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Gesundheit

Mach dich selbst zum besten Freund

Von Barbara Rohrhofer   22. Juli 2015 00:04 Uhr

Mach dich selbst zum besten Freund
Wer sich selbst kennenlernen will, braucht Zeit, Muße und viel Ruhe – doch die Bekanntschaft zahlt sich aus!

Eigenliebe hat nichts mit Narzissmus zu tun, sondern mit gesundem Selbstbewusstsein.

"Die Kunst, mit sich selbst befreundet zu sein, setzt voraus, sich selbst näher zu kennen", sagt der Philosoph Clemens Sedmak, der an der Universität Salzburg und am Londoner King’s College unterrichtet. Eine gute Freundschaft zu sich selbst sei die Voraussetzung für ein gutes Leben, meint Sedmak, der diesem Thema sein aktuelles Buch gewidmet hat.

Wo sind Sehenswürdigkeiten?

Er empfiehlt in seinem Ratgeber, doch einmal eine "Gebrauchsanweisung für sich selbst" zu schreiben und dabei einen liebevollen Blick auf das eigene Leben zu richten. Das sei der Kern der Freundschaft mit sich selbst. "Wie jede andere Freundschaft will auch die Freundschaft mit sich selbst gepflegt werden: Dazu bedarf es geschützter Orte und Zeiten, kurz: Momente des Nachdenkens", schreibt Sedmak.

"Manche blicken auf ihr Leben durch die Brille von tabellarischen Lebensläufen; andere wieder sehen vor allem das, was fehlt, was nicht gelungen ist", analysiert er. Sein Tipp: Wenn man sein Leben mit einer Stadt vergleicht, dann ist jeder Lebensabschnitt vielleicht ein Stadtviertel, das wir eine Zeitlang bewohnen, mit eigenem Charakter und unverwechselbaren Charme. Jede gute Beziehung ist wie ein Haus, in dem wir in diesem Viertel ein- und ausgehen, jede gemeinsame Erinnerung wie ein Möbelstück in diesem Haus. Im Laufe eines Lebens kommen viele Begegnungen und Erfahrungen zusammen, sie können von verschiedenen "Stadtvierteln" aus betrachtet werden.

Der Theologe und Philosoph Sedmak empfiehlt allen, folgende Fragen für sich selbst zu beantworten:

- Was sind die Sehenswürdigkeiten meines Lebens?

- Was zählt und was bleibt?

- Was sind die unverzichtbaren Bausteine für ein gutes Leben?

- Haben wir ein Leben oder leben wir ein Leben?

- Was möchten wir am Ende unseres Lebens nicht bedauern müssen?

- Was verliere ich, wenn ich mein Leben verliere?

- Weiß ich, dass das Leben nicht nach einem vorgegebenen Lebensplan gelebt werden kann? Es gibt immer wieder Brüche und Krisen, aber auch immer wieder die Möglichkeit eines Neuanfangs.

Selbstliebe ist erlernbar

Auch die Linzer Psychotherapeutin Dagmar Baschinger widmet sich in ihrer Arbeit dem Thema der Selbst-Beziehung und der Freundschaft mit sich selbst. "Wir wachsen alle in Beziehungen und in sozialen Systemen auf. Hier lernen wir, unser Selbst zu entwickeln. Hier werden Beziehungen gelebt. Vorbilder und Erlebnisse prägen unser Denken, Fühlen und Handeln. Auch unsere Werte und Rollen, die wir im Privatleben und im Job einnehmen, werden hier festgelegt", sagt Baschinger. Wer in seiner Kindheit wenig Beziehung zu seinem Selbst entwickle, sei später wenig selbstbewusst. "Betroffene können die Liebe zu sich selbst aber durchaus erlernen", sagt Baschinger, die im August Seminare zum Thema anbietet.

Infos unter www.dagmar-baschinger.at.

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