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Doping-Wirbel im Tennis

23. Juni 2022 12:12 Uhr

Tests im Vorhinein angekündigt

LONDON. Dem Tennis-Weltverband ITF wird in einem Bericht der englischen Zeitung "Mail on Sunday" vorgeworfen, Spielern Dopingtests im Vorhinein angekündigt zu haben.

Demnach soll die ITF die Spieler vor den US Open 2021 gewarnt haben, dass sie für den biologischen Athletenpass (ABP) eine Blutprobe abgeben müssten. Die Profis seien auch vor den US Open 2019 und den Miami Open Ende März aufgefordert worden, über das Online-Anti-Doping-Portal Zeitfenster für diese Tests zu buchen.  Eine entsprechende Nachricht von Nicole Sapstead, Leiterin des Anti-Doping-Programms der ITF, liegt der Zeitung nach eigenen Angaben vor. Damit hätten die Spieler vier Tage Vorlaufzeit für ihren Test gehabt. „Ich glaube nicht, dass die ITF ankündigen sollte, wann sie Dopingtests bei Sportlern durchführt“, wird Luis Horta, der ehemalige Leiter der portugiesischen Anti-Doping-Agentur, zitiert.

Das Anti-Doping-Programm der ITF wird von der International Tennis Integrity Agency (ITIA), einer unabhängigen Einrichtung, durchgeführt. „Das Ziel ist es, Daten von so vielen Spielern wie möglich zu sammeln, damit wir über eine möglichst breite Datenbasis verfügen“, hieß es in einer der "Mail on Sunday" vorliegenden Erklärung der ITIA. Logistisch gesehen sei es daher sinnvoll, „dies ein- oder zweimal im Jahr im Voraus zu arrangieren“, damit so viele Spieler wie möglich getestet werden könnten.

Anhand des Athletenpasses können Veränderungen der Blutwerte und somit mögliche Dopingverstöße festgestellt werden. So kann Blutdoping durch die Einnahme des die Ausdauer erhöhenden Erythropoietin (EPO) durch Anomalien in den Biomarkern eines Spielers nachgewiesen werden.

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