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Josef Zauner – einer, der das Feuer für das Handwerk entfachen will

Von Elisabeth Prechtl  16. April 2022 15:20 Uhr

Josef Zauner – einer, der das Feuer für das Handwerk entfachen will
Josef Zauner bei seinem Auftritt beim "Speaker Slam"

Der Schlosser hilft Betrieben, Mitarbeiter zu finden und das Handwerk "sexy" zu machen.

Handwerker sind so lange bedeutungslos, bis man in der Not einen braucht", sagt Josef Zauner. "Wenn du bei einem Rohrbruch in deiner Wohnung knöcheltief im Wasser stehst, bringt dir ein Studium nichts." Zauner ist Schlosser und Handwerker aus Leidenschaft: Er hat seine Ausbildung in einem Betrieb in Schörfling am Attersee absolviert, war später in zwei unterschiedlichen Betrieben als Geschäftsführer tätig. Parallel hat er eine Ausbildung zum "Speaker", also Sprecher oder Vortragenden, absolviert und vor Kurzem mit einem Kollegen die Unternehmensberatung "Digital Blocks" übernommen – alles mit einem Ziel: "Das Handwerk muss wieder sexy werden. Es darf kein gesellschaftlicher Abstieg sein, wenn sich Menschen für einen Handwerksberuf entscheiden."

Seine Vorträge zum Thema haben Zauner kürzlich sogar bis ins deutsche Mastershausen geführt: Er war einer von 96 Teilnehmern, die beim "Speaker Slam" ihr Können gezeigt haben. Die Redner sprachen über ihr Herzensthema und hatten vier Minuten Zeit, ihr Publikum mitzureißen.

"Auch dort habe ich gemerkt, dass das Thema einige Menschen beschäftigt", sagt der 41-jährige Lenzinger, der aus einer richtigen Handwerkerfamilie kommt. Mit seiner Unternehmensberatung will er kleinen und mittleren Handwerksbetrieben helfen, attraktiv für Arbeitskräfte zu werden. Wie das gelingen kann?

Erstens müssten die Unternehmen sich klar machen, welche Visionen, Ziele und Werte sie haben, und diese auch nach innen vertreten. Wer sich Wertschätzung, Anerkennung oder Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreibe, müsse dies auch leben, sagt Zauner, "sonst schlägt es ins Gegenteil aus". Wer diese Dinge ehrlich lebe und praktiziere, könne potenzielle Mitarbeiter ansprechen, die sich damit identifizieren.

Zweitens müssten Betriebe eine moderne Ausstattung zur Verfügung stellen: "Wer in seiner Freizeit das modernste Smartphone hat, will nicht an einer veralteten Maschine arbeiten."

Innen und außen authentisch

Drittens sei für viele eine gute Außendarstellung, etwa im Internet oder via Soziale Medien, immer noch nicht selbstverständlich.

Ein weiterer Ansatz von "Digital Blocks" ist die Digitalisierung, die bei vielen Malern, Installateuren und Tischlern noch nicht Einzug gehalten hat: "So gut wie alle Betriebe kämpfen mit Personalmangel." Die Betriebe müssten sich die Digitalisierung für Dinge wie die Verwaltung zunutze machen, um die Mitarbeiter für wertschöpfende Tätigkeiten einzusetzen.

Zauners Großväter waren Tischler, der Vater Installateur. Fehlt ihm, dem Schlosser und jetzigen Berater, die tägliche manuelle Tätigkeit? "Ich bin sehr zufrieden. Ich kann so mehr für das Handwerk bewirken, als wenn ich hinter einer Maschine stehe."

Artikel von

Elisabeth Prechtl

Redakteurin Wirtschaft

Elisabeth Prechtl

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