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LASK

Marko Raguz: "Ich kann mich nicht nur an Toren messen"

Von Florian Wurzinger und Markus Prinz  17. Juli 2021 06:45 Uhr

LASK-Stürmer Marko Raguz.

PASCHING. Der LASK ist am Samstag mit einem 6:0-Erfolg im Cup-Heimspiel gegen den FC Marchfeld-Donauauen in die neue Saison gestartet. Nach dem gelungenen Pflichtspielauftakt blickt Stürmer Marko Raguz auch dem Bundesliga-Start positiv entgegen.

Im OÖN-Sportpodcast "Heimspiel" hat der Eferdinger außerdem über seine lange Verletzungspause, Tore im Europacup und die nervliche Belastung beim Elfmeterschießen gesprochen.

Auszüge des Podcasts: 

OÖN: Du hast dir im November vergangenen Jahres beim Europa-League-Spiel in Antwerpen das Kreuzband gerissen. Was ist dir durch den Kopf gegangen, als sich die Diagnose bestätigt hat?

Marko Raguz: Es war sehr bitter, weil ich gerade am Weg nach oben war und es eine sehr erfolgreiche Zeit war. Ich habe es aber trotzdem relativ schnell verarbeiten können und hatte eine sehr gute Reha mit unserem Physio. Man stellt sich oft vor, dass man verletzt ist und nichts machen kann, aber genau das Gegenteil war der Fall. Ich habe den ganzen Tag daran gearbeitet, dass ich so schnell wie möglich wieder ins Gehen und Laufen komme und auf den Fußballplatz zurückkehren kann.

Hast du wieder volles Vertrauen in dein Knie?

Ja, definitiv. Meine beiden Knie sind wieder gleichwertig. Dass ein leichtes Ziehen oder muskuläre Probleme auftreten, ist ganz normal. Aber ich habe das im Kopf schon sehr gut verarbeitet und überhaupt keine Probleme.

Du hast dich vor dem Test gegen Heidenheim beim Aufwärmen erneut leicht verletzt und dann nicht spielen können. Müssen sich die LASK-Fans Sorgen machen?

Es ist keine großartige Verletzung, das ist ganz normal nach so einer langen spielfreien Zeit. Ich habe es muskulär beim Training vielleicht ein bisschen übertrieben, kann aber Entwarnung geben.

Die Meistergruppe ist in der vergangenen Saison nicht nach Wunsch gelaufen, dazu habt ihr das Cupfinale verloren. Wie habt ihr diese Enttäuschungen intern analysiert?

Die letzten paar Monate waren keine einfache Zeit, wir wurden auch immer wieder durch Unruhen von außerhalb gestört. Jetzt ist es ganz wichtig, dass wir uns wieder auf uns konzentrieren und Ruhe im Verein einkehrt. Wir sind in den letzten Wochen wieder auf einem guten Weg, zu unseren Tugenden zurückzukehren: Wir sind bodenständig, arbeiten hart und lassen uns durch nichts aus der Ruhe bringen.

Auch Trainer Dominik Thalhammer wurde gegen Saisonende immer wieder kritisiert.

Das ist normal, wenn die Ergebnisse nicht passen. Natürlich ist der Fußball ein Ergebnissport, aber man muss schauen, was wir in der letzten Saison mit Ball teilweise erreicht haben. Wir haben durch viele Ausfälle im Angriff Probleme bekommen und waren nicht mehr so präsent, dadurch kommen solche Ergebnisse dann auch zustande.

Raguz beim Test gegen Dynamo Moskau.

Interessiert dich, wie viele Kilometer du in einem Spiel läufst oder misst du dich rein an erzielten Toren?

Natürlich ist die physische Komponente wichtig. Aber ich kann mich bei uns nicht rein an den Toren messen, weil wir eine Einheit sind, die gemeinsam mit und gegen den Ball spielt. Ich weiß, wie wichtig das Spiel gegen den Ball für uns ist. Wenn ich das gut mache, dann komme ich auch zu mehr Chancen.

Die Engländer sind im EM-Finale am enormen Druck im Elfmeterschießen gescheitert. Inwiefern kann man diese Drucksituation im Training üben?

Ich bin kein Fan davon, die Elfmeterschützen extra einzuwechseln, so wie es die Engländer gemacht haben. Man sollte das nicht zu einem großen Thema machen, weil es darum geht, dass der Ball ins Tor geht. Jeder kann Elfmeter schießen, es geht dann einfach darum, dass man sich traut, hinzugehen und den Ball auch ins Tor zu schießen.

Du bist mit dem LASK in deiner ersten vollen Saison als Profi ins Achtelfinale der Europa League eingezogen. Gibt es auf dieser Reise durch Europa einen speziellen Moment, den du persönlich immer in Erinnerung behalten wirst?

Beim Hin- und Rückspiel gegen Alkmaar (Sechzehntelfinale, Raguz erzielte alle drei LASK-Tore, d. Red.) waren schon Momente dabei, vor allem auf der Gugl vor 15.000 Leuten. Das sind Momente, die man nicht beschreiben kann. Man ist einfach überglücklich und man freut sich fast mehr mit den Leuten mit, wenn man ihnen etwas zurückgeben kann. Ich bin nach 60 Minuten ausgewechselt worden und mir ist die Lunge rausgehängt (lacht).

Hast du schon einmal Kontakt gehabt mit Teamchef Franco Foda?

Es hat schon ein, zwei gemütliche Telefonate gegeben. Er hat auch während der Verletzungszeit angerufen und gefragt, wie es mir geht.

Wie schätzt du deine Chancen ein, im Nationalteam Fuß zu fassen?

Ich kann mich dazu nicht wirklich äußern, weil ich noch nie dabei war. Aber wenn man ein junger Stürmer ist, der Tore macht, dann ist es nicht so abwegig, dass man einmal dabei ist.

Wie nahe dran warst du schon an einem Transfer ins Ausland?

Das Fußballgeschäft ist schnelllebig, es waren schon Anfragen da. Ich habe dann überlegt, was das beste für mich in sportlicher Hinsicht ist und bis jetzt war es immer sehr klar, dass ich beim LASK bleibe. Ich habe noch nie wirklich lange überlegen müssen, etwas anderes zu machen.

Das Interview und den Podcast in voller Länge sowie viele weitere Episoden mit heimischen Sportlern können Sie ganz oben im Artikel anhören, oder auf folgenden Podcast-Plattformen:

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