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Weltspiegel

Serbisches Militär will Eisdecke auf der Donau sprengen

10. Februar 2012

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Die Donau, Europas zweitlängster Strom, ist an vielen Stellen komplett zugefroren. In Serbien will das Militär jetzt in einer Gewaltaktion Überschwemmungen verhindern und plant, den Eispanzer zu sprengen.

Nicht nur in Bayern und Österreich ist der Schiffsverkehr eingestellt – auch in vier osteuropäischen Ländern ist es so. Bulgarien, Kroatien, Rumänien und Serbien haben diese Entscheidung getroffen, weil bis zu 90 Prozent der Wasseroberfläche von Eis bedeckt sind. An manchen Stellen ist das Eis bis zu 15 Zentimeter dick.

Um Überschwemmungen großen Ausmaßes zu verhindern, plant das serbische Militär, jetzt das Eis auf der Donau zu sprengen. Ebenfalls aufgesprengt soll der Eispanzer auf dem Ibar werden.

In Serbien sind nach Behördenangaben seit Beginn der Kältewelle 13 Menschen erfroren. Am Donnerstag wurde in Negotin im Osten und Novi Sad die tiefste Temperatur dieses Winters gemessen: Nahe der Grenze zu Rumänien und in der Hauptstadt der Vojvodina fielen die Thermometer auf minus 27 Grad.

Die Donaustadt Vidin war mit 28,6 Grad unter null am Donnerstag der kälteste Ort in Bulgarien. Nachdem wegen Eisschollen die Donauschifffahrt schon unterbrochen war, stellte in Vidin auch die Fähre nach Rumänien ihren Betrieb ein.

Dutzende Kleinstädte und Dörfer in Bulgarien mussten ohne Strom auskommen – vielerorts waren die Leitungen beschädigt. Wegen stürmischer Winde wurde der Schwarzmeerhafen Varna geschlossen. Viele Züge konnten nicht mehr fahren. Auch zahlreiche Landstraßen waren nicht mehr zu passieren. An allen Schulen gab es Kälteferien.

Banknoten zum Heizen

Die ungarische Zentralbank hat für die jährlich aus dem Verkehr gezogenen alten Banknoten eine besondere Verwendung: Hilfsorganisationen erhalten die alten Forint-Scheine zum Heizen. Besonders bei der derzeitigen Kältewelle ist die seit Jahren praktizierte Beihilfe willkommen. „Für unsere Organisation ist diese Spende lebensnotwendig, wir ersparen uns einen Gutteil unserer Heizkosten“, sagt Krisztina Haraszti, die Leiterin des Zentrums für autistische Kinder in der nordostungarischen Stadt Miskolc. Das Zentrum spart auf diese Weise zwischen 50.000 und 60.000 Forint (etwa 180 und 200 Euro) monatlich – „kein geringer Betrag in diesen Krisenzeiten“, sagt Haraszti.

Neben ihrem Zentrum ist in diesem Jahr noch der Verband für behinderte Kinder Vesztö im Südosten des Landes Nutznießer der Bank-Initiative. Diese startete vor vier Jahren: Anfangs wurden die alten Scheine einfach verfeuert, inzwischen verfügt die Bank in ihrem Logistikzentrum über eigene Maschinen, um die Scheine nach dem Schreddern zu Briketts zu pressen.

 

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