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Nachlese

NEOS-Spitzenkandidat Matthias Strolz im Chat

Von nachrichten.at   20. September 2013 14:21 Uhr

Matthias Strolz
NEOS-Vorsitzender Matthias Strolz

Mit den NEOS will Matthias Strolz den Sprung ins Parlament schaffen. Im Chat auf nachrichten.at stellte er sich den Fragen der OÖN-Leser.

tierischerdurchfall: Herr Haselsteiner hat sich dafür ausgesprochen, bis zu 10.000 syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Denken Sie, dass dies wahlkampftechnisch ein guter Zeitpunkt war, diese wahrscheinlich eher unpopuläre Aussage zu tätigen?
Matthias Strolz: Hm, wir richten uns nicht so sehr danach, was jetzt wahlkampftechnisch passt, sondern danach, was konkret zu tun ist. Und die Ansage, bei 2 Millionen syrischen Flüchtlingen 500 christliche Flüchtlinge in Österreich aufzunehmen, hielten wir für zynisch. Wir Österreicher_innen haben ein großes Herz und das schon oft bewiesen. 1956 haben wir 160.000 Ungarn aufgenommen, 1968 fast so viele Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei ... Wir haben die Pflicht, hier zu helfen. Und ich traue uns mehr als 500 zu.

Gast7413: Warum tragen Sie oft blaue Hemden? Wieviele haben Sie davon?
Matthias Strolz: Habe gerade drei neue bekommen. :) Ja, das ist meine Berufsbekleidung. So muss ich in der Früh nicht lange nachdenken - ähnlich bei meiner Frisur. ;-) Und ja, Wiedererkennungswert ist ohnehin wichtig, wenn man kein Promi ist so wie ich.

Gast9533: Haselsteiner ist ein Mann mit Politikerfahrung. Warum kann ich ihn nicht ins Parlament wählen?
Matthias Strolz:
HP Haselsteiner wollte nicht für das Parlament kandidieren, weil er meint, dass die Jungen hier auf die Abgeordnetenbänke sollen. Sie sollen an den Lösungen schrauben, die vor allem sie und ihre Generation betreffen. Ich wollte seine Erfahrung für den Fall, dass wir von den Wähler_innen in die Position gebracht werden, Regierungsverhandlungen zu führen. Und hier hat er zugesagt: Ja, ich werde mit verhandeln. Und wenn es sein soll, dann steht er auch bereit, ein Regierungsamt zu übernehmen. Das finde ich großartig von ihm.

Gast7413: Wenn ich die NEOS wähle und sie nicht ins Parlament kommen. Hab ich dann meine Stimme verschenkt?
Matthias Strolz:
Never ever. Wissen Sie, ich habe beim letzten Mal ÖVP gewählt. Das war eine verschenkte Stimme: 5 Jahre Stillstand. Mit herzlichen Grüßen von Fritz Neugebauer. NEOS ist die größte Chance für Österreich. Und wir sind in etlichen Umfragen (heute in TT, gestern Meinungsraum mit 1000 Befragten) bereits klar über 4 Prozent. Wir werden da sein. Die Dynamik des Wahlfinales ist auf unserer Seite. History in the making.

Gast1214: Sie fordern, dass Österreich mehr syrische Flüchtlinge aufnehmen soll, als geplant. Bis zu 10.000. Können wir uns das leisten?
Matthias Strolz:
Wir konnten uns 1956 über 160.000 Ungarn leisten, dann fast so viele Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei 1968, dann in den 80ern Bosnien. Geblieben sind von den Ungarn rund 10 Prozent, von den Tschechen sogar weniger ... Wir würden also 10.000 Syrer aufnehmen bis in ihrem Heimatland wieder Frieden herrscht. Und sollten nicht einmal 1.000 Leute davon in Österreich bleiben, dann werden wir das verkraften. Ich habe übrigens einen syrischen Arzt, der ist großartig.

E-Mail-Anfrage: Herr Strolz, was machen Sie bzw. die Neos, wenn Sie am 29. September nicht in den Nationalrat kommen?
Matthias Strolz:
1) Österreich wird am 29.09. ein gutes Stück mutiger und NEOS wird im Parlament sein. 2) Wir werden jedenfalls bei den EU-Wahlen im Frühjahr 2014 kandidieren und bei den Wien-Wahlen 2015. Wir lieben Europa und wir müssen unserer Union erneuern, sonst fahren wir sie an die Wand. Und Wien ist großartig, aber es gibt eine Partei, die glaubt, die Stadt gehört ihr. Also auch hier braucht es was NEOS. Ich werde dabei sein ... es gibt noch viel zu tun.

