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Gesundheit

 Muskelverlust ab 50 entgegenwirken

Von Dr. Johannes Neuhofer   04. Januar 2020 00:04 Uhr

Senioren und Sport – kein Widerspruch
Der Seniorenbund bietet ein breites Spektrum an sportlichen Betätigungen an.

Herr Doktor! Seit ich mit 60 Jahren in Pension gegangen bin, verliere ich – Jahr für Jahr – immer mehr an Kraft und bin verlangsamt. Mein Arzt findet keine Ursache und spricht von Sarkopenie. Kann ich etwas dagegen tun oder muss ich diesen Zustand ganz einfach hinnehmen?

Das Wort Sarkopenie leitet sich vom Griechischen ab und bedeutet wörtlich übersetzt Fleischmangel, also Verlust von Muskelmasse.

Dieser Muskelschwund verursacht raschere Erschöpfung im alltäglichen Geschehen und beeinträchtigt auch die Bewegungskoordination. Aus diesem Grund kommt es zu häufigeren Verletzungen, etwa in Folge von Stürzen.

Ungefähr ab dem fünfzigsten Lebensjahr – wenn sowohl bei der Frau als auch beim Mann der Hormonspiegel abfällt – ist der langsam beginnende Muskelverlust normal, der sich dann im Alter bis zu drei Prozent jährlich steigern kann.

Als Ursache vermutet man eine teilweise Abkoppelung einzelner Muskelfasern von ihrer Nervenanbindung, und damit reduziert sich die Stimulation. Teile des Muskels verkümmern und degenerieren in funktionsloses Fett- und Bindegewebe. Sollte dieser Kräfteabbau aber nicht schleichend vor sich hindümpeln, sondern spüren Sie einen deutlichen Leistungsknick, dann könnte eine ernst zu nehmende Erkrankung dahinterstecken. Ihr Arzt wird Sie dann genau durchchecken, denn Resorptionsstörungen im Darm, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse etwa oder auch eine zehrende Tumorerkrankung müssen ausgeschlossen werden. Auch wenn bei Ihnen alle Befunde im erhofften Normalbereich liegen, ist es umso wichtiger, je älter wir werden – ohne Krampf, aber entschieden –, dem drohenden Verfall entgegenzuwirken. Also raus aus dem Schaukelstuhl des Ruheständlers, wandern in unserer heilkräftigen Natur, Kraft spendende, frisch zubereitete Speisen statt chemisch konservierter Fertiggerichte essen und auch ein wenig Kraftübungen für die Muskulatur machen. Dann werden Sie nicht nur der Sarkopenie ein Schnippchen schlagen, sondern Ihr ganzes Wohlbefinden lange auf hohem Niveau halten.

Haben Sie Fragen zum Thema Gesundheit? Schreiben Sie OÖN-Doktor Johannes Neuhofer (Dermatologe), der diese Kolumne mit einem Ärzteteam betreut: Clemens Steinwender (Kardiologe), Reinhold Függer (Chirurg), Rainer Schöfl (Gastroenterologe), Josef Hochreiter (Orthopäde), Werner Schöny (Psychiater).

E-Mail: doktor@nachrichten.at

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