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Wirtschaft

Personalprobleme bei Raiffeisen-Wohnbaufirma

Von Alexander Zens   27. Juni 2015 06:19 Uhr

Personalprobleme bei Raiffeisen-Wohnbaufirma
OÖ-Wohnbau-Geschäftsführer Markus Rosinger (l.), Ferdinand Hochleitner

LINZ. Hohe Fluktuation gibt es bei der gemeinnützigen OÖ Wohnbau, die zu Raiffeisenlandesbank und ÖVP gehört. Die Chefin der Hausverwaltung musste gehen. Ein kritischer Prüfbericht beanstandet das Defizit im Baugeschäft.

Turbulent geht es beim größten gemeinnützigen Wohnbauträger in Oberösterreich, "OÖ Wohnbau", zu. Das zu Raiffeisenlandesbank (RLB) und ÖVP gehörende Unternehmen hat sich von seiner langjährigen, weithin anerkannten Chefin der Hausverwaltung getrennt. Das löst sowohl in der Firma als auch in der Branche Kopfschütteln aus. Der unfreiwillige Abgang sei der Höhepunkt einer Zeit mit hoher Fluktuation, heißt es. Die Vorgangsweise der Geschäftsführung sei schwer nachvollziehbar, das Unbehagen in der Belegschaft groß.

Seitdem Markus Rosinger 2012 Geschäftsführer wurde, haben zahlreiche Leute den Bauträger verlassen, darunter mehrere leitende Angestellte, offiziell meist im Einvernehmen. Zweiter Geschäftsführer ist der seit 2006 amtierende Ferdinand Hochleitner. Beide wurden dem Vernehmen nach von RLB-Vorstandsdirektor und OÖ-Wohnbau-Aufsichtsratsmitglied Reinhard Schwendtbauer zu einem klärenden Gespräch zitiert.

In die operativen Themen mische man sich nicht ein, erklärt Landesamtsdirektor Erich Watzl (ÖVP), stellvertretender Aufsichtsratschef der OÖ Wohnbau. Er sagt aber auch, dass die "Art und Weise" der Trennung von der Verwaltungsleiterin "besser hätte sein können". Das liege in der Verantwortung der Geschäftsführung.

Watzl betont, dass es im Zuge der Fusion von GWB, Wohnungsfreunde, GWG Enns und gbv-services zur OÖ Wohnbau herausfordernde Veränderungen und Strukturbereinigungen gegeben habe: "Geschäftsführung und Belegschaft haben das professionell umgesetzt."

Die Stellungnahme von Rosinger und Hochleitner: Seit 2012 betrage die jährliche Fluktuation rund sechs Mitarbeiter, davor seien es 14 gewesen. Bei insgesamt etwa 150 Mitarbeitern gebe es immer Wechsel. Dass Leute abgeworben würden, schmerze, sei aber keine Besonderheit. Bezüglich der Stimmung in der Firma verweisen sie auf eine Mitarbeiterbefragung, aus der sich hohe Zufriedenheit ableiten lässt.

Ein zweites heikles Thema ist der aktuelle Prüfbericht des Revisionsverbandes. Wie im Vorjahr ist die OÖ Wohnbau die einzige Gemeinnützige, bei der die Prüfer aus Wien "wirtschaftliche Verluste aus der eigenen Bautätigkeit" beanstanden. Sie sind 2014 um rund 60.000 auf 520.000 Euro gestiegen.

Rosinger und Hochleitner begründen das Defizit damit, dass Erlöse aus dem Verkauf von Mietkaufwohnungen im Bereich "Grundstücksverkehr" bilanziert worden seien, die Aufwendungen daraus im Bereich "Bautätigkeit". Man habe erst heuer die Kostenstellen neu eingerichtet. Außerdem argumentieren die OÖ-Wohnbau-Chefs mit einer gesetzlich und bautechnisch bedingten Verzögerung bei der Verrechnung von Verwaltungshonoraren. Watzl sagt, dass man für jede Anregung der Aufsicht dankbar sei.

Insgesamt schrieb die OÖ Wohnbau 792.000 Euro Bilanzgewinn. Rund 41.000 Einheiten werden verwaltet, davon 25.000 Wohnungen.

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