Gast9533: Sie wollen in die Regierung. Mit welchen anderen Parteien?
Matthias Strolz:
Ja, wir wollen! Und soll sich konkret was bewegen, dann müssen wir auch. Die zwei rot-schwarzen Stillstandszwillinge brauchen dringend Hilfe. Einen Stachel in ihrem Sitzfleisch. Mit wem? Haben mit FPÖ ein Thema - sind uns zu negativ, zu ausländerfeindlich. Stronach hat schon versprochen, viel in Kandada zu sein - was ist das für Ansage? Aber sonst kommen alle in Frage. Wir wollen unsere inhaltlichen Ziele durchbringen: In der Bildung was bewegen, die Parteienförderung senken, die Pensionslüge endlich vom Tisch fegen ...

Gast2155: Wäre das BZÖ ein Partner für die NEOS? Unter welchen Bedingungen?
Matthias Strolz:
Ich kenne den Sepp Bucher nicht persönlich, nur von einem Handshake auf einer Bühne (obwohl er heute wieder behauptet, er habe mit NEOS Gespräche geführt - also mit mir nicht), aber irgendwie mag ich ihn. Doch der Rest der Truppe? Das BZÖ hat wohl keine Zukunft, aber es hat eine problematische Vergangenheit (Korruption an vielen Ecken - zuletzt verpflichtet worden, fast eine Million an Korruptionsgeld zurückzuzahlen ...). Wenn sich Bucher durchsetzen sollte in seiner Partei, dann ist er ein Gesprächspartner. Ob ihm das gelingt, ist noch offen.

Gast1214: Ich bin jetzt 35. Wieviel Pension bekomme ich nach Ihrem Modell? Und wie lange muss ich dafür arbeiten?
Gast2550: S.g. Herr Strolz, ich bin 22 und studiere. Ich werde bald mit meinem Einkommen einen Pensionisten versorgen müssen. Allerdings wird das derzeitige Pensionssystem für mich nichts mehr leisten können. Was werden Sie tun, dass ich freiwillig einzahle?

Matthias Strolz: Wie lange Sie arbeiten, das entscheiden eben Sie. Sie werden transparent sehen, wie viel sie am Pensionskonto haben und entscheiden, ob Sie damit in Pension gehen wollen oder nicht. Schweden ist damit happy. Grundsätzlich ist klar: Die Pensionen werden nicht mehr so hoch sein können. Wir werden mit 2025 in eine 1:1-Relation kommen: Ein Aktiver finanziert einen Pensionisten. Jetzt stellen Sie sich vor: Wie viel können Sie neben den anderen Steuern und Abgaben für einen Pensionisten, eine Pensionistin auf die Seite legen? 15.000 14 Mal im Jahr für Herr Blecha? Das werden wir wohl nicht mal zu zehnt schaffen. Dann würden also schon 9 Pensionist_innen ohne Pension herumlaufen. Also der reine Hausverstand sagt: Das wird sich nicht ausgehen mit hohen Pensionen. Daher brauchen wir auch die zweite Säule der betrieblichen Pensionen und die dritte Säule der privaten Vorsorge. Hier brauchen wir bessere Rahmenbedingungen und auch eine öffentliche Diskussion drüber. Eben nicht sagen: Alles ist gut. Nix ist gut. Angelogen werden wir. Und das wollen wir NEOS beenden. Wir sind das Sprachrohr für die Jungen.

