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Paprika und Co.: Wie viel Strahlung steckt in unseren Lebensmitteln?

LINZ. Absolvent der FH Gesundheitsberufe hat die Strahlenbelastung unserer Nahrung getestet.

Paprika und Co.: Wie viel Strahlung steckt in unseren Lebensmitteln?

Bild: colourbox

Künstliche Radionuklide, also radioaktive Atome, sind uns nicht zuletzt von Kraftwerksunfällen in Tschernobyl und Fukushima oder Nuklearwaffentests negativ in Erinnerung. Wir nehmen aber auch täglich natürliche Radionuklide mit unserer Nahrung zu uns. Eine Bachelor-Arbeit der FH Gesundheitsberufe OÖ am Studiengang Radiologietechnologie hat sich mit der Strahlenbelastung durch die Aufnahme natürlicher und künstlicher Radionuklide über Lebensmittel beschäftigt.

Die Aufnahme von natürlichen Radionukliden durch die Nahrung und Trinkwasser ist neben medizinischen Anwendungen wie Strahlentherapie, Verwendung von Röntgenstrahlung und der externen natürlichen Strahlung für den Großteil der Strahlenbelastung der Bevölkerung verantwortlich. In Österreich werden gemäß dem Strahlenschutzgesetz Nahrungsmittel regelmäßig durch die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) auf ihren Radionuklidgehalt geprüft. Durch die Messung von Trinkwasser-, Fleisch-, Milch- und Gemüseproben kann so auf die Strahlenbelastung der Bevölkerung rückgeschlossen werden. Dies gilt vor allem für importierte Lebensmittel.

Benjamin Schoder, Absolvent des Bachelor-Studienganges Radiologietechnologie, hat sich in seiner Bachelor-Arbeit intensiv mit diesem Thema beschäftigt. "Die Strahlenbelastung über die Aufnahme von Radionukliden in der Nahrung und im Trinkwasser hält sich auf relativ konstantem Niveau und ist Großteils durch natürliche Radionuklide begründet", sagt er. Zu beachten sei, dass der erhöhte Radon-222-Gehalt des Trinkwassers in bestimmten Gebieten in Österreich zu entsprechend höheren Aufnahmemengen führen kann.

Was blieb von Tschernobyl?

Nach Kernkraftwerksunfällen wie jenem im relativ nahen Tschernobyl kann es in den Folgejahren zu nennenswerten Belastungen und damit zu Kontaminationen von Lebensmitteln kommen. Dank der behördlichen Verkaufs- und Fütterungsverbote kam es nach Tschernobyl jedoch nur zu relativ geringer durchschnittlicher Belastung der Bevölkerung.

Das beim Unfall in Fukushima freigesetzte künstliche Radionuklid Cäsium-137 ist auch in Österreich noch nachweisbar, die Erhöhung der Kontamination von Nahrung ist jedoch auch hier gering. In wildwachsenden Lebensmitteln (Walderdbeeren, Pilzen) und Wild sind nach wie vor erhöhte Werte festzustellen. Diese sind jedoch wegen der üblicherweise geringen Konsumation vernachlässigbar. Schoders Fazit: Nahrungsmittel sind in Österreich generell sehr sicher – nicht zuletzt aufgrund der lückenlosen Kontrollen.

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Artikel 10. März 2015 - 00:04 Uhr
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