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Ski-WM

Die Schachzüge der Matt-Brüder

14. Februar 2015 00:04 Uhr

Am 10. April feiern Geschwister weltweit den Tag der Geschwister
Die Brüder Andreas, Michael und Mario Matt (v.l.) fahren auf Skiern ab.

VAIL/FLIRSCH. Slalom-Show: 14 Jahre liegen zwischen Michael und Mario Matt. Für den einen ist es die erste, für den anderen die letzte WM. Am Sonntag kommt es im Slalom zum direkten Duell.

Als Mario Matt 2001 in St. Anton zu WM-Gold im Slalom raste, stand sein damals siebenjähriger Bruder Michael inmitten der 50.000 Fans. 14 Jahre später gehen die Brüder am Sonntag (18.15/22.30 Uhr, live ORF eins) gemeinsam für Österreich in den WM-Slalom. Der amtierende Olympiasieger Mario startet nach seinem schweren Trainingssturz allerdings gehandicapt in die Jagd auf seine bereits dritte Slalom-WM-Goldene nach 2001 und 2007.

Der Slalom in Beaver Creek soll der letzte große Höhepunkt in Matts Karriere werden. Der Rücktritt mit Saisonende scheint höchst wahrscheinlich, ein Antreten bei der WM in zwei Jahren in St. Moritz schließt der 35-Jährige "zu hundert Prozent" aus.

Die Vorzeichen könnten besser sein. Matt "senior" ist in den ersten fünf Saisonrennen fünf Mal ausgeschieden, danach folgten die Plätze 19, 12 und 19. In den USA wurde er zunächst von einer Grippe geschwächt. Dann kam der Trainingssturz, bei dem er sich eine Prellung im rechten Knöchel zuzog. Matt will "alles unternehmen", um im Slalom dabei zu sein.

Durch die Verletzung entgingen ihm aber jene zwei Trainingstage, an denen er sein Material auf den US-Schnee abstimmen wollte. "Natürlich ist das alles andere als positiv. Aber wenn ich halbwegs schmerzfrei in den Skischuh steigen kann und die Abstimmung treffe, dann weiß ich, dass ich es draufhabe. Mein Speed passt", bleibt Mario Matt zuversichtlich.

In Beaver Creek teilen sich die Matts im Teamhotel "Charter" ein Appartement. In Flirsch stand im vergangenen März ihr Elternhaus in Brand. Mittlerweile sind die Reparaturen abgeschlossen. "Kurz vor Weihnachten ist alles fertig geworden. Alle haben zusammengeholfen", erzählt Michael Matt. Viel Arbeit wartet auf den "kleinen" Matt auch angesichts der Tierzuchten seiner Brüder Mario (Araberpferde) und Andreas (Hochlandrinder). "Ich werde ganz schön eingespannt von den beiden", sagte der 21-Jährige. Am Sonntag schnuppert er erstmals WM-Luft. "Ich werde keine Wunderdinge probieren, sondern mich auf das konzentrieren, was ich kann. Mein Ziel sind die Top-15", sagt der 21-Jährige.

Im Spät-Herbst seiner Karriere

So wie Mario Matt bestreitet auch Reinfried Herbst das letzte WM-Rennen seiner Karriere. Auch beim Salzburger verlief der bisherige Winter eher bescheiden. Die Plätze 13 in Wengen und 15 in Adelboden waren für ihn die bisherigen Höhepunkte. Der 36-Jährige weiß, dass diese Bilanz in früheren Jahren nie und nimmer für einen WM-Start gereicht hätte.

"Es gab Saisonen, da hast du sogar trotz Stockerlplatz die WM nur im Fernsehen gesehen. Insofern ist diese WM ein Geschenk, das ich dankend annehme und gut nützen möchte", sagt der Vize-Olympiasieger.

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