Wolfgang: Wie stehen Sie zu der Frage des Umweltschutzes? Stichwort erneuerbare Energien?
Matthias Strolz:
Ist uns wichtig. "Nachhaltigkeit" ist einer unserer fünf Kernwerte. Wir wollen in sämtlichen Themen die Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen. Die Indianer hatten die "7-Generationen-Regel". Lebe so, dass die Lebensgrundlage der siebten Generation nach dir davon nicht beeinträchtigt ist. Wie armselig ist unser Kurzfrist-Fokus im Vergleich dazu: Fokus auf Quartalsergebnisse, Fokus auf die Schlagzeile von morgen ... Wir wollen im Umweltbereich das Verursacherprinzip stärken, um die Eigenverantwortung zu stärken. Wir können uns z.B. eine CO2-Steuer als Lenkungssteuer vorstellen (wenn wir im Gegenzug den Faktor Arbeit entlasten; insgesamt gilt: mit NEOS wird es keine Erhöhung der Steuer- und Abgabenquote geben; wir brauchen mehr Luft zum Atmen, also weniger Steuerdruck auf die Menschen, nicht mehr). Wir wollen die Energieeffizienz massiv forcieren und die erneuerbaren Energieträger stärken. Meine Vision ist, dass jedes Haus ein kleines Kraftwerk wird. Technisch wären wir so weit. Es braucht noch die Rahmenbedingungen (smart grids ...). Hier wollen wir innovative Lösungen mit vorantreiben. Auf www.neos.eu gibt es unten in der Fußzeile den Download unseres Programms. Da ist ein eigenes Umwelt- und ein Energiekapitel drinnen.

tierischerdurchfall: Viele Neos-Sympathisanten wurden durch die große Präsentation von Haselsteiner und dessen Steuerideen abgeschreckt. Was können Sie diesen Leuten sagen?
Matthias Strolz: Ab jetzt kurze Antworten, hab ich versprochen. ;-) Ich schätze das auf 80/20. Wir haben unglaublich viel Sympathie und Zulauf bekommen durch HPH. Und einigen hat es nicht gefallen. Ich halte HPH für einen Glücksfall für NEOS und für Österreich. Ich sage denen, die kritisch sind: Schauen Sie sich in meinem Blog das Video von HPH an. Das ist seine ehrliche und authentische Motivation: Meine Kraft für die Jungen. Und davon hat er viel: Kraft. Und die können wir gebrauchen. Wir sind in der Arena mit sechs alteingesessenen Parteien (also Fränk ist nicht alt als Partei, aber irgendwie doch ...) und die haben jede Menge Sendezeit im ORF und 350 Millionen im Jahr zur Verfügung. Da freuen wir uns über Unterstützer.

Gast9533: Sie haben selbst bei einem Einzug ins Parlament kaum Chancen auf eine Regierungsbeteiligung. Was würden Sie als Opposition erreichen wollen?
Matthias Strolz:
Ich habe drei Sätze-Antwort versprochen: Wir würden die Regierung mit unseren Themen "Bildung nach vorn; enkelfitte Pensionen, Parteienförderung runter; mehr Transparenz ..." vor uns hertreiben. Wir würden ordentlich Wirbel machen und die Fenster weit aufreißen im angestaubten Haus am Ring.

tierischerdurchfall: Sie wirken sehr überzeugt vom Einzug der Neos ins Parlament. War dem immer schon so oder gab es irgendwo einen Knackpunkt (eine Umfrage, ein Gespräch...) ab dem Ihnen der Einzug erst realistisch erschienen ist?
Matthias Strolz: I
ch war von unserem Erfolg immer schon überzeugt. Sonst könnte ich das, was ich tue, nicht machen. Und ja, es gab manchmal die Abende, wo du im Bett liegst und an die Decke starrst und sagst: Können wir das schaffen? Ist das möglich? In der Früh war dann die Antwort wieder da: Ja, wir können!

Gast2550: Oh und noch etwas: Warum sind NEOS nicht im ORF? Ich fand die Diskussion auf ATV sehr spannend und hätte gerne mehr davon - einmal etwas positives, lebendiges und auch inhaltliches zu hören ist in diesem Wahlkampf gänzlich neu für mich!
Matthias Strolz:
Weil der ORF uns von allen Wahl-spezial-Formaten aussperrt. Sie sagen: Da dürfen nur Parlamentsparteien rein. Wir finden das eine Verletzung des Objektivitätsgebots. Es ist absolut unfair. Wir haben dagegen auch Beschwerde bei der Behörde KommAustria eingelegt. Die sagt in ihrer umfassenden Weisheit: Wir können das erst nach dem Wahltag prüfen. So läuft das. Und gerade auch deswegen: NEOS!

NACA7: Herr Strolz, hätte eine Frage: Seid Ihr dafür, dass - wenn es ein UNO-Mandat gibt - Österreich bei Kampfeinsätzen mitmacht in Syrien?
Matthias Strolz:
Bei einem UNO-Mandat sollte sich Österreich im Rahmen seiner Möglichkeiten für friedensschaffende und -erhaltende Maßnahmen engagieren.

