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Innenpolitik

Van der Bellen voran, Hofer knapp dahinter

08. April 2016 00:05 Uhr

Alexander Van der Bellen

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Bild 1/6 Bildergalerie: Die Kandidaten für die Wiener Hofburg

WIEN. Auch Unabhängige Irmgard Griss liegt in OGM-Umfrage als Dritte gut im Rennen. Klarer Rückstand für die beide Kandidaten der Regierungsparteien.

Alexander Van der Bellen (Grüne) liegt mit 24 Prozent an der Spitze, knapp dahinter Norbert Hofer (FP) mit 22 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle OGM-Umfrage zur Bundespräsidenten-Wahl, durchgeführt im Auftrag der führenden Bundesländerzeitungen (1013 Befragte, Schwankungsbreite plus/minus 3,1 Prozent).

Mindestens ebenso bemerkenswert ist der Befund für die beiden Regierungskandidaten: Rudolf Hundstorfer (SP) liegt mit 17 Prozent deutlich und Andreas Khol (VP) mit 13 Prozent abgeschlagen hinter der drittplatzierten Irmgard Griss. Die Unabhängige käme derzeit auf 21 Prozent. Basis der Reihung sind jene 68 Prozent der Befragten, die angeben, an der Wahl am 24. April sicher teilnehmen zu wollen.

Khols Hauptmanko

Khols Problem sei die schwache "Behaltequote" innerhalb der eigenen Partei, resümiert OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. Knapp die Hälfte der VP-Wählerstimmen würden an Griss oder Van der Bellen, zum Teil auch an Hofer gehen. Khol selbst, dessen Hauptmanko der Meinungsforscher in der Sympathie sieht, gewinne kaum Stimmen von anderen Wählergruppen.

Hundstorfers Stärke sei die Sympathie. Der Ex-Sozialminister leide aber an der sinkenden Zustimmung für die SPÖ.

Um das totale Debakel, eine Stichwahl am 22. Mai ohne Regierungskandidaten, zu vermeiden, bräuchten Hundstorfer und noch mehr Khol jedenfalls "ein starkes Finish", sagt Bachmayer.

An der Spitze "schmilzt der Vorsprung" von Van der Bellen. Der Ex-Grünen-Chef bleibt aber zwei Wochen vor der ersten Entscheidung Favorit auf die Stichwahl. Ob Van der Bellen den Vorsprung halten kann, hänge letztlich von seinem Abschneiden bei den weiteren TV-Debatten ab.

Blaue Hofburg-Skeptiker

Hofer, der ähnlich wie Griss mit Bekanntheitsdefiziten angetreten ist, "legt mit seinen TV-Auftritten ständig zu". Seine große Herausforderung sieht Bachmayer in der Mobilisierung freiheitlicher Wähler, unter denen die Skepsis gegenüber dem Amt des Bundespräsidenten am größten ist. Was bisher stets in eine sehr schwache blaue Wahlbeteiligung gemündet habe.

Die Chancen von Griss, den Sprung auf Platz zwei und damit in die Stichwahl zu schaffen, hänge von Hofers Erfolg ab, seine Parteigänger zur Wahl zu bringen. Zulegen könne sie auch, wenn die Stagnation bei Khol anhält. Das gelte teilweise auch bei Hundstorfer.

Einen klaren Vorteil für die Ex-Richterin hat Bachmayer gemessen, der sich beim Erreichen einer Stichwahl entscheidend auswirken könnte: Griss hat die besten Werte als Zweitkandidatin. 21 Prozent gaben an, sie würden beim vorzeitigen Ausscheiden ihres Favoriten Griss wählen.

Als Schlusslicht mit zwei Prozent bliebe Richard Lugner die Rolle, im Kampf um Platz zwei und drei entscheidende Stimmen abzuziehen. Hochspannung im Wahlkampffinish ist durch die überdurchschnittlich vielen Unentschlossenen garantiert. 19 Prozent der Österreicher gaben an, ihren Kandidaten noch zu suchen.

 

Grafik: 

 

 

Khol mobilisiert, Lugner klagt, Jazz Gitti flucht

Obwohl Andreas Khol in den Meinungsfragen schlecht liegt, versucht der VP-Kandidat durchzustarten. Gestern Abend begann er in Innsbruck offiziell seinen Wahlkampf. Ins Kongresszentrum waren Ehrengäste, Parteivertreter und rund tausend Sympathisanten gekommen. Unter den Rednern war Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer. Gekommen waren auch die Regierungsmitglieder Hans Jörg Schelling, Andrä Rupprechter, Johanna Mikl-Leitner und Sebastian Kurz.

Nicht fehlen durfte Khols Gattin Heidi; sie erlebte auch die Vorführung eines neuen Werbefilms.
Zu wenig im Bild ist, nach seinem Geschmack, Bundespräsidentschaftskandidat Richard Lugner im ORF. Der Baumeister wird wegen der Nichteinladung zu den ORF-Kurzduellen „2 im Gespräch“ bei der Aufsichtsbehörde eine Beschwerde wegen Verstoßes gegen das ORF-Gesetz einbringen. Dies kündigte Lugners Rechtsvertreter Alexander Scheer gestern an. Der ORF hält dennoch an seiner Entscheidung fest.

Laut Scheer will der ORF Lugner durch die Nichteinladung „bewusst schaden oder sogar andere Kandidaten unterstützen“. Kritik übte der Anwalt an der ORF-Argumentation, Lugner sei kein relevanter Kandidat: „Es wäre eine massive Anmaßung des ORF, wenn er diese Meinung wirklich vertreten würde.“

Zuvor hatten mehrere ORF-Publikumsräte die Entscheidung des ORF kritisiert und ein Umdenken gefordert. Die grüne Publikumsrätin Eva Blimlinger sieht eine „grobe Verletzung des ORF-Gesetzes“. Auch ORF-Stiftungsrat Franz Medwenitsch (VP) rügte die Einladungspolitik. Ebenso kritisch äußersten sich SP-Bewerber Rudolf Hundstorfer und Khol.

Nichts zu lachen hatte die Sängerin Jazz Gitti bei einem Auftritt in Lugners Wahlkampf. Sie fiel auf einen Scherz-Anruf des Ö3-„Callboy“ herein. „Als ORF-Mitarbeiter“ machte er ihr klar, dass sie wegen ihres Wahlkampfauftritts bei den „Dancing Stars“ rausfliege – außer, sie trete für jeden Kandidaten auf.
Die wortgewaltige Sängerin reagierte mit wilden Schimpfworten.

 

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