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Fit und schlank in 8 Wochen

Im Urlaub in Bewegung bleiben

Von Claudia Riedler   20. Mai 2016 00:04 Uhr

Im Urlaub in Bewegung bleiben

Bewegung und Sport im Urlaub sind kein Problem – man muss aber beachten, dass in anderen Ländern andere Bedingungen für das Training herrschen. Auf Reisen lauern verschiedene Gefahren, auf die man sich einstellen sollte: von gleißender Sonne über Insekten bis hin zu gefährlichen Tierbissen.

Sporteln im Urlaub ist in. Und wer gerade begonnen hat, sich mit Bewegung fit und schlank zu trainieren, will auf Reisen nicht damit aufhören. "Es spricht nichts gegen das Training im Urlaub – auch in den Tropen ist das möglich. Man muss aber einige Dinge beachten", sagt der Linzer Tropen- und Reisemediziner Bernhard Haberfellner (ww.tropenarzt.at).

Er leitete bereits Expeditionen in den Anden und im Himalaya. Für die OÖN erklärt er die wesentlichen Gefahren, die auf Reisen lauern können:

 

Zu viel Sonne: Wer in südlichen Gefilden läuft, walkt, schwimmt oder radelt, muss unbedingt die Mittagssonne meiden – zwischen elf und 15 Uhr. Auch sonst sollte man eine Kopfbedeckung tragen und Sonnenschutzmittel verwenden. Zu bedenken ist, dass je 1000 Meter Höhe die UV-Belastung um 15 Prozent steigt. Auch an einem bewölkten Tag ist die UV-Strahlung zu 90 Prozent gegeben. Einen halben Meter unter Wasser beträgt sie immer noch 50 Prozent.

Überanstrengung: Beim Bergaufgehen, aber auch beim Joggen in der Ebene hilft die einfache Regel, dass man seine Geschwindigkeit von der Atmung abhängig macht. Als Richtwert kann man folgendes Atemmuster beachten: einen Schritt lang einatmen, zwei Schritte lang ausatmen. Wie viel Hitze der einzelne Sportler verträgt, ist individuell sehr unterschiedlich. Bei großer Kälte hilft ein Seidenschal vor dem Mund, damit die eingeatmete Luft nicht zu kalt ist.

Jetlag: Man kann seinen Sport wie gewohnt ausüben, allerdings muss man sich an die lokale Zeit anpassen. Der Jetlag verschwindet am schnellsten, wenn man sich viel im Freien bewegt und möglichst kohlehydratreiches Essen zu sich nimmt.

Zu wenig Flüssigkeit: Vier bis sechs Liter sollte man in den Tropen täglich trinken. Das gilt auch für Bergtouren in der Höhe. Wer weniger trinkt, bei dem ist das Risiko für Höhenkrankheit um 60 Prozent erhöht. Bei großer Kälte ist der Durst oft herabgesetzt, umso wichtiger ist es zu trinken.

Höhenkrankheit: Ab 2500 Meter Höhe kann jeder höhenkrank werden. Ob man dazu neigt, lässt sich vorher nicht feststellen. Symptome sind Kopfschmerzen und ein ungewöhnliches Verhalten. Es ist wichtig, viel zu trinken (alleine durchs Ausatmen verliert man 2 bis 3 Liter am Tag). Die Symptome sollte man ernst nehmen und schnell absteigen – bis unter jene Höhe, wo es einem zuletzt noch gut gegangen ist.

Insektenstiche: Parfüms, Lotions und Deos locken Mücken an, deshalb sollte man diese nicht verwenden, wenn man im Freien sportelt. Der Mückenschutz wird am besten zehn Minuten nach der Sonnencreme aufgetragen, die empfohlenen Wirkstoffe sind Deet und Icaridin (mindestens 30 Prozent Konzentration). Bio-Pestizide wie Zitronen-Eukalyptus-Öl sind für die Tropen ungeeignet. Auch die Kleidung sollte man mit Mückenschutz imprägnieren. Wer viel schwitzt, muss den Schutz immer wieder erneuern, zumindest aber nach vier Stunden.

Reisedurchfall: Bei Reisen in die Tropen sind 30 bis 70 Prozent davon betroffen. Zur Vermeidung gilt die Regel: Boil it, cook it, peel it or leave it! Also nur Gekochtes oder Geschältes essen. Vor dem Essen die Hände desinfizieren. Wasser sollte man nur aus versiegelten Flaschen trinken und auf Eiswürferl verzichten. Bei Erkrankung: viel trinken, am besten mit Elektrolyten angereichertes Wasser.

Giftige Tiere: Schlangen, Spinnen und auch Skorpione können auf der Laufstrecke lauern. Eine weitere Gefahrenquelle sind Behältnisse, die nicht einsehbar sind – und in die man hineingreift. Gegengifte lassen sich nur schwer transportieren und können deshalb nicht mitgenommen werden – außerdem sind die Nebenwirkungen dieser Medikamente sehr groß. Wichtig ist, Erste Hilfe zu leisen, den Gebissenen zu beruhigen, ihn aus der Gefahrenzone zu bringen und ihn "wie ein rohes Ei" zum Arzt zu transportieren. Das Gift aus der Wunde zu saugen (wie man es aus Filmen kennt), kann für den Ersthelfer fatal enden und ist nicht zu empfehlen. Allergiker sollten einen EpiPen mitführen. Tipps: Fassen Sie keine Tiere an und schütteln Sie die Schuhe vor dem Anziehen aus.

Tollwut: Jährlich sterben 50.000 Menschen weltweit an Tollwut, die Dunkelziffer ist weit höher. Sie wird über den Speichel vor allem von Hunden (aber auch Waschbären, Katzen etc.) übertragen. In Risiko-Gebieten ist deshalb – vor allem für Outdoor-Sportler – eine vorbeugende Impfung empfohlen. Sie ist gut verträglich und sehr wirksam.

 

 

Reiseapotheke: Was in die Reiseapotheke des Einzelnen gehört, klärt man am besten beim Gespräch mit dem Arzt. Es hängt von der Art der Reise und vom Land ab.
Auf jeden Fall sollten Dauermedikamente, Schmerzmittel und Elektrolyte, die man bei Durchfall einnehmen muss, in die Reiseapotheke. Es muss einem auch bewusst sein, dass im Ausland oft Medikamentenfälschungen im Umlauf sind.

Tipp: Wichtige Arzneien auf Koffer und Handgepäck verteilen, falls ein Gepäckstück verloren geht.

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