E-Mail-Anfrage: Sind sie bereit für Homosexuelle Ehe, Adoption und künstliche Befruchtung zuzulassen?
Matthias Strolz:
Dort wo Menschen in Liebe zueinander Verantwortung füreinander übernehmen, sollten wir ihnen seitens des Staates keine Steine in den Weg legen. Daher: volle Gleichberechtigung für Homosexuelle. Inklusive Adoptionsrecht. Und ja, auch künstliche Befruchtung zulasssen. Ist absurd, dass Frauen dafür nach Bratislava fahren müssen.

Gast4501: Warum sollte ich als Jugendliche genau Ihre Partei wählen? Und warum sollte ich Ihnen mehr glauben, dass sie Ihre Wahlversprechen einlösen werden?
Matthias Strolz:
Wir haben so viel riskiert wie sonst wohl keine Partei. Wir haben unser Leben auf den Kopf gestellt. Ich bin aus meiner Firma ausgestiegen, habe einen Kredit aufgenommen, damit sie über die Runden kommt und einen Kredit für unsere Familie, damit wir über die Runden kommen. Unsere Kandidat_innen haben Steuerprüfungen bekommen, Banken haben Kreditzusagen aufgekündigt, Sozialversicherungsprüfungen ... Viele haben Aufträge verloren, manche wurden zu ihrem Dienstgeber zitiert und dort befragt ... Das ist Österreich 2013. Wir meinen es ernst. Das was wir machen halten wir für richtig und für wichtig. Wir NEOS sind das Sprachrohr für die Jungen. Wenn Sie ein glaubwürdigeres Sprachrohr für die Jungen sehen, wählen Sie dieses. Unser Angebot steht - vor und nach der Wahl. Wir werden kämpfen.

Gast6526: Hallo Herr Strolz! Als "öffi-affiner" Student würde es mich interessieren, wie ihr NEOS zur Studentenfreifahrt steht - denkt ihr eine ähnliche Lösung an, wie es zurzeit bei Schülern & Lehrlingen in Form des TOP-Jugendticket gibt?
Matthias Strolz:
Wir möchten den öffentlichen Verkehr insgesamt forcieren. Jahreskartenlogiken sind zu forcieren, weil es eben den Individualverkehr v.a. auch in Ballungsräumen reduziert. Und das ist wichtig. Über konkrete Ticketpreise etc. haben wir noch keine Berechnungen.

Gast1214: Sie fordern mehr Geld für Bildung. Woher soll das kommen? Österreich hat einen Schuldenberg, die Hypo kostet uns Millionen.
Matthias Strolz:
Parteienfinanzierung um 75 Prozent kürzen, Sozialversicherungen zusammenlegen, den teuren Föderalismus zurückstutzen, den Förderdschungel beschneiden (wir geben in Österreich mit 15 Milliarden Euro doppelt so viel für Förderungen aus wie im EU-Durchschnitt; in der Regel versuchen Parteien damit, Wähler_innen zu bestechen), die Korruption zurückdrängen (wären wir auf Niveau der CH, so würden wir uns 2 Milliarden Euro sparen; Prof. Schneider, Uni Linz) ... es gibt viele Möglichkeiten. Packen wir sie an!

Gast7413: Eure Ziele mehr Bildung, mehr Transparenz ähneln denen der Piratenpartei. Warum geht ihr nicht mit denen zusammen?
Matthias Strolz:
Es gibt bei den Piraten viele engagierte Leute. Ich würde mich freuen, würden der eine oder die andere bei uns mit anpacken. Eine Zusammengehen ist nicht realistisch, weil die Piraten das in ihren Gremien nie durchbekommen. Wir NEOS sind wie die Piraten auch Idealisten. Wir sind aber auch Anpacker und Umsetzer. Und das finden die Piraten mitunter "verdächtig". Wir finden das aber wichtig in der Politik, sonst werden wir ja nix weiter bringen. Wir brauchen einen Zug aufs Tor!

