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Ein Amt für drei Gemeinden: Steegen erteilt Plänen nun Abfuhr

PEUERBACH/BRUCK-WAASEN/STEEGEN. Gemeinsame Verwaltung mit Peuerbach und Bruck ist gescheitert, Bürger sind enttäuscht.

Ein Amt für drei Gemeinden: Steegen erteilt den Plänen nun eine Abfuhr

Silvia Humer (Bruck-Waasen) und die Peuerbacherinnen Eveline Karl, Elisabeth Nöbauer und Maria Freilinger sprachen sich gestern bei der OÖN-Umfrage vorm Peuerbacher Rathaus für eine Zusammenlegung der drei Gemeinden aus. Bild: krai

"Wir hätten eine Tür aufgemacht, die man nicht mehr zumachen kann, der Schritt zu einer Zusammenlegung wäre dann nicht mehr weit", begründet Steegens VP-Bürgermeister Herbert Lehner, warum er keine Verwaltungsgemeinschaft mit den beiden Nachbargemeinden will.

Zwei Jahre lang arbeiteten die drei Bürgermeister und Amtsleiter gemeinsam mit einer externen Beraterin an der Umsetzung.

Im vergangenen Juli wurden in allen drei Gemeinden positive Gemeinderatsbeschlüsse gefasst, auf eine neue Ära der Zusammenarbeit angestoßen. Nun kam aber das Aus. Steegen stimmte im letzten Gemeinderat mehrheitlich dafür, das Projekt einer gemeinsamen Verwaltung zu beenden.

Kein Verständnis der Bürger

Wenig Verständnis dafür gibt es in der Bevölkerung, wie gestern eine OÖN-Umfrage ergab. "Ich finde es schade, dass die Gemeindepolitiker nicht über den Tellerrand blicken, denn gemeinsam könnten die drei Gemeinden viel mehr erreichen und Kosten sparen", sagt Silvia Humer aus Bruck-Waasen. Maria Freilinger von der gleichnamigen Peuerbacher Konditorei pflichtet ihr bei. "Auch in der Verwaltung muss man sich wie in einem Betrieb überlegen, wie man das Personal optimal einsetzt und wo gespart werden kann."

So wie den beiden Damen geht Goldschmied Reiner Weishuber eine Verwaltungsgemeinschaft nicht weit genug, er will die Zusammenlegung. "Die Grenzen verlaufen quer durch die Stadt, Steegen sitzt mit seinem Gemeindeamt in Peuerbach. Die Ortspolitiker sollten schauen, dass eingespart wird. Und es geht nicht um Befindlichkeiten, wer wo im gemeinsamen Rathaus sitzen darf!"

Wie berichtet, spießte es sich bei den Plänen für den geplanten Umbau des Rathauses, weil über Raumaufteilung und einen weiteren Stiegenaufgang gestritten wurde.

Für die aus Schottland stammende Peuerbacherin Kathrin Hipfl ist das Denken der Politiker in starren Gemeindegrenzen unverständlich. "Die Gemeinden liegen so nah beieinander, gemeinsam könnten sie viel mehr für die Region erreichen."

Zu wenig Vertrauen

Peuerbachs Stadtchef Wolfgang Oberlehner (VP) ist enttäuscht. "Es ist schade, dass wir es nicht durchziehen, vielleicht hat der Weitblick gefehlt, vielleicht war auch zu wenig Vertrauen da." Jetzt müsse etwas Gras über die Sache wachsen, es werde sicher wieder Gespräche über die Zusammenarbeit geben.

Sein Amtskollege in Bruck-Waasen, Peter Sattlberger (VP), hätte gehofft, dass die drei Gemeinden die Synergien nutzen und eine gute Zusammenarbeit zustande bringen. "Ich hoffe aber immer noch auf eine positive Wendung."

Doch die scheint in weite Ferne gerückt. "Der Standort bestimmt den Standpunkt", sagt Steegens Bürgermeister Herbert Lehner. In seiner Gemeinde gibt es größere Widerstände gegen die gemeinsame Verwaltung. Den Wahlverlust der ÖVP bei der Nationalratswahl im Herbst führt Lehner darauf zurück. Geklärt werden konnte bisher auch nicht, ob die Mehrwertsteuerpflicht für Gemeinden fällt, wenn sie für eine andere Kommune Leistungen erbringen.

 

„Es geht ihnen nur um den Machterhalt“

"Ich bin für die Zusammenlegung. Die Grenzen verlaufen quer durch die Stadt. Es geht ihnen nur um Machterhalt, nicht darum Geld einzusparen.“
Reiner Weishuber, Goldschmied in Peuerbach

"Bei der Zusammenarbeit wurde Bruck-Waasen oft benachteiligt. Ich will keine Fusion, aber sie sollten in der Verwaltung kooperieren, wie es geplant war.“
Franz Pauzenberger, Pensionist Bruck-Waasen

"In der Verwaltung könnte man viel sparen. In meinen Augen wäre eine Zusammenlegung sinnvoll. Aber das werden die drei nicht zusammenbringen.“
Gerhard Reisinger-Auer, ÖBB-Bediensteter, Steegen

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Artikel Michaela Krenn-Aichinger 27. März 2014 - 00:04 Uhr
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