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Weltspiegel

Drosten befürchtet Problem wegen Omikron-Variante im neuen Jahr

Von nachrichten.at/apa   07. Dezember 2021 21:06 Uhr

(Symbolbild)

BERLIN/LINZ. Der deutsche Virologe Christian Drosten sieht ab Anfang kommenden Jahres Schwierigkeiten mit der Omikron-Variante auf sein Land zukommen. Auch sein österreichischer Kollege Florian Krammer zeigte sich pessimistisch.

"Ich denke, ab Januar werden wir mit Omikron in Deutschland ein Problem haben", sagte der Wissenschafter von der Berliner Charité und führender Corona-Experte in Europa, Christian Drosten, am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. Dieses Problem könne bis in den Sommer andauern, warnte er. In Südafrika seien die Zuwachsraten trotz des dort einsetzenden Sommers hoch. "Und darum würde ich im Moment auch nicht sagen, bis Ostern ist in Deutschland die Pandemie vorbei, wenn Omikron übernimmt." Bisher seien ihm aus dem Austausch mit Kollegen ungefähr 25 bis 30 Omikron-Fälle in Deutschland bekannt, berichtete Drosten. Die Zahl sei nicht vollständig und werde "in ganz kurzer Zeit" zunehmen.

Noch viele offene Fragen

Der Virologe betonte jedoch, dass es rund um die Variante noch viele offene Fragen gebe und mehr Daten abgewartet werden müssten. Mehrfach sprach Drosten von einer "Ratestunde". Die Ausgangslagen in Südafrika und England, wo Omikron sich in besorgniserregender Geschwindigkeit ausbreite, seien zudem anders als in Deutschland. Er wolle auch nicht den Teufel an die Wand malen, halte aber Vorsicht angesichts der Veränderungen des Virus für geboten, sagte der Charité-Forscher.

Bei Omikron sei die "blödeste Kombination" an Eigenschaften zu befürchten: Immunflucht und Fitnessgewinn - also eine Variante, die den Antikörpern von Geimpften und Genesenen besser entkommt und zudem ansteckender ist. Die Impflücken in Deutschland müssten geschlossen werden, das sei die erste Priorität, sagte Drosten. Auch angesichts schwerer Verläufe, die nun bei Kindern in Südafrika beobachtet würden, sei zu befürchten, dass Omikron für Ungeimpfte "nicht harmlos" sei. Man dürfe wegen Berichten über milde Verläufe bei Genesenen und Geimpften nicht in Euphorie verfallen.

"Schaut nicht gut aus"

Allzu optimistisch hat sich auch der in den USA tätige österreichische Virologe Florian Krammer am Dienstag nicht gezeigt, was die Omikron-Variante angeht. Auch wenn nach wie vor noch nicht genug Daten vorliegen würden und damit die Unsicherheit groß sei, um die Situation mit Omikron abschätzen zu können, "schaut's aber nicht gut aus", meinte er in einer Diskussion per Live-Stream, den die Kunstuni Linz organisiert hat. Denn erste Einschätzungen, die Virusmutation sei im Vergleich zu Delta harmloser, konnte er nicht bestätigen. So gehe die "Zahl der Neuinfektionen steil bergauf" und auch die Zahl der Einweisungen in die Spitäler steige, sagte er. "Die sichere Annahme ist, dass diese Variante genauso gefährlich ist wie alle anderen", stellte er weiters klar.

Unklarheit gebe es hingegen noch in Hinsicht auf den Impfstoff. Dass die Forschung wegen Omikron dabei "zurück an den Start" müsse, hält er für unwahrscheinlich. Wer eine Grundimmunität gegen Corona aufweise, verfüge über Antikörper produzierende Zellen, von denen durchaus "einige auch Omikron erkennen können". Mit einem spezifischen Booster würden diese Zellen reaktiviert, so dass sich schnell eine Schutzwirkung - in sieben bis zehn Tagen - aufbauen könne, so Krammers Annahme.

Problematisch für Ungeimpfte

Problematisch werde es seiner Ansicht nach für die Ungeimpften. Es könne "kompliziert" werden, wenn Omikron und Delta nebeneinander zirkulieren. Wegen einer fehlenden Grundimmunisierung gegen Corona könne nicht geboostert werden, erklärte der Virologe. Fragen wie zum Beispiel, sollten Erststiche gegen Delta oder Omikron gegeben werden oder parallel, tun sich derzeit für ihn auf.

 

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