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Gesundheit

Prostatakrebs: Kontrollieren statt operieren

Von Barbara Rohrhofer   14. November 2018 00:04 Uhr

Prostatakrebs: Kontrollieren statt operieren
Rund 5000 Österreicher erkranken pro Jahr an Prostatakrebs.

Die Behandlung von Prostatakrebs kann unangenehme Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz haben – bei Karzinomen mit niedrigem Risiko wird jetzt oftmals abgewartet und kontrolliert statt operiert.

Bei der Diagnose Prostatakrebs sind Patienten durchschnittlich 61 Jahre alt. Jährlich werden rund 5000 Männer in Österreich mit diesem Befund konfrontiert. Oft muss dann die Vorsteherdrüse entfernt werden – ein für die Patienten meist beschwerlicher Eingriff. "Doch nicht alle Betroffenen müssen sofort operiert werden. Wird dem Krebs bei den umfangreichen Untersuchungen ein niedriges Risiko bescheinigt, entscheiden wir uns oft gemeinsam mit dem Patienten, nicht sofort zu behandeln, sondern den Tumor zu überwachen", sagt Univ.-Prof. Steffen Krause, Vorstand der Klinik für Urologie und Andrologie am Kepler-Universitätsklinikum Linz.

Diese Form der aktiven Überwachung kommt für Patienten ohne Beschwerden infrage, die einen kleinen, auf die Prostata begrenzten Tumor haben und bei denen ein niedriges Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung besteht.

Betroffene bleiben in ständigem Kontakt mit ihrem Arzt und haben laufende Kontroll-Untersuchungen. Verschlechtert sich die Erkrankung, kann diese sofort behandelt werden. Soweit man bisher weiß, haben betroffene Männer keine Nachteile durch den Aufschub der Therapie, schreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum.

Der Vorteil der aktiven Krebsüberwachung: "Die operative Behandlung des Prostata-Krebses kann Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz haben", sagt Steffen Krause, Organisator der Fortbildungstagung der österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie, die am vergangenen Wochenende in Linz stattfand.

Hier wurde auch über die Zukunft der Prostatakrebs-Behandlung gesprochen. "Ein relativ neuer Ansatz ist die Fokaltherapie. Hier soll nur der Tumor an sich behandelt – und das umliegende Gewebe geschont werden. Das Risiko von Nebenwirkungen soll dadurch verkleinert werden", sagt Krause.

Ab 45 zur Vorsorge

Doch nicht nur die OP, auch die Hormontherapie, die bei Prostatakrebs häufig verordnet wird, macht vielen Männern zu schaffen. "Denn die künstliche Senkung des Sexualhormons Testosteron kann zahlreiche Nebenwirkungen haben – angefangen von Hitzewallungen, Gewichtszunahme bis hin zu einer Vergrößerung der Brustdrüse", erklärt Primar Krause. Andererseits sei die Hormontherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs eine große Chance, die Überlebenszeit zu erhöhen. "Bei mir war vorher gerade ein 98-jähriger Patient mit vielen Metastasen. Er kann dank Hormontherapie noch ein gutes Leben führen."

Jeder Mann ab 45 Jahren sollte regelmäßig zur Prostatakrebs-Vorsorge gehen. Wenn bereits eine männliche Person aus dem engeren Familienkreis (Vater, Bruder oder Onkel) an Prostatakrebs erkrankt ist, sollte man schon früher – also bereits vor dem 40. Lebensjahr – an die Vorsorge denken, da in diesem Fall das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, um ein Vielfaches erhöht ist.

Die tatsächliche Ursache von Prostatakrebs ist trotz vieler Forschungen unklar. Es sind jedoch einige Risikofaktoren bekannt, die die Entstehung von Prostatakrebs fördern. Dazu werden das männliche Geschlechtshormon Testosteron, hohes Lebensalter, Umweltfaktoren, Vererbung sowie fettreiche Ernährung gezählt.

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