot, das dünn mit Honig oder Marmelade bestrichen ist, oder ein zuckerarmes Müsli mit Haferflocken, Obst und Nüssen. Dazu sollte Wasser oder eine Tasse Tee getrunken werden.

Welche Jause sollte ich meinem Kind mitgeben?

Bitte keine Süßigkeiten. Das klassische Brot mit Käse und Schinken ist gut geeignet. Fast alle Kinder mögen geschnittene Gemüsesticks. Aber auch Nüsse sind eine richtig gute Idee.

Ist die tägliche Schulmilch notwendig?

Wenn’s dem Kind schmeckt, ist nichts dagegen zu sagen. Milch liefert Eiweiß und Kalzium. Wer keine Milch mag, kann Nüsse oder Käsebrot essen.

Eignen sich auch fertige Fruchtjoghurts als Jausensnack?

Eher nicht. Besser ist es, man nimmt ein Naturjoghurt und versüßt es mit Tiefkühlbeeren.

Soll man Butter aufs Jausenbrot geben?

Wenn’s schmeckt, warum nicht?

Welches Brot ist empfehlenswert?

Vollkornbrot, Dinkelbrot, Natursauerteigbrot. Wichtig ist die Abwechslung.

Vortrag "Gesunde Ernährung für Volksschüler", 16. Oktober, 19.30 Uhr in der Volksschule Grammastetten mit Ernährungswissenschafterin Beate Artes, Eintritt: acht Euro

Artikel von

Barbara Rohrhofer

Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit

Barbara Rohrhofer
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