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Wirtschaft

Wie der "Computer für jeden" den Alltag von Millionen veränderte

09. August 2021 00:04 Uhr

Wie der "Computer für jeden" den Alltag von Millionen veränderte
Der IBM 5150 läutete eine Ära ein.

ARMONK. Vor 40 Jahren brachte das US-amerikanische Unternehmen IBM den ersten kommerziellen Personal Computer auf den Markt.

Aus dem Alltag sind Personal Computer (PC) nicht mehr wegzudenken. Den Grundstein dafür legte das US-amerikanische Unternehmen IBM vor 40 Jahren. Am 12. August 1981 erschien der IBM 5150 – der nicht nur eine neue Ära in der Technik-Geschichte einläutete, sondern auch Microsoft-Gründer Bill Gates reich machte.

Dabei verlief der Start des ersten kommerziellen PCs holprig. Denn Steve Wozniak und Steve Jobs, die Gründer von Apple, hatten bereits 1976 einen PC entwickelt: den Apple I. Während der damals auf Großrechner spezialisierte IBM-Konzern diese Erfindung der Konkurrenz noch belächelte, war das beim Nachfolgeprojekt Apple II ganz anders. IBMs damaliger Konzernchef Frank Carey beauftragte daraufhin Anfang der 1980er-Jahre Entwickler, auch einen PC zu entwerfen.

Statt den Rechner von Grund auf neu zu konzipieren, kaufte IBM das Know-how kleinerer Dienstleister ein. Eine entscheidende Rolle spielte dabei Microsoft-Gründer Bill Gates: Er holte von IBM die Zusage ein, das Betriebssystem für den PC zu liefern – und wurde damit später zum Milliardär.

Bei seiner Präsentation verursachte der IBM 5150 allerdings zunächst lange Gesichter: Microsofts Software wurde als schwach kritisiert, die Grafikdarstellung als nicht leistungsstark genug. "Er war rückständig. Von der Hardware her kein Meilenstein, von der Software her kein Meilenstein. Aber er kam zum richtigen Zeitpunkt", sagten Experten. In einer Presseerklärung pries IBM den flachen Kasten in Größe einer Schreibmaschine als "Computer für jeden, der schon immer einen persönlichen Rechner im Büro, auf dem Campus einer Uni oder zu Hause haben wollte", an. Vor allem mit Textverarbeitung und Tabellenkalkulation stach der PC heraus und verdrängte dadurch Konkurrenzmodelle aus Büros.

Konkurrenz zog an IBM vorbei

Bis heute orientieren sich alle PC-Entwickler an den technischen Standards dieses Modells. Für IBM war die Entwicklung Fluch und Segen zugleich. Denn der Konzern entschied, anderen Unternehmen wie Compaq, Dell oder Nixdorf den Nachbau des PCs zu gestatten. Während die Konkurrenz vor allem mit billigeren Modellen aufholte, verlor IBM an Boden. 1994 verdrängte Compaq IBM von der Spitze. 2005 verkaufte IBM seine PC-Sparte samt Markenrechten an den chinesischen Konzern Lenovo, der heute Weltmarktführer ist.

Die Branche selbst erlebte in den vergangenen Jahren ein Auf und Ab: Wurden 2011 noch 350 Millionen PCs weltweit verkauft, waren es 2018 rund 260 Millionen, weil andere technische Geräte dem PC den Rang abliefen. Corona, Homeschooling und Homeoffice brachten aber erneut einen Umschwung: Im Vorjahr stieg der Absatz auf mehr als 300 Millionen Stück – Laptops inklusive. (rom)

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