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Leichtathletik

"Heute humpeln die Afrikaner genauso durch die Gegend wie ich"

Von Christoph Zöpfl   12. April 2016 00:04 Uhr

"Heute humpeln die Afrikaner genauso durch die Gegend wie ich"
Pfeilschnell bei der Premiere: Bei ungünstigen äußeren (Wind-)Bedingungen lief Valentin Pfeil einen starken Marathon.

WIEN. Der Steyrer Marathon-Mann Valentin Pfeil nach seinem olympischen Anlauf in Wien.

2:16:37 Stunden – diese respektable Zeit brachte Valentin Pfeil am Sonntag beim Wien-Marathon ins Ziel. Am Tag nach seiner Premiere über die klassische Distanz sprach der 27-jährige Steyrer über seine Suche nach der Zufriedenheit, seine sportliche Zukunft und einen olympischen Traum.

 

OÖNachrichten: Welche Emotion überwiegt am Tag danach, die Euphorie nach dem ersten Marathon oder der Frust, das Olympia-Limit (2:14 Stunden; Anm.) verpasst zu haben?

Valentin Pfeil: Der Traum von Rio ist schon geplatzt, aber ich passe auf, dass jetzt nicht das Negative überwiegt. Ich hatte noch nie so viele Rückmeldungen nach einem Rennen, die ganze Aufmerksamkeit ist ganz neu für mich – und natürlich sehr positiv.

Und die Sponsoren rennen Ihnen schon die Tür ein, oder?

Nein, das tun sie nicht. Ich habe leider auch vor dem Marathon so gut wie keine Unterstützer gefunden, wobei meinen Gesprächspartnern offenbar nicht ganz klar gewesen sein dürfte, welche tolle Bühne mir in Wien als schnellster Österreicher geboten wurde.

Ihren Plan, zukünftig als Profisportler über die Runden zu kommen, werden Sie trotzdem umsetzen?

Ich werde versuchen, in den vier, fünf Jahren, die ich noch habe, mein läuferisches Potenzial auszuschöpfen. Ich bin mir sicher, dass ich noch mehr draufhabe. Nachdem ich jetzt mit meinem Veterinärmedizin-Studium fertig bin, hab ich aber auf alle Fälle noch ein berufliches Standbein in der Tierklinik meiner Eltern.

Das internationale Olympia-Limit ist nicht so streng wie das österreichische und liegt bei 2:19 Stunden – rechnen Sie damit, dass vielleicht doch noch eine Hintertür zu den Spielen in Rio aufgehen könnte?

Ich bin jetzt sicher nicht so, dass ich da einen Wirbel mache und vom ÖOC verlange, mich nach Rio zu schicken. Bei den Limits gehen die Länder halt verschiedene Wege. Ich hätte mir schon leichter getan, wenn unser Limit bei 2:15 gelegen wäre. Das hätte mir am Sonntag etwas mehr Spielraum gegeben, so wurde mein Rennen ein Ritt auf des Messers Schneide.

Wann werden Sie wieder mit einer Startnummer laufen?

Eventuell schon bei der Attnanger Meile am 30. April. Aber ehrlich gesagt, denke ich momentan eher an die Regeneration als an das nächste Rennen.

Wie tief steckt denn der erste Marathon in Ihren Knochen?

Naja, der tut schon noch weh. Aber ich habe in der Früh im Hotel die Top-Läufer getroffen – heute humpeln die Afrikaner genauso durch die Gegend wie ich.

 

Baierl musste aufgeben

Nicht ins Ziel kam am Sonntag in Wien Anita Baierl (TUS Kremsmünster), die im Halbmarathon bis Kilometer 10 recht gut im Rennen lag. „Ich bekam starkes Seitenstechen und hatte Atemprobleme“, sagte die 27-Jährige nach ihrer Aufgabe bei Kilometer 13.

Wien war ein Testlauf für ihren ersten Marathon, den Baierl im Mai entweder in Salzburg oder Prag absolvieren wird. Dabei möchte sie das Olympia-Limit knacken.

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