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Behördenfehler: Der erste Satz ging an Novak Djokovic

Von OÖN   11. Januar 2022 00:04 Uhr

Novak Djokovic mit Betreuerteam in der Rod Laver Arena in Melbourne.

MELBOURNE. Ein Richter entschied, dass der Tennisstar zumindest vorerst in Australien bleiben darf

"Was hätte dieser Mann noch mehr tun können?" Mit dieser rhetorischen Frage begründete Richter Anthony Kelly gestern seine Entscheidung, Novak Djokovic vorerst nach Australien einreisen zu lassen. Vergangenen Mittwoch war der ungeimpfte Tennisstar am Flughafen gestoppt worden und in ein Abschiebehotel gebracht worden. Nun steht fest, dass sich der Serbe, der die am 17. Jänner beginnenden Australian Open zum zehnten Mal gewinnen will, in "Down Under" frei bewegen darf.

Zu verdanken hat er dies primär einem Fehler der Grenzbehörden. Diese hatten dem Weltranglisten-Ersten bei der Einreise nicht die vorgeschriebene Zeit eingeräumt, um seine Visumunterlagen zu erklären. Konkret wurde Djokovic um 5.20 Uhr gesagt, er habe bis 8.30 Uhr Zeit. Tatsächlich wurde seine Stellungnahme schon um 6.14 Uhr eingeholt und auch die Entscheidung um 7.42 Uhr, also vor Ablauf der Frist gefällt.

Djokovic hat damit gegen die australischen Behörden den ersten Satz gewonnen, das Match allerdings noch nicht. Richter Kelly stellte nämlich nur fest, dass der Visumsentzug falsch war, nicht aber, ob Djokovics Einreise rechtens war. Einwanderungsminister Alex Hawke wollte gestern nicht mehr darüber entscheiden, ob er von seinem persönlichen Recht Gebrauch macht, ein Visum ohne Angabe von Gründen zu entziehen. Das könnte er in den nächsten Tagen noch tun.

Der Bundesstaat Victoria und Australiens Tennisverband hatten Djokovic eine Ausnahmegenehmigung erteilt, da er sich in den vergangenen sechs Monaten mit Corona infiziert hatte. Laut Australiens Gesundheitsministerium ist dies jedoch kein ausreichender Grund für eine Ausnahme.

Behördenfehler: Der erste Satz ging an Novak Djokovic
Sofort trainiert: Novak Djokovic (2.v.l.) nach seiner Freilassung (Instagram)

Mit Pfefferspray

Zu tumultartigen Szenen kam es auf Melbournes Straßen, als Hunderte Djokovic-Fans gestern einen Wagen vor dem Anwaltsgebäude umringten, in dem sie ihr Idol vermuteten. Um die Situation aufzulösen, setzten die Polizisten Pfefferspray ein.

Djokovic nahm bereits kurz nach seiner Freilassung das Training wieder auf. "Trotz allem, was passiert ist, möchte ich hierbleiben und versuchen, bei den Australian Open anzutreten", sagte der erleichterte Star, der bei einer Pressekonferenz seiner Familie in Belgrad zugeschaltet war.

Kyrgios ist coronapositiv
Nick Kyrgios

Kyrgios ist coronapositiv

In der Woche vor dem Hauptrundenstart der Australian Open in Melbourne ist Lokalmatador Nick Kyrgios coronapositiv getestet worden. Der 26-Jährige hat keine Symptome, wie er gestern via Instagram bekannt gab. Der sechsmalige ATP-Turniersieger, der derzeit nur an 114. Stelle der Weltrangliste liegt, ist geimpft und hofft nun, trotzdem in Melbourne an den Start gehen zu können.

Vielversprechend ist derweil die Form von Ashleigh Barty. Die australische Weltranglistenführende verzichtet nach ihrem 6:3, 6:2 im Finale von Adelaide über Jelena Rybakina (Kaz) auf das diese Woche laufende WTA-Turnier in Sydney. Die 25-Jährige gönnt sich vor Melbourne lieber eine Pause.

Jurij Rodionov (7:6/3, 6:4 über Filip Horansky/Svk) sowie Julia Grabher (6:7/5, 6:2, 5:2/Aufgabe über Katharina Hobgarski/D) starteten mit Siegen in die Australian-Open-Qualifikation.

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