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Eishockey

Tag der Entscheidung: Alles oder nichts

Von Alexander Zambarloukos 20. Mai 2019 00:04 Uhr

Tag der Entscheidung: Alles oder nichts
Fokussiert: Kapitän Thomas Raffl

Österreichs Eishockeyteam muss heute Italien schlagen, um den Klassenerhalt zu schaffen

Die Rechnung ist simpel. Wer heute (20.15 Uhr, ORF Sport+) das Duell der noch punktelosen Teams in Bratislava mit oder ohne Überstunden (Verlängerung, Penaltyschießen) gewinnt, rettet sich. Österreichs Eishockey-Verbandspräsident Gernot Mittendorfer (55) hat vor dem alles entscheidenden "WM-Abstiegsfinale" gegen Italien ein gutes Gefühl und auch noch ein paar Sky-Boxen-Plätze in der Ondrej Nepela Arena zu vergeben. Das liegt daran, dass der Sportminister (samt Entourage) seit Samstag nicht verfügbar ist, weil es keinen mehr gibt. Dieser Posten ist nach dem Rücktritt von Heinz-Christian Strache vakant.

Mittendorfer, der gestern das Match gegen Tschechien (0:8) an der Seite seiner 80-jährigen Mutter aus Walding beobachtete, hat damit heute wieder Zeit, sich unter die rot-weiß-roten Fans zu mischen. "Schon allein sie würden es verdienen, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Sie geben hier in der Slowakei ein großartiges Bild ab. Sogar die schwedische Torhüter-Legende Henrik Lundqvist schwärmte von ihnen", sagte der gebürtige Linzer Mittendorfer, der im Brotberuf Finanzchef der Erste Group Bank AG ist.

"Es ist eine 50:50-Partie"

Der Ausgang dieses "Endspiels" lässt sich trotzdem nicht kalkulieren, weil es nicht nur um Qualität, sondern auch um mentale Stärke geht. "Wir sind sicher nicht Außenseiter, es ist in dieser besonderen Konstellation eine 50:50-Partie. Einstellung, Wille, Stimmung – das ist alles top. Jeder will", betonte ÖEHV-Teamchef Roger Bader, der sich vielleicht wieder seine grüne Glückskrawatte umhängen wird.

Die Dressenwahl fiel auf "Rot", das ist giftiger als "Weiß" – und zeigt beim Gegner mehr Wirkung. Hofft man. Wird die Mission Klassenerhalt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht, würde der Schweizer Bader die Nationalmannschaft in seine dritte A-WM in Folge führen. Im Mai 2020 steigt das Turnier in Zürich und Lausanne – für Bader wäre das also ein großartiges Heimspiel. Doch so weit ist es noch nicht.

Hätte Italien keinen exzellenten Torhüter wie Andreas Bernard vom finnischen Klub Ässät Pori, müsste man Österreichs Team um Fabio Hofer, dessen Mutter übrigens aus Bergamo (Ita) stammt, klar favorisieren. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir es schaffen werden", strotzt der Ex-Black-Wings-Stürmer vor Zuversicht.

Die Squadra azzurra – mit zehn Akteuren aus der zweitklassigen Alps Hockey League unterwegs – hat in 360 WM-Minuten erst einmal getroffen. In WM-Duellen mit Österreich liegen aber die Italiener mit 13:10 Siegen voran. Zudem haben sie einen 24-Stunden-Bonus (längere Regenerationszeit). Als Ausrede lässt das im rot-weiß-roten Team aber niemand gelten.

Im "Schongang" in ein 0:8-Debakel geschlittert

Weil Verteidiger Dominique Heinrich nach dem Aufwärmen leicht angeschlagen w. o. geben hatte müssen, standen Österreichs Eishockey-Teamchef Roger Bader gegen Tschechien nur 17 Feldspieler zur Verfügung. „Da war es dann zu erwarten, dass es so ausgeht“, sagte der Schweizer nach dem ernüchternden 0:8-Debakel vor 9072 Fans in der Ondrej Nepela Arena.

„Es ist aber ärgerlich, wenn man dem Gegner Tore schenkt“, ergänzte Bader, dem heute (20.15 Uhr, ORF Sport+) im WM-„Abstiegsfinale“ gegen Italien wieder mehr Akteure zur Verfügung stehen sollten. Mit Heinrich sowie den Stürmern Konstantin Komarek, NHL-Ass Michael Raffl und Peter Schneider ist zu rechnen. Linz-Goalie David Kickert (Beinblessur) gilt noch als „Wackelkandidat“. „Wir bleiben positiv, jetzt geht es um alles“, betonte Kapitän Thomas Raffl. Für Gastgeber Slowakei ist die WM seit gestern, 18.20 Uhr, gelaufen. Der 3:1-Sieg der USA über Deutschland schloss das Tor zum Viertelfinale endgültig.

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