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Society & Mode

"Entfremdung kommt in den besten Familien vor – Versöhnung aber auch"

Von Barbara Rohrhofer  14. April 2021 00:06 Uhr

"Entfremdung kommt in den besten Familien vor – Versöhnung aber auch"
Da war die Welt noch in Ordnung: die Prinzen Philip, Charles, William, Harry.

Bei der Trauerfeier zu Prinz Philips Tod wird Prinz Harry, 36, seinen Bruder Prinz William, 38, wiedersehen. Es wird das erste Zusammentreffen seit mehr als einem Jahr sein. Die beiden sollen laut Medienberichten sogar nebeneinander hinter dem Sarg ihres Großvaters hergehen.

Seite an Seite hat man William und Harry schon lange nicht mehr gesehen: Aus den britischen Prinzen-Brüdern, die beste Freunde und Vertraute waren, sind in den vergangenen Jahren zwei Menschen geworden, die sich voneinander entfernt haben – nicht nur räumlich. Prinz Harry, der sich vom Königshaus losgesagt hat, lebt mit seiner Ehefrau Meghan und dem Söhnchen Archie in den USA. Von dort aus hat das Paar erst kürzlich – in einem aufsehenerregenden Interview mit dem US-Talkshow-Star Oprah Winfrey – massive Vorwürfe gegen die königliche Familie gerichtet.

Mehr Distanz ist ganz normal

"Dass sich Geschwister im Laufe des Lebens voneinander entfernen, ist nichts Ungewöhnliches. Entfremdung kommt in den besten Familien vor, Versöhnung aber auch ", sagt Geschwister-Expertin Kerstin Bamminger. Forschungen würden zeigen, dass diese Beziehung wie eine U-Kurve verläuft. In der Kindheit und Jugend würde es eine große Nähe geben. "Im jungen Erwachsenenalter sucht sich jeder seinen Platz im Leben und gründet selbst eine Familie – in dieser Phase kommt es oft zu mehr Distanz. Der eigene Lebensentwurf bestimmt das Handeln", sagt die Lebens- und Sozialberaterin, die in Stadl-Paura die MAMAkademie betreibt. Mit zunehmendem Alter würden sich viele wieder annähern, weil sie die tiefe Verbundenheit spüren. Immerhin ist die Beziehung zu den Geschwistern die längste Beziehung, die ein Mensch in seinem Leben hat. Diese Verbindung kann auch niemals beendet werden. Sie wirkt unterschwellig nach, auch wenn kein Kontakt mehr besteht. Kam es zu Streitereien und Zerwürfnissen, seien Anlässe wie Taufen, Hochzeiten oder Begräbnisse oftmals der richtige Zeitpunkt, um sich auszusprechen und vielleicht auch auszusöhnen. "Im Grunde strebt jedes Familiensystem nach Harmonie", sagt Bamminger. Das würde auch bei den Royals der Fall sein.

"Die Brüder William und Harry sind tief verbunden, weil sie in einer außergewöhnlichen Situation aufgewachsen sind und den Verlust der Mutter erlebt haben. Die Chancen, dass sie wieder zueinanderfinden, stehen sicherlich gut, auch wenn es hart ist, ein so sensibles Thema in der Öffentlichkeit austragen zu müssen."

Onlinekurse zum Thema Geschwisterbeziehungen unter beziehungsweiseleben.at/ geschwister-sind-fuer-immer

Artikel von

Barbara Rohrhofer

Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit

Barbara Rohrhofer
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