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Superbowl: Brady holte siebenten NFL-Titel

Von nachrichten.at/apa   08. Februar 2021 06:19 Uhr

Super Bowl LV: Tom Brady holte mit Tampa siebenten NFL-Titel

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TAMPA. Umringt von seinen Kindern erhielt Tom Brady im Konfettiregen die Trophäe für den siebenten Super-Bowl-Sieg und gab nach dem überlegenen Erfolg sogleich ein Versprechen.

"Wir kommen zurück", rief der 43-Jährige nach dem 31:9 seiner Tampa Bay Buccaneers gegen die Kansas City Chiefs und strahlte über das ganze Gesicht. Für den erfolgreichsten Football-Spieler der NFL-Geschichte soll nach den nächsten Rekorden noch lange nicht Schluss sein.

"Ich bin so stolz auf die Burschen", sagte Brady am Sonntag (Ortszeit), nachdem er auch zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt worden war. "Wir sind World Champions für immer, das kann uns niemand mehr nehmen." Für Brady war es bereits die fünfte MVP-Trophäe in der Super Bowl - dies ist ebenso wie seine sieben Siege eine Bestmarke in der National Football League.

Heimsieg-eindeutig

Unerwartet deutlich entthronten die Bucs den chancenlosen Titelverteidiger in Tampa und sind nun das erste Team der NFL-Geschichte, das den größten Triumph im American Football im eigenen Stadion feiern konnte. Brady war bereits zuvor mit sechs Siegen der erfolgreichste Football-Profi der Geschichte und führte die Buccaneers mit drei Touchdown-Pässen zu dem historischen Erfolg. "Du bist eine Legende", sagte Chiefs-Quarterback Patrick Mahomes auf dem Spielfeld voller Anerkennung. Für den 18 Jahre jüngeren Mahomes war es im 54. NFL-Spiel seiner Karriere die deutlichste Niederlage.

Das Raymond James Stadium der Bucs war trotz der Corona-Pandemie mit 25.000 Zuschauern zu gut einem Drittel gefüllt. Dank Pappfiguren auf den Tribünen wirkte die Arena voll.

Viele Strafen für die Chiefs

Die Chiefs erzielten mit einem Field Goal zwar die ersten drei Punkte der Partie, wurden ihrer Favoritenrolle ansonsten aber überhaupt nicht gerecht und leisteten sich ungewohnte und teils hanebüchene Fehler. Ohne den üblichen Schutz seiner durch Verletzungen dezimierten Bodyguards geriet Mahomes bei nahezu jedem Spielzug unter Druck. Viel mehr aber schmerzten den Titelverteidiger die vielen Strafen, die sie allein in der ersten Halbzeit zusammengerechnet fast eine ganze Spielfeldlänge kosteten. 95 Yards Strafe gab es in einer Halbzeit bei einer Super Bowl noch nie.

So musste Sarah Thomas als erste weibliche Schiedsrichterin in einer Super Bowl beispielsweise eine Abseitsposition der Chiefs anzeigen, die den Buccaneers in der unmittelbaren Folge den zweiten Touchdown ermöglichte.

Mit der unaufgeregten Abgeklärtheit eines Routiniers nutzte Brady die vielen Geschenke der Chiefs aus. Insbesondere das Zusammenspiel mit seinem Kumpel Rob Gronkowski funktionierte prächtig. Die ersten beiden Touchdowns waren eine Co-Produktion der beiden Football-Größen, die schon bei den New England Patriots zusammen drei Super-Bowl-Siege erobert hatten. Die nun 14 Touchdownpässe von Brady auf Gronkowski in den Play-offs sind ein weiterer Rekord.

Den Touchdown zum Pausenstand von 21:6 steuerte Antonio Brown bei, der seine unerwartete Comeback-Geschichte damit um ein Erfolgskapitel erweiterte. Die ersten acht Wochen der Saison war der in viele Skandale verwickelte Passempfänger noch wegen Fehlverhaltens gesperrt gewesen und erst danach von den Bucs verpflichtet worden.

Zweistelliger Rückstand

In der durch den klaren Spielstand weniger aufregenden zweiten Hälfte gelang Running Back Leonard Fournette der vierte Touchdown für den Gastgeber. Die Chiefs kamen nicht mehr zurück ins Spiel, Mahomes verlor erstmals in seiner NFL-Karriere mit einem zweistelligen Rückstand. Die so stark eingeschätzte und die ganze Saison überzeugende Offensive der Chiefs erzielte keinen einzigen Touchdown, alle neun Punkte kamen durch Field Goals von Kicker Harrison Butker zustande.

In der Halbzeitshow trat der kanadische Rapper The Weekend auf, vor der Partie trug die US-Star-Poetin Amanda Gorman ein Gedicht zu Ehren der wichtigen Arbeiter in der Corona-Krise vor.

Auftritt Amanda Gorman

Die junge Dichterin Amanda Gorman, die durch ihren Auftritt bei der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Joe Biden weltweites Aufsehen erregt hat, hat bei der Super Bowl Menschen geehrt, die sich im Kampf gegen die Coronakrise engagieren. Vor Beginn des Finalspiels der Football-Liga NFL am Sonntagabend (Ortszeit) in Tampa im Bundesstaat Florida wurde ein Video gezeigt, in dem die 22-jährige Afroamerikanerin ihr Gedicht "Chorus of the Captains" ("Chorus der Kapitäne") vortrug.

In dem Gedicht ehrte Gorman die "essenziellen Arbeiter" wie Spitals-Mitarbeiter oder Erzieher. "Sie sind vorangegangen / indem sie alle Erwartungen und Grenzen überschritten / und ihren Gemeinden und Nachbarn Auftrieb gaben / als Führungsfiguren, Menschen, die heilten, und Erzieher", lauten einige der Verse, die Gorman vortrug. Auch gedachte sie der Opfer der Pandemie und beschwor den Zusammenhalt in der Gesellschaft zur gemeinsamen Bekämpfung der Krise. Es war das erste Mal in der Geschichte des "Super Bowl", dass eine Dichterin oder Dichter auftrat.

Gorman war bereits der heimliche Star bei der Amtseinführung von US-Präsident Biden vor wenigen Wochen. Mit einem Gedicht, in dem sie ihre eigene Lebensgeschichte mit der harten sozialen Realität Amerikas verwebte und auch auf den vorangegangenen Sturm auf das Kapitol Bezug nahm, sorgte die Poetin in Washington für den wohl aufsehenerregendsten Auftritt.

 

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