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Wirtschaft

Krise brachte Österreicher zum Sparen: 13 Milliarden Euro mehr als 2019

Von Ulrike Rubasch  02. April 2021 00:04 Uhr

Dank Kurzarbeitshilfe, Härtefallfonds, Umsatzersatz und Fixkostenzuschuss verloren die Österreicher nur wenig Einkommen.

WIEN. Sparquote auf 14,5 Prozent verdoppelt - BIP sank, Staatsschulden schnellten in die Höhe.

Die Österreicher sparten im vergangenen Jahr so viel Geld wie in keinem der vergangenen 25 Jahre. Die Sparquote, also der Teil des verfügbaren Einkommens eines Haushalts, der nicht konsumiert wird, verdoppelte sich beinahe auf 14,5 Prozent. Mangels Gelegenheit, ihr Geld wie gewohnt auszugeben, und aus Vorsorge und Angst vor der Zukunft haben die Österreicher 2020 knapp 32 Milliarden Euro zusätzlich auf die hohe Kante gelegt. Das sind um 13 Milliarden mehr als 2019, teilte die Statistik Austria am Donnerstag mit. Die Konsumausgaben lagen um neun Prozent unter dem Vorjahr.

Das war nur deshalb möglich, weil das real verfügbare Einkommen der Menschen bei Weitem nicht so drastisch gesunken ist, wie man das in den ersten Monaten der Coronakrise hätte fürchten können: minus 2,9 Prozent zum Vorjahr im Durchschnitt. Die gesamte Wirtschaftsleistung Österreichs (Bruttoinlandsprodukt, BIP) ging hingegen deutlich stärker zurück: minus 6,6 Prozent.

"Das überrascht vielleicht in einer solchen Krise, aber der Einkommensschock war für die meisten nicht so extrem. Der Staat hat die Krise bisher gut abgefedert", sagt Heike Lehner, Ökonomin beim Thinktank Agenda Austria, im OÖN-Gespräch. Aus diesem Grund könnte auch ein wirtschaftlicher Aufschwung recht schnell gehen. Wie die Krise die soziale Ungleichheit verändert, hänge davon ab, ob die befürchtete Insolvenzwelle kommt und wie lange die Kurzarbeit als Ausgleich fungiere.

Der Großteil des jetzt angesparten Geldes sind jedenfalls aufgestaute Konsumausgaben. Ein Teil sei verschiebbar, so Lehner, doch "vorangegangene Haarschnitte wird man nicht mehr aufholen".

Staatshaushalt sieht düster aus

Die Corona-Hilfsmaßnahmen brachten dem öffentlichen Haushalt das höchste Staatsdefizit seit dem Zweiten Weltkrieg in Höhe von 8,9 Prozent bzw. 33,2 Milliarden Euro. (Das EU-Maastricht-Ziel liegt bei drei Prozent). 2019 wie 2018 seien im Übrigen die einzigen Überschussjahre seit 1945 gewesen, sagte Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas.

Der Schuldenberg türmte sich auf 315 Milliarden Euro (plus 35 Milliarden), sodass die Schuldenquote im Corona-Jahr um 13,4 Prozentpunkte auf knapp 84 Prozent des Bruttoinlandsprodukts emporschnellte. Das ist weit weg vom europäischen Maastricht-Ziel von 60 Prozent.

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Ulrike Rubasch

Redakteurin Wirtschaft

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