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Schimmel: Gefährliche Mitbewohner in vielen Häusern und Wohnungen

LINZ. Falsches Lüften, aber auch Baumängel begünstigen das Wachstum der Pilze.

Schimmel: Gefährliche Mitbewohner in vielen Häusern und Wohnungen

Schimmel-Suchhund "Elly von Klammeck" bei der Arbeit Bild: privat

Es ist der Alptraum für jeden Mieter oder Häuslbauer. Kaum ist man in der neuen Bleibe, bildet sich Schimmel an den Wänden. Ob zu wenig belüftet wurde oder ob Baumängel der Grund dafür sind, darüber lässt sich oft trefflich streiten. Entsprechende Prozesse beschäftigen jedenfalls die Gerichte – bis hin zum Obersten Gerichtshof.

Tatsache ist, Schimmel ist gesundheitsgefährdend. Besonders Menschen mit schwachem Immunsystem und Kinder sind von Schimmelbefall in Wohnräumen betroffen. "Die überwiegend durch die Atemwege aufgenommenen Schimmelsporen, Toxine und Pilzbruchstücke können Reizerscheinungen, Allergien oder Infektionen verursachen. Solche Erkrankungen sind oft sehr langwierig und schwerwiegend", wird Hans-Peter Hutter, Professor am Institut für Umwelthygiene der Med-Uni Wien, in einer Broschüre des Bundesverbandes für Schimmelsanierung und technische Bauteiltrocknung zitiert.

Richtig Lüften auch im Winter

Wo und warum sich Schimmel bildet, sei schwer zu sagen. "Es gibt keinen Hauptgrund dafür", sagt Werner Wurmhöringer, Schimmel-Sachverständiger aus Micheldorf. Was aber auf jeden Fall dazugehöre, um Schimmelbildung zu vermeiden, sei richtiges Lüften.

Jeder Raum eines Hauses oder einer Wohnung sollte mindestens drei Mal täglich vier bis sechs Minuten gelüftet werden. Unter Lüften versteht Wurmhöringer das so genannte Stoß- oder Querlüften, also möglichst einen Durchzug zu erzeugen. Ein gekipptes Fenster habe nichts mit richtigem Lüften zu tun und sei eher kontraproduktiv, so Wurmhöringer.

Falsches Verhalten der Bewohner ist eine Sache, Baumängel sind eine andere. Oft lässt man neuen Gebäuden zu wenig Zeit, um zu trocknen. Ein schnelles Anbringen einer Wärmedämmung lässt der Restfeuchtigkeit nur den Weg nach innen. Umso wichtiger wäre es, frisch bezogene Wohnungen oder Räume entsprechend intensiv zu lüften.

Abstand zu Außenwänden

Wichtig sei bei schimmelgefährdeten Bauten (vor allem bei alten) auch, Einrichtungsgegenstände wie Schränke mit einem Mindestabstand von zehn Zentimetern zu Außenwänden aufzustellen. Außenecken sollte man überhaupt möglichst freihalten. Das gelte auch für schwere Vorhänge, so Wurmhöringer.

Ist man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Opfer des Schimmelpilzes geworden, dann sollte man die Profis ans Werk lassen. Die rücken dann mit Messgeräten an, um die tatsächliche Belastung zu ermitteln. Oft ist freilich der Schimmelpilz selbst schwer zu finden. Hier empfiehlt sich der Einsatz von Schimmel-Suchhunden (siehe Kasten).

Kleinere Flächen, etwa schwarze Flecken in der Dusche, können mechanisch entfernt werden. Ist die befallene Fläche größer als ein halber Quadratmeter dann ist es mit der Selbsthilfe vorbei. Der Fachmann ist dann gefragt.

 

Feine Spürnasen für Schimmel-Schäden

In Schweden oder Deutschland sind sie schon seit Jahren im Einsatz. In Österreich sind sie noch ein bisschen exotisch: Suchhunde, die Schimmelbefall lokalisieren. Eine österreichische Schimmel-Suchhundestaffel gibt es in Neuhofen an der Krems. Drei Hunde seien derzeit „einsatzbereit“, vier weitere in Ausbildung, sagt der Präsident des Vereines, Wolfgang Hochreiter, im Gespräch mit den OÖNachrichten. Hundenasen seien gut geeignet, die von Mikroorganismen wie Schimmel abgegebenen flüchtigen Stoffe zu erschnüffeln. Die Ausbildung der Hunde läuft wie bei Sprengstoff-Suchhunden bei der Polizei. „Es ist der Spieltrieb der Hunde, der hier genutzt wird“, sagt Hochreiter.

Suchhunde könnten Schimmel auch unter Gipskarton-Platten oder Fliesen erschnüffeln. Trotzdem können sie nur eine Ergänzung zur Arbeit von Sachverständigen sein. Es müssten in jedem Fall auch analytische Methoden bei der Beurteilung von Schimmelschäden angewendet werden.

 

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Artikel Hermann Neumüller 10. Februar 2018 - 00:04 Uhr
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