Wolfgang: Was halten Sie von der Besteuerung der Vermögen? Wenn Sie für dieses Modell sind, wie sehe so eine Besteuerung aus?
Matthias Strolz:
Wir wollen in erster Linie die Steuer- und Abgabenquote senken. Daher bin ich skeptisch bei neuen Steuern. Wir wollen jedoch eine Finanztransaktionssteuer - das ist eine Frage der Gerechtigkeit und ein Gebot der Transparenz (dafür wollen wir den Faktor Arbeit entlasten), wir können uns auch eine Erhöhung der Grundsteuer vorstellen, weil da zu lange nichts passiert ist.

Gast3326: Welche Koalition würden Sie sich wünschen, wenn Sie die Macht hätten es zu entscheiden?
Matthias Strolz:
Dann will ich Pink-Schwarz-Grün. Und zwar in dieser Rangordnung. Ist die Vision für 2018. ;-)

kaiserK19: Sehr geehrter Herr Strolz, wie stehen Sie eigentlich zum Thema Berufsheer/Wehrpflicht?
Matthias Strolz:
Wir wollen die Sicherheits- und Verteidigungspolitik auf die europäische Ebene heben. Gehört in die Verantwortung der EU und Ö soll dort dann seinen Beitrag leisten. Mit einem Profiheer mit starken Milizelementen.

Gast6251: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Matthias Strolz:
Gesundheit, Zufriedenheit für meine Familie und mich. Frieden für die Welt. Dass die Politik in Österreich und international an aufrechtem Gang gewinnt. Und dass dort der Zynismus und die Korruption zurückgedrängt wird, dafür die Lebendigkeit und die Lust Platz greifen.

Wolfgang: Stimmt es, dass sich die NEOs nach der Wahl mit dem LIF zusammenschließen werden? Was hätte dies für Auswirkungen auf das Parteiprogramm der NEOs? Gibt es dann Änderungen?
Matthias Strolz:
Wir werden nach den Wahlen am 2. Oktober bei der Mitgliederversammlung darüber diskutieren. Ich fände es aus heutiger Sicht gut, wenn wir weitere Integrationsschritte gehen. Wichtig wären dann: gemeinsames Statut, gemeinsames Programm (da sind wir nicht weit auseinander). Schauen Sie vorbei am 2. um 17.00 Uhr in der NEOSphäre, Neustiftgasse 73-75, Wien. Ist öffentlich.

Gast2155: Was halten Sie vom Steuermodell der SPÖ? Sie wollen ja auch den Eingangssteuersatz senken.
Matthias Strolz:
Ja, wir wollen wie die SPÖ (und ja auch die ÖVP; sie "darf" jetzt leider nur öffentlich nicht applaudieren) den Eingangssteuersatz senken. Das ist wichtig, dass wir da von 36,5% runter kommen. Wir wollen auf 25%. Würde dem Mittelstand helfen und z.B. auch den vielen Frauen, die Teilzeit arbeiten und event. aufstocken wollen aber sehen, dass sie netto kaum mehr in der Tasche hätten, wenn sie von 50% auf 70% gehen ...

Gast2049: Werden die Neos in Zukunft auch bei Landtagswahlen antreten?
Matthias Strolz:
Ja, in Wien und Steiermark jedenfalls. Wir schauen uns Bundesland für Bundesland an und entscheiden dann.

E-Mail-Anfrage: Wie definieren Sie Liberalismus? Der böse Neoliberalismus wird von allen Seiten bekämpft, es gibt Wirtschaftsliberale und Sozialliberale usw. - Was sind Sie?
Matthias Strolz:
Ich bin ein Anhänger der "Biophilie" (Erich Fromm). Ich möchte die Lebendigkeit fördern - als Politiker, Unternehmer, Buchautor ... Und mir ist "Eigenverantwortung" wichtig. Ja, wir können als Menschen das Leben auch selbst in die Hand nehmen, gestalten. Daher ja, ich bin - auch - ein Liberaler. So versteh ich das für mich.

tierischerdurchfall: In welchem Bundesland erwarten Sie das höchste, in welchem das niedrigste Wahlergebnis der Neos am 29.9.?
Matthias Strolz:
Das höchste in Wien und Vorarlberg. Am Burgenland arbeiten wir hart ...

