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Wels

Neuer Jagdpächter schließt Frieden mit den Eberstalzeller Waidmännern

Von Erik Famler   22. Mai 2018 00:00 Uhr

Nach Auslaufen des Pachtvertrages begann ein Machtkampf unter den Jägern.
Nach Auslaufen des Pachtvertrages herrscht in der Gemeindejagd von Eberstalzell wieder Ordnung.

EBERSTALZELL. Nach Streitigkeiten rang Alois Hochmuth den bisherigen Konsorten einen Kompromiss ab.

Der Konflikt rund um die Gemeindepacht in Eberstalzell ist beigelegt. Wie geplant, wird Alois Hochmuth das gesamte über 2500 Hektar große Gebiet pachten. Die bisherigen Konsorten können ihre Reviere ohne Einschränkungen weiter bejagen.

Damit schaffte der Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Bad Wimsbach-Neydharting, was noch zu Beginn der Streitigkeiten undenkbar schien: „Ich habe eine dienende Funktion. Für mich steht das friedliche Miteinander im Vordergrund“, sagt der neue Jagdpächter. Der Tod seiner Ehefrau Gertrude vor eineinhalb Jahren habe in ihm etwas ausgelöst, betont Hochmuth. Der streng gläubige Banker will nicht nur im Pfarrgemeinderat eine dienende Funktion einnehmen, wo er kürzlich zum Leiter des Finanzausschusses berufen wurde, sondern auch bei der Jägerschaft als Friedensstifter in Erscheinung treten.

Zehn Konsorten jagen wieder

Dies dürfte ihm fürs Erste gelungen sein. Von elf Konsorten konnte er zehn auf seine Seite bringen. Nur einer war partout nicht zum Weitermachen zu bewegen. Hochmuth übernahm für diesen die Revierverantwortung. Sein Versprechen, den früheren Konsorten den Vortritt zu lassen, hat er eingehalten. Hochmuth wird bei Bedarf nur im Ortsgebiet jagen. Das ist kein richtiges Revier, weil dort nur in Ausnahmefällen geschossen werden kann.

Sollte der auf dem Papier besiegelte Frieden den Praxistest bestehen, hat Hochmuth auch die Erwartungen der Grundbesitzer erfüllt, die den Jagdausschuss dominieren: „Nach dem Gesetz bestimmen die Landwirte die Vergabe der Jagd und nicht die Jäger.“

Diese Konstellation führt immer wieder zu Konflikten – nicht nur in Eberstalzell. Das Ziel der Bauern ist ein Rückgang des Wildverbisses, der nur durch die rigorose Einhaltung der behördlich vorgeschriebenen Abschusszahlen erreicht werden kann. Für die Jägerschaft ergeben sich daraus Pflichten, die nicht immer eingehalten werden können.

Ein inzwischen beigelegter Streitpunkt war auch die Höhe der Jagdpacht. Ohne Wildverbiss beträgt diese jährlich rund 7539 Euro (exklusive 30 Prozent Jagdabgabe). Das sind drei Euro pro Hektar. Sollten bei den so genannten Weiserflächen gröbere Verbissschäden auftreten, erhöht sich auch die Jagdpacht.

280 Rehe auf der Abschussliste

Hochmuth ist entschlossen, die Abschusszahlen zu erreichen. In der diesjährigen Jagdsaison müssen 280 Rehe erlegt werden: „Jeder Jäger handelt so, wie ein engagierter Jagdleiter handeln sollte“, appelliert der neue Pächter an die Revierverantwortlichen. Werden die Abschusszahlen verfehlt, hat Hochmuth angeboten, den Mehraufwand aus eigener Tasche zu bezahlen: „Die zusätzlichen Kosten erwirtschafte ich durch den Wildbretverkauf“, gibt sich der neue Pächter zuversichtlich.

 

 

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