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Schummel-Skandal an Steyrer HAK: Zur Strafe säubern die Schüler die Stadt

STEYR. Im Jänner war aufgrund "zu guter Noten" aufgeflogen, dass sich Schüler das Passwort für einen Lehrer-Computer erschlichen und die Angaben für Schularbeiten gestohlen hatten.

Schummel-Skandal an Steyrer HAK: Zur Strafe säubern die Schüler die Stadt

Üben schon einmal gemeinsam mit Klassenvorstand Petra Bachl (Bildmitte), wie sie am Mittwoch, 18. April, die Stadt von Müll befreien wollen: Selma, Pawel, Michael, Andrea und Melanie von der 3AK der HAK Steyr. Bild: win

"Mit dieser Hilfsaktion helfen wir mit, das Image der Stadt Steyr und auch unser eigenes zu verbessern", sagt Melanie, Schülerin der 3AK an der Handelsakademie Steyr, und ergänzt: "Sauber ist besser."

Dieser Satz kann auch als Anspielung für den Anlass, warum sich die HAK-Schüler an der Aktion "Steyr putzt" beteiligen, genommen werden. Denn künftig wollen auch sie "sauber" bleiben, nachdem ihre Schummelaktion im Jänner aufgeflogen war. In einer bislang unvergleichlichen Aktion hatten sich einige Vertreter der Klasse Zugang zu den Log-ins einiger ihrer Lehrer verschafft und die Aufgabenstellung einiger Schularbeiten ausgespäht. Die Angaben wurden in Folge von den Klassenbesten ausgearbeitet, die Lösungen danach an die Mitschüler ausgegeben.

Plötzlich zu gute Noten

Aufgeflogen war die Schummelaktion schließlich, als aus Fünfer-Kandidaten plötzlich reihenweise Einserschüler wurden: "Das ist natürlich aufgefallen", sagt HAK-Direktorin Ute Wiesmayr.

Nachdem es als Folge der Computer-Spionage sogar zu polizeilichen Ermittlungen gekommen war und sich die betroffenen Schüler ob ihrer allzu kriminellen Energie einsichtig gezeigt hatten, wurde von der Schule "tätige Reue" verordnet. Um den Schwindel zu ahnden, schlug Wiesmayr vor, dass sich die Haupttäter an einem sozialen Projekt beteiligen sollten. Die Wahl fiel auf "Steyr putzt".

Am Mittwoch, 18. April, werden die 23 Schülerinnen und Schüler der 3AK – diese Klasse war zur Gänze an der Schummelaktion beteiligt – von 9 bis 12 Uhr den Großraum Tabor von Müll befreien, gemeinsam mit Angehörigen des Integrationszentrums Paraplü.

"Hintergedanke ist, dass dieses Großreinmachen auch einen erzieherischen Wert hat", sagt Petra Bachl, Klassenvorstand der 3AK, "denn beim Aufräumen kann gleich die Idee, dass sich Schummeln lohnt, mit entsorgt werden".

Das sehen auch die Schüler so, die sich zumindest gedanklich schon auf die Putzaktion vorbereitet haben. "Das ist eine passende Wiedergutmachung", sagt Pawel, einer der betroffenen Schüler. Und Klassenkollegin Andrea, die am Putztag sogar Geburtstag feiert, ergänzt: "Auch wenn Steyr schön ist – leider sieht man immer wieder, dass die Leute ihren Müll einfach irgendwo wegwerfen."

Schularbeiten nachgeholt

Genutzt hat die Schummelaktion den Steyrer HAK-Schülern übrigens nichts. Die drei erschummelten Schularbeiten – je eine in Betriebswirtschaftslehre, in Englisch und in Spanisch – wurden annulliert und zeitgerecht vor Ende des Wintersemesters nachgeholt.

Dem Vernehmen nach sollen die redlich erzielten Noten dann auch gar nicht so schlecht gewesen sein. Was zeigt: Ehrliches Lernen zahlt sich doch aus.

Bis zu 20 Tonnen Abfall gesammelt

In den vergangenen zehn Jahren ist die Aktion „Steyr putzt“ beständig gewachsen. Bis zu 20 Tonnen Abfall werden von Freiwilligen gesammelt und fachgerecht entsorgt. Aktuell läuft die Aktionswoche noch bis Freitag, 20. April. Heuer bietet die Aktion erstmals nicht nur einen ökologischen Mehrwert, sondern es wird auch ein Sozialprojekt unterstützt: Pro Kilogramm an gesammelten Abfällen wird ein Euro an das Kinderschutzzentrum Wigwam gespendet. „Mit der Spende kann ein tolles Projekt für Kinder, die von Gewalt betroffen sind, weitergeführt werden“, sagt Vizebürgermeister Wilhelm Hauser.

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Artikel Gerald Winterleitner 17. April 2018 - 00:04 Uhr
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