Lade Inhalte...

Frauenzeit

Erkenntnis um die 50: "Keine wollte mehr 30 sein"

05. März 2022 00:04 Uhr

Erkenntnis um die 50: "Keine wollte mehr 30 sein"
Erzählten entspannt und mit Humor von den Erfahrungen des Älterwerdens: Astrologin Gerda Rogers, Model Milva Spina, Plastische Chirurgin Andrea Oßberger und ORF-Moderatorin und Autorin Birgit Fenderl (v. l.)

Launig, mit einer Portion Ironie, Selbsterkenntnis und Gelassenheit haben die Diskutantinnen der Runde "Was ist schon Alter?" ihre Erfahrungen dazu erzählt.

Eingeleitet von einem berührenden Video-Interview mit der 110-jährigen Stefanie Kürner, die von einem arbeitsamen Leben mit viel Bewegung erzählte, ergänzte die 80-jährige Astrologin Gerda Rogers: "Das Alter sitzt im Kopf. Der gibt die Richtung vor." Beschäftigung für den Kopf sei wichtig, so die gebürtige Linzerin. Rogers betonte einmal mehr, "arbeiten zu wollen, bis sie am Schreibtisch sterbe".

Dass sie "kleine Helferlein" wie Botox nutze, damit geht Rogers ganz offen um: "Man nimmt ein Hörgerät, man kriegt eine neue Hüfte, warum sollte man nicht beim Gesamtbild nachhelfen?" Die Plastische Chirurgin Andrea Oßberger vom Ordensklinikum Linz sagte, dass die meisten Frauen um die 40 Jahre alt seien, wenn sie das erste Mal in ihre Praxis kämen. Überwiegend gäbe es einen Anlass von außen – oft eine Trennung. Meist ginge es um minimal-invasive Behandlungen mit Hyaluron oder Botox. Wenn man die Eingriffe erkenne, dann sei "zu viel von allem gemacht" worden.

Das Model Milva Spina gehörte einst mit 28 Jahren zu den alten in ihrer Branche und war damals schon fast aus dem Geschäft. Ihre Entscheidung, mit dem Färben der Haare aufzuhören und eine graue Mähne zu tragen, habe ihrer Karriere einen neuen Schub gegeben. Heute ist die 54-Jährige weltweit gebucht und hat wie Gerda Rogers vor, möglichst lange zu arbeiten. "Ich will einmal vom Laufsteg ins Grab fallen." Die ORF-Moderatorin und Buchautorin Birgit Fenderl hat für ihr Buch "Kurswechsel bei 5.0" Frauen interviewt. Eines eint die verschiedensten Lebenswelten: "Es wollte keine mehr 30 sein." Mit zunehmendem Alter würden Frauen nicht mehr einem Fremdbild hinterher laufen. "Wir wissen, was wir wollen."

Auf die Frage, was sie ihrem 20-jährigen Ich aus heutiger Perspektive raten würden, sagte Gerda Rogers: "Bildung, Bildung, Bildung, eine gute Ausbildung ist heute das Um und Auf." Die Medizinerin Oßberger: "Trau dich." Milva Spina: "Es ist alles richtig, was du tust." Und Birgit Fenderl: "Vertrau auf dich selbst und setz dich nicht zu sehr unter Druck."