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Chronik

Schwere Verläufe durch Mutation: Mehr als 500 Covid-Intensivpatienten

Von nachrichten.at   27. März 2021 10:31 Uhr

Mehr Intensivpatienten durch Mutationen

WIEN. Die Ministerien meldeten seit Freitag 3498 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und einen deutlichen Sprung bei den Intensivpatienten. Der Mediziner Thomas Staudinger sieht einen Zusammenhang mit der britischen Mutation. "Diese Patienten kommen einfach viel, viel schneller auf die Intensivstation", sagt er.

Die Zahl der schwerkranken Spitalspatienten ist binnen 24 Stunden von 463 auf 504 gestiegen, wie die Samstags-Zahlen von Innen- und Gesundheitsministerium zeigen. In einer Woche ist die Zahl der Covid-Intensivpatienten um 110 bzw. 27,9 Prozent gestiegen. Mehr als die Hälfte der neu mit SARS-CoV-2-Infizierten belegten Intensivbetten - exakt 22 von 41 - kamen seit Freitag in Wien hinzu. Dort wurden zudem am Samstag vom Krisenstab der Stadt 1.068 Neuinfektionen seit dem Vortag und 115 Nachmeldungen vom Donnerstag bekanntgegeben.

Der Leiter der Intensivstationen am Wiener AKH, Thomas Staudinger, sprach am Freitagabend in der "ZiB2" des ORF von einer "Situation, die im Moment so an der Grenze zu dem steht, was man vielleicht mit dem Wort dramatisch bezeichnen könnte." Das scheine mit der sogenannten britischen Virus-Mutation zusammenzuhängen, erläuterte der Mediziner. "Mittlerweile ist es klar, dass die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf um über 60 Prozent erhöht ist. Und was wir sehen ist, dass diese Patienten einfach viel, viel schneller auf die Intensivstation kommen."

Video: Thomas Staudinger im "ZiB"-Interview

Operationen in Wien verschoben

Hinzu kommen auch Nicht-Covid-Patienten auf Intensivstationen. Hier müssen in Wien bereits planbare Operationen verschoben werden, um Intensivbetten frei zu bekommen. Dazu gehören laut Staudinger etwa auch "große Bauch-Operationen, Tumor-Operationen, komplexe Herz-Operationen, Lungen-Operationen und ähnliche Dinge. Also eigentlich schon Sachen die man in einem normalen Zustand möglichst rasch abarbeiten sollte", betonte der AKH-Arzt.

Der bisherige Höchststand bei der Belegung der Intensivbetten mit Corona-Patienten waren 709 österreichweit am 25. November des Vorjahres. Der Anstieg der schweren Fälle innerhalb der vergangenen Woche und seit Freitag wird jedoch auch im Vergleich mit der Infiziertenzahl in den Spitälern insgesamt deutlich. Diese stieg mit 16,9 Prozent weniger dramatisch an als der Anteil auf den Intensivstationen. Am Samstag waren insgesamt 2.156 Krankenhausbetten mit Covid-Patienten belegt, fünf mehr als am Vortag.

539 Neuinfektionen in Oberösterreich

Die Zahl der Neuinfektionen lag österreichweit um rund 300 über dem Sieben-Tage-Schnitt von 3.192. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg auf einen Wert von 251. Aus dem Burgenland kamen 142 Fälle hinzu, aus Kärnten 184. Nach Wien die meisten positiven Tests vermeldeten Ober- (539) und Niederösterreich (531). In Salzburg waren es 196, in der Steiermark 297, in Tirol 340 und in Vorarlberg 98. Seit Beginn der Pandemie gab es 533.786 bestätigte Corona-Fälle, 488.964 Betroffene haben eine Infektion bisher wieder überstanden. 9.231 sind verstorben, das sind 31 mehr seit Freitag und 179 Todesfälle innerhalb der vergangenen sieben Tage. 35.591 Infizierte galten am Samstag als aktive Fälle.

Video: Immer mehr Experten rechnen mit einem Oster-Lockdown für ganz Österreich - außer Vorarlberg. Grund ist die weit verbreitete britische Corona-Mutation. Die ist nicht nur viel ansteckender - sondern auch viel gefährlicher.

1.095.782 Menschen haben bisher eine erste Dosis einer Corona-Impfung erhalten, geht aus dem Dashboard des Gesundheitsministeriums hervor. 393.928 Personen erhielten die für einen vollständigen Impfschutz notwendigen zwei Dosen.

Nicht aussagekräftig ist die Teststatistik wegen einer massiven Datenkorrektur in Vorarlberg. Dort wurde die Zahl der bisher durchgeführten PCR-Tests massiv nach unten korrigiert, jene der Antigentests nach oben. In Summe weist die Statistik für ganz Österreich somit um gut 223.000 PCR-Tests weniger aus als am Vortag.

  • Anschober hofft auf Massentests: Ende Juni, spätestens Anfang Juli sollen zwei Drittel der Österreicher zumindest den ersten Stich der Corona-Schutzimpfung erhalten haben. >> Zum Artikel
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