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Motorsport

"Mad Max": Das war das heißeste Rennen des Jahres

01. Juli 2019 00:04 Uhr

"Mad Max": Das war das heißeste Rennen des Jahres
Happy: Verstappen stemmt die Trophäe in die Höhe.

SPIELBERG. Formel 1: Verstappen rempelte sich an Leclerc vorbei und triumphierte in Spielberg.

Nach der "Formel fad" eine Woche zuvor in Frankreich lief gestern beim Großen Preis von Österreich in Spielberg ein ganz anderer Film. Er hätte den Titel "Mad Max" verdient, denn Hauptdarsteller Max Verstappen bescherte den Formel-1-Fans das heißeste Rennen des Jahres. Der 21-jährige Red-Bull-Pilot wurde wie im Vorjahr zum siegenden Holländer.

Der packende finale Zweikampf mit Ferrari-Jungstar Charles Leclerc riss die Leute von den Sitzen und beschäftigte nach dem Rennen die "Oberschiedsrichter". Verstappen durfte schließlich den Sieg behalten. Eine zweite Entscheidung am grünen Tisch nach Vettels Bestrafung vor drei Wochen in Kanada – der Deutsche verlor aufgrund einer Zeitstrafe den Sieg an Lewis Hamilton – hätte der Königsklasse einen weiteren Zacken aus der Krone geschlagen.

Keinen Platz gelassen

"Wenn so etwas bestraft wird, dann können wir zuhause bleiben", sagte Verstappen nach dem Rennen. Sein Rivale Leclerc sah die Sache naturgemäß anders. "Das war nicht so, wie man überholt. Er hat mir keinen Platz gelassen", sagte der Ferrari-Mann, der nicht nur gleich alt wie der Niederländer ist, sondern auch in Monte Carlo lebt. Das gestrige Duell wird sicher nicht die letzte Hochgeschwindigkeitsrangelei der beiden Vertreter der neuen Fahrergeneration gewesen sein. Den jungen Wilden gehört die Zukunft.

"Mad Max": Das war das heißeste Rennen des Jahres
Verstappen vor der "Orangen Wand"

Mehr als 20.000 Fans aus den Niederlanden waren im Murtal eingefallen, um dort der lokalen Gastronomie Rekordumsätze zu bescheren und für Verstappen eine orange Menschenmauer zu machen. Der ultimative Partyalarm wurde zunächst schon beim Start abgeblasen. Der Red-Bull-Pilot fiel vom zweiten auf den neunten Platz zurück, die Wiederholung des Vorjahressieges schien damit kein Thema mehr zu sein.

Aber dann pflügte der 21-Jährige durch das Feld, dass es (nicht nur für die orange gekleideten Formel-1-Fans) eine Freude war. Zuerst schnappte er sich Vettel im Duell um Platz drei, dann zischte Verstappen auch noch am Silberpfeil von Valtteri Bottas vorbei. Fünf Runden vor Schluss kam es dann zum dramatischen Duell gegen den Langzeitführenden Leclerc. Die erste Attacke in Kurve zwei konnte der Ferrari-Jungstar noch kontern, beim zweiten packte Verstappen die Brechstange aus und rempelte sich vorbei.

"Das war eine Max-Show, die war unglaublich. Seine Überholmanöver kommen aus dem Nichts, da wissen die Konkurrenten nicht, was sie machen sollen", sagte Red-Bull-Konsulent Helmut Marko, der das Nachspiel vor den Stewards der FIA als völlig überflüssig einstufte. "Dem Leclerc ist einfach die Straße ausgegangen, da musste er nachgeben."

Für Mercedes war es zu heiß

Für WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton lief es auf dem Red-Bull-Ring wie für das Mercedes-Team eher unrund. Nach Platz zwei im Qualifying wurde der Engländer auf Startplatz vier zurückversetzt, da er zuvor Kimi Räikkönen behindert hatte. Im Rennen demolierte er seinen Vorderflügel, was ein längeres "Service" beim Reifenwechsel in der Mercedes-Box zur Folge hatte. Damit war für Hamilton, der in der Steiermark seine Abdrücke für die "Straße der Sieger" hinterlassen hat, der Sieg kein Thema mehr. Am Ende musste er sich mit Platz fünf begnügen. So wie sein Teamkollege Valtteri Bottas, der Dritter wurde, kämpfte er mit Temperaturproblemen, die dem Mercedes-Motor viel Kraft raubten. "Wir fuhren heute kein Rennen, sondern haben nur versucht, das Auto nicht zu überhitzen. Das war die totale Schadensbegrenzung", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. (chz)

> Mehr über Sieger Max Verstappen

Niki Lauda hat wieder seine eigene Kurve

Ein großes Poster mit seinem Porträt und der Aufschrift „Danke Niki“ ließ ein Hubschrauber über das Gelände schweben, als die steirische Kult-Gruppe „Opus“ die Bundeshymne mit ihren E-Gitarren vertonte. Zahlreiche Zuschauer zückten eine rote Kappe – 50.000 waren auf den Tribünenplätzen hinterlegt worden. Vor dem Start hatte der Grand Prix von Österreich gestern seinen Gänsehaut-Moment.

Das Gedenken an Niki Lauda prägte das ganze Rennwochenende. Mehr als nur ein symbolischer Akt war am Sonntagvormittag die Umbenennung der ersten Richtungsänderung nach dem Start in „Niki-Lauda-Kurve“. Endlich wurde der am 20. Mai im Alter von 70 Jahren verstorbenen Formel-1-Ikone ein adäquates Denkmal gesetzt. Schon einmal hatte es auf dem steirischen Ring eine Lauda-Kurve gegeben, diese wurde allerdings vor fünf Jahren an einen Sponsor verkauft, worüber sich Lauda ziemlich ärgerte. Sein Freund Helmut Marko tröstete ihn damals so: „Sei froh, die meisten Rennfahrer bekommen ihre Kurve, wenn sie tot sind. Und du lebst ja noch.“ Marko überreichte Laudas Witwe Birgit und Sohn Lukas gestern eine Ring-Skulptur. „Wir haben die Kurve Nummer 1 genommen. Hier ist am meisten Aktion, da geht’s am wildesten zu. Also all das, was Niki selbst gelebt und auch geschätzt hat“, sagte Marko. Lauda hatte 1984 als bisher einziger Österreicher den Großen Preis von Österreich gewinnen können. Die zweite Ikone, nach der eine Kurve am Red-Bull-Ring benannt wurde, ist Jochen Rindt. (chz)

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