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Kultur

Oper als flotte Tür-auf-Tür-zu-Komödie

09. März 2020 00:04 Uhr

Oper als flotte Tür-auf-Tür-zu-Komödie
Rafael Helbig-Kostka (li.), Etelka Sellei

Musiktheater: Domenico Cimarosas komische Oper "Die heimliche Ehe".

Domenico Cimarosa gehört zu den produktivsten Komponisten seiner Zeit, der sein Publikum vor allem mit musikalischen Komödien bestens unterhielt. Sein 1792 in Wien uraufgeführtes Drama giocoso "Il matrimonio segreto" hatte am Samstag als Produktion des oö. Opernstudios in einer rasanten Neuinszenierung Premiere in der BlackBox. Gregor Horres verlegte das Verwirrspiel in den Gang eines Hotels und ließ einer Farce gleich eine veritable Tür-auf-Tür-zu-Komödie ablaufen. Jeder mit jedem, jeder gegen jeden und zum Schluss doch jeder mit dem Passenden.

Jan Bammes hat den sterilen Gang eines Hotels, bei dem Tür auf Tür folgt, durch skurrile und die Protagonisten fein charakterisierende Kostüme und Perücken knallbunt belebt und legt so den Fokus auf die handelnden Personen, die Gregor Horres mit viel witzreichem Tempo agieren ließ. Musikalisch ist Cimarosa Zeitgenosse Mozarts, weist aber in seinen kunstvoll verschachtelten Ensembleszenen schon deutlich auf Rossini voraus und erfindet eigene Wege, die Emotionen bisweilen durchaus urkomisch herüberzubringen.

Das gelingt auch Katharina Müllner am Pult des Symphonieorchesters der Anton Bruckner Privatuniversität, die nicht nur viel Verve und schmissige Tempi einfordert, sondern auch selbst am Hammerklavier sehr phantasiereich die Rezitative begleitete. Sängerisch war es eine absolut harmonische Gesamtleistung des Opernstudios, wo jeder seine Rolle ideal umzusetzen verstand und vor allem ein perfektes Teamwork erkennen ließ.

Svenja Isabella Kallweit war eine zickig eifersüchtige Elisetta. Ihre vermeintliche Rivalin, Schwester Carolina, fand in Etelka Sellei die ideale Besetzung. Deren Tante Fidalma erlebt den zweiten Frühling, und so zieht Florence Losseau beinahe jedem männlichen Protagonisten zumindest in Gedanken die Hosen aus. Einer der "Gefährdeten" ist Paolino, der von Rafael Helbig-Kostka stimmlich höchst gekonnt und leidenschaftlich verkörpert wurde. Auch Philip Kranjc als verschrobener Alter haucht dem Geronimo intensives Leben ein und Timothy Connor begeistert als zwischen den Schwestern hin und her gerissener Graf Robinson. (wruss)

Fazit: Eine gelungene Opernfarce, die nicht nur viel Spaß verspricht, sondern auch ein fabelhaftes junges Sängerensemble ideal zur Geltung kommen lässt.

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