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Wels

Nachwuchsmangel und Überalterung im Kloster

Von Michaela Krenn-Aichinger 23. Oktober 2019 00:04 Uhr

Nachwuchsmangel und Überalterung im Kloster
Offen für Neues: Beim Projekt "Owa vom Gas" des Medien Kultur Hauses Wels und einem Schülerteam der NMS Steinerkirchen gaben die Benediktinerinnen Einblicke in ihre Welt.

STEINERKIRCHEN. Neuer weltlicher "Freundeskreis" unterstützt die Benediktinerinnen im Mutterhaus in Steinerkirchen an der Traun.

Viele Ordensgemeinschaften leiden unter Nachwuchsmangel, nicht anders ergeht es den Benediktinerinnen vom Unbefleckten Herzen Mariens in Steinerkirchen. Das Durchschnittsalter der 64 Schwestern im Mutterhaus liegt bei rund 78 Jahren. Die vielen betagten und hochbetagten Frauen werden von ihren Mitschwestern und angestelltem Fachpersonal im Frauenkloster betreut.

Damit das Werk der Benediktinerinnen, die früher in mehr als 40 Pfarren und Einrichtungen in pastoralen und sozialen Bereichen tätig waren, weitergetragen wird, kommt jetzt weltliche Unterstützung durch den neu gegründeten Verein "Freundeskreis der Benediktinerinnen". "Das Kloster soll auch künftig ein spiritueller Lebensraum und ein gastfreundliches offenes Haus für viele sein", sagt Obfrau Maria Sumereder, die vor ihrer Pensionierung in Leitungsfunktion bei der Caritas für Menschen mit Behinderung tätig war. Ihr Stellvertreter ist der frühere Bezirkshauptmann von Wels-Land Josef Gruber.

Die Schwestern bekommen Unterstützung im Alltag, zum Beispiel werden Begleitdienste außerhalb des Klosters organisiert, es werden Projekte der Ordensgemeinschaft unterstützt und Veranstaltungen organisiert, damit das Kloster ein Ort der Begegnung bleibt.

Orden feiert 70-Jahr-Jubiläum

Priorin Hanna Jurman (59) betont: "Es geht im weitesten Sinn darum, im Austausch zu bleiben, Gastfreundschaft zu leben und auf die eine oder andere Art Unterstützung zu bekommen, zumal wir Jüngeren mit Leitungsfunktionen betraut sind."

Zur Hochblüte der Ordensgemeinschaft, die heuer das 70-Jahr-Jubiläum gefeiert hat, gab es rund 200 Schwestern, heute sind es 74, sechs von ihnen arbeiten in Barreiras in Brasilien, wo der verstorbene Benediktiner Richard Josef Weberberger Bischof war. Aktuell ist gerade eine junge Ordensschwester aus Brasilien in Steinerkirchen zu Gast. Die Hoffnung lebt, dass sich die eine oder andere junge Frau künftig der Ordensgemeinschaft anschließt, "die Zeit der Großgemeinschaft ist aber zu Ende", sagt Priorin Hanna Jurman. Sie hoffe, dass durch die Begegnung mit den Schwestern Menschen merken, "dass das ein Leben ist, das Sinn gibt und Freude macht."

Die Benediktinerinnen bewiesen erst kürzlich beim Projekt "Owa vom Gas" mit der Neuen Mittelschule Steinerkirchen und dem Medien Kultur Haus in Wels, dass sie sich gerne auf Neues und auf die Jugend einlassen. Ein Schülerteam begleitete die Schwestern drei Tage lang in ihrem Alltag und drehte einen Kurzfilm darüber.

Über den neuen Freundeskreis Frauen für das Ordensleben zu begeistern, sei nicht in erster Linie das Ziel. "Sollte es über diese Schiene gelingen, wäre es natürlich schön", sagt Jurman.

Der Verein "Freundeskreis der Benediktinerinnen vom Unbefleckten Herzen Mariens" wird sich der Öffentlichkeit am 9. und 10. November beim Martinimarkt im Innenhof des Klosters präsentieren. Mitarbeiter werden noch gesucht. Es wird auch eine Klosterschänke und ein Klostercafé geben.

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