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Ski-WM

Sechs Medaillen: ÖSV-Herren tipptopp

Von nachrichten.at/apa   19. Februar 2017 14:50 Uhr

Erschöpft, aber glücklich: Marcel Hirscher

ST. MORITZ. Auf gut Schweizerisch gesprochen trifft nur ein Wort auf das Abschneiden von Österreichs Herren bei der Alpinski-WM in St. Moritz zu: Tipptopp!

Rennsportleiter Andreas Puelacher freute sich über sechs Medaillen, es war das erfolgreichste Abschneiden seit Bormio 2005, als es achtmal Edelmetall für das Herren-Lager im ÖSV gab. Als Doppel-Weltmeister strahlte Marcel Hirscher.

"Sehr zufrieden, natürlich", bilanzierte Puelacher im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Wir sind überall um die Medaillen mitgefahren, im Super-G hat es leider nicht geklappt." Es habe ein bisschen stockend begonnen mit dem Super-G, da habe er sich mehr erwartet. "Natürlich war da die gute Fahrt von Vinz, aber die anderen waren nicht so parat, wie ich es gerne gehabt hätte." Vincent Kriechmayr landete als Bester an der fünften Stelle, Hannes Reichelt wurde Zehnter.

Franz beendete Durststrecke in Abfahrt

Die Steigerung folgte in der Abfahrt, der Kärntner Max Franz beendete mit Bronze eine lange Durststrecke. "Nach zwölf Jahren haben wir endlich wieder eine Medaille auf der Abfahrt gewonnen", atmete auch Puelacher auf. "Und dann kam die Kombi, das war ein bisserl unglücklich mit dieser einen Hundertstelsekunde. Und unglücklich auch mit der Piste. Da war es für Romed, der eine super Abfahrt gefahren ist, unmöglich eine Medaille zu machen."

Marcel Hirscher hatte im Slalom mit Startnummer drei noch gute Pistenverhältnisse, der als Abfahrtsschnellster mit Nummer 30 kommende Romed Baumann hingegen war wie alle anderen auch chancenlos. Gold ging überraschend an den Schweizer Luca Aerni, der den Torlauf eröffnet hatte. Nur 1/100 dahinter kam Hirscher auf den Silberrang. "Superhappy" war Puelacher mit dem Riesentorlauf, der Gold für Hirscher und überraschend Silber für Roland Leitinger brachte.

Doppelsieg im Slalom

Und die Hoffnung auf einen guten Ausklang wurde mehr als erfüllt - am Sonntag kamen im Slalom Gold für Hirscher und Silber für Manuel Feller dazu. Ein "bitterer Beigeschmack, weil das Letzte immer in Erinnerung bleibt", wie es Puelacher nannte und 2015 in Beaver Creek passierte, blieb damit erspart. Damals kam einzig Reinfried Herbst als Zwölfter in die Wertung. Benjamin Raich und Mario Matt im ersten, sowie Hirscher als Halbzeitführender und Michael Matt schieden aus.

Favoritensiege sah Puelacher in der Abfahrt durch Beat Feuz sowie im Riesentorlauf und Slalom durch Marcel Hirscher. Nicht gerechnet habe er mit dem Kanadier Erik Guay im Super-G, Aerni in der Kombination und den Franzosen im Teambewerb, da seien die Schweden die Favoriten gewesen. Zu dem im Riesentorlauf neben Hirscher als Gold-Tipp gehandelten Alexis Pinturault meinte der ÖSV-Herren-Chef: "Die kannst Topfavorit sein, aber wenn es dir nicht läuft, bist Siebenter." Auch der Norweger Henrik Kristoffersen ging als zweimal Vierter leer aus.

Die WM, meinte Puelacher, sei auf dem Berg perfekt organisiert gewesen. Enttäuschend fand er die Präparierungen der Einfahrpisten für die Speedbewerbe und den Riesentorlauf. "Mit dem Wetter hat man auch mehr oder minder Glück gehabt, es waren faire Rennen." Auch das Drumherum habe gepasst, man habe eine gutes Hotel mit einem Gemeinschaftraum gehabt, wo sich die Athleten aus dem Herren- und Damenteam trafen.

Lob an das Publikum

Markus Waldner, der Renndirektor des Ski-Weltverbandes (FIS) für die Herren, lobte das Publikum, er habe keine betrunkenen Leute gesehen, vielmehr sehr sportliche. Tausende nahmen den Aufstieg nach Salastrains - von Moritz Dorf dauert das 40 Minuten, von Moritz Bad eine Stunde - zu Fuß in Angriff.

Bedauern äußerte er darüber, dass am Abfahrts-Samstag nach der Absage die 40.000 Zuschauer im Zielbereich nach langem Warten keinen Läufer gesehen hatten. "Eine Option wäre in so einem Fall, die Fahrer ab zum Beispiel hier dem Romingersprung ins Ziel zu schicken, die Leute würden sich das verdienen. Wir sollten darüber nachdenken." Lob bekamen von Waldner auch die Vorläufer, es sei immer schwierig, gute zu finden, jene in St. Moritz hätten Qualität gehabt.

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