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Oberösterreich

Wildererprozess in Wels erneut vertagt

Von nachrichten.at/kap   22. September 2021 10:40 Uhr

Welser Taliban vor Gericht: "Ich schäme mich"
Das Welser Landesgericht

WELS. Fünf der acht angeklagten mutmaßlichen Wilderer aus dem Salzkammergut wurden bereits Ende Juli verurteilt. Bei den übrigen drei Fällen steht das Urteil noch aus.

Der Prozess, der am Mittwoch nach kurzer Verhandlungsdauer vertagt wurde, soll am 27. Oktober fortgesetzt werden. Ein Grund für die Vertagung war, dass sich ein wichtiger Zeuge entschuldigt hatte.

Schwere Eingriffe in das Jagdrecht, 35 weitere Fälle im Bereich der Tierquälerei: Bereits am 28. Juli standen die acht Angeklagten, die weitgehend aus dem Salzkammergut stammen, im Welser Schwurgerichtssaal den Fragen des Richters Rede und Antwort (die OÖN berichteten). Ihnen wurde vorgeworfen, von 2017 bis Juni 2020 in fremden Jagdrevieren in den Bezirken Gmunden, Linz-Land, Grieskirchen, Salzburg-Umgebung und Zwettl ihr Unwesen getrieben zu haben. Dabei dürfte die mutmaßliche Wildererbande - sieben Männer und eine Frau, die teilweise miteinander verwandt sind - Dutzende wild lebende Tiere getötet oder gefangen haben. Betroffen waren Rehe, Füchse, Dachse, Wildschweine, Biber, Eichhörnchen und verschiedene Vogelarten. Bei dem 25-seitigen Strafantrag handelte es sich um den längsten, den Staatsanwalt Manfred Holzinger je eingebracht habe.

Fünf Angeklagte wurden bis zum Abend des 28. Juli verurteilt - es setzte Geldstrafen in der Höhe von 360, 720 bzw. 4400 Euro teilbedingt und zweimal sechs Monate bedingt. Heute wird das Verfahren gegen die drei übrigen Angeklagten im Welser Schwurgerichtssaal fortgesetzt.

Die Angeklagten gaben Ende Juli zwar das Wildern zu, Tiere wollen sie aber keine gequält haben. Dabei betonte der Richter jedoch, dass Tierquälerei nicht zwingend bedeute, dass die Tiere leiden mussten. „Auch das mutwillige Töten zur Vergnügung stellt Tierquälerei dar.“ Ein Angeklagter rechtfertigte seine Tat dadurch, dass der erlegte Reiher Fische verletzt und die Laichen gefährdet habe. Zudem habe ein Bussard Hasen attackiert, ein Specht habe immer wieder auf einen hochstand eingehämmert. Einem Biber wurde der Garaus gemacht, weil dieser „Enten attackiert“ habe, so die Behauptung des Beschuldigten. damit das Nagetier nicht umsonst sterben sollte, habe er den erlegten Biber ausgekocht, weil er an den Schädelknochen interessiert gewesen sei.

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