Gast7413: Was ist Ihre Meinung zur Gesamtschule? Soll sie Pflicht werden in Österreich?
Matthias Strolz:
Unser Modell der Mittleren Reife ist eine Überwindung des 30-jährigen Krieges "Gesamtschule Ja/Nein". Wir sagen als Republik, was Jugendliche mit 15 können sollen. Und wir geben dann den Schulen die Freiheit und Verantwortung, die Kinder und Jugendlichen dorthin zu begleiten. Parteibücher raus aus den Schulen, Autonomie rein. Direktor_innen werden vor Ort bestellt und haben Personal- und Finanzhoheit. Das Ergebnis: Eine Vielfalt an pädagogischen Konzepten. So bunt wie das Leben!

kaiserK19: Finden Sie auch, dass Politik, vor allem bei Jugendlichen einen viel zu geringen Stellenwert hat?
Matthias Strolz:
Ja. Nicht nur bei den Jugendlichen. Da muss aber eben auch die Politik andere Formen und einen anderen Stil finden. Bei uns arbeiten sehr viele Jugendliche mit. Und wir merken, dass wir über die Sozialen Medien sehr viele youngsters erreichen und einbinden können. Die Politik muss sich hier neu erfinden. Wir NEOS wollen hier vorangehen.

Gast9140: Ein Staat lebt auch oder vorallem von seinen Bürgern und Familien! Was tun Sie für die Familien, welche Entlastung könnten Sie sich vorstellen, bzw. welche grundlegende Richtung haben Sie in der Familienpolitik ?
Matthias Strolz:
Wir wollen, dass die Menschen "Mehr Netto vom Brutto haben". Von dem 100er, den sie erarbeiten, wollen wir, dass der Staat am Monatsende nicht 45 Euro wegschneidet, sondern im Jahr 2020 nur mehr 40 Euro. Deutschland ist jetzt schon dort. In der Schweiz schneidet der Staat nur 28 von 100 Euro weg. Es ist also möglich. Mehr in der Geldtasche, das wäre auch die größte Hilfe für Familien.

Gast9533: Sie kommen aus der ÖVP. Warum soll ich Ihnen glauben, dass Sie etwas anders machen können?
Matthias Strolz:
Ich war nie ÖVP-Mitglied. Aber ich habe im Jahr 2000/01 als parlamentarischer MA für KH Kopf gearbeitet und später als Unternehmer sehr viel mit dem Wirtschaftsbund zusammengearbeitet. War auch außerordentliches WB-Mitglied. Das waren gute Zeiten. Ich hatte aber 2008 aufwärts zunehmend nicht mehr den Eindruck, dass ich mit dem, was ich bin, will und kann, keinen sinnvollen Beitrag mehr in der ÖVP leisten kann. Daher der Entschluss, an einer neuen Bewegung mit zu arbeiten. Ob Sie mein Engagement für glaubwürdig halten, müssen Sie entscheiden. Meine persönlichen Gedanken dazu auf meinem Blog

tierischerdurchfall: Erwin Pröll hat zuletzt in einem Interview in der Presse vor Rot-Grün-Neos gewarnt. Ist sowas abgesehen vom rechnerischen realistisch?
Matthias Strolz:
Meine Präferenz ist diese Variante nicht. Wenn sich andere Konstellationen ausgehen, wäre das wohl besser. Anyway, jetzt sind zuerst die Wähler_innen am Zug und dann müssen wir uns anschauen, was überhaupt möglich ist.

Gast2550: Was würden Sie jemandem sagen, der meint das "die Ausländer" unsere Sozial-, Bildungs- und prinzipiell alle Systeme ausbeuten - und "die Ausländer" sind sowieso die Bösen..?
Matthias Strolz:
Wir NEOS bekennen uns klar dazu: Ö ist ein Einwanderungsland. Wir haben im Thema Integration in den letzten 3 Jahrzehnten ziemlich versagt. Wir haben Migrantenkinder z.B. in Sonderschulen "gesammelt". Mir sind alle Kinder recht - egal woher. Und alle können was - egal woher.

Gast4501: Wie steht NEOS zur Kirche? Bzw. finden Sie die Initiative gegen Kirchen-Privilegien unterstützenswert und warum?
Matthias Strolz:
Wir haben das Anti-Kirchenprivilegien-Volksbegehren nicht unterstützt. Wir NEOS haben große Wertschätzung für die Arbeit der Kirchen - in der Seelsorge, ob Caritas oder Diakonie ... Gleichzeitig sind wir für die Trennung von Kirche und Staat. Religion soll Privatsache